Maria Krützkamp absolviert Praktikum in China
Chinesen zahlen vor Behandlung

Füchtorf -

In ihrer Praxis in der Emanuel-von-Ketteler-Straße in Füchtorf bietet die Heilpraktikerin Maria Krützkamp ihren Patienten traditionelle chinesische Medizin, Naturheilkunde sowie Schmerztherapie an. Dieses Wissen erwarb sie im Rahmen der zweijährigen Ausbildung in Hamm.

Samstag, 12.10.2013, 13:10 Uhr

Zum Abschluss wartete ein echtes Highlight: Ein klinisches Praktikum führte sie nach China , dem Heimatland jener Heilkunde. Drei Wochen lang – vom 19. Juni bis 9. Juli – lebte und arbeitete Maria Krützkamp in Hangzhou, einer acht Millionen-Metropole, rund 190 Kilometer südwestlich von Shanghai gelegen.

Die insgesamt 20-köpfige Gruppe wurde hierbei von Dolmetschern betreut. In Dreiergruppen wurden verschiedene Lehrkrankenhäuser, die mehreren Universitäten angehören, besucht. Dabei fielen Krützkamp auch die großen Unterschiede zwischen dem Reich der Mitte und Deutschland auf. „Es gibt dort keine niedergelassenen Ärzte. Sie arbeiten in Ambulanzen.“ Auch die hierzulande geschätzte Privatsphäre wird in China wesentlich lockerer interpretiert. So liegen bis zu 15 Patienten in einem Zimmer, getrennt lediglich durch Trennwände, über die jedoch ohne weiteres geblickt werden konnte.

Auch die Diagnoseverfahrungen unterschieden sich deutlich von den hier bekannten. Bei der Zungen- und Pulsanalyse könne es durchaus vorkommen, dass der nächste Patient bereits im gleichen Zimmer warte. Hinzu kämen noch Angehörige sowie Studenten, so dass eine Untersuchung durchaus vor einem relativ großen Publikum stattfinden könne.

Erstaunt war Maria Krützkamp auch ob der schnellen Umsetzung und der Möglichkeiten der Krankenhäuser. „Der Professor ordnete ein MRT an – nur eine Stunde später kam der Patient mit den entsprechenden Aufnahmen zurück. Das wäre in Deutschland undenkbar.“ Die Diskussionen um Krankenkassen könnten Chinesen wohl auch nicht nachvollziehen – sie zahlen vorab in bar.

In China gehen traditionelle und chinesische Medizin Hand in Hand. Maria Krützkamp freut besonders, dass sie ohne größere Probleme mit den verantwortlichen Professoren sprechen konnte. „Es ist schon eine gewisse Bestätigung, sich auf Augenhöhe mit dem Professor unterhalten zu können und genau zu wissen, worum es geht. Da haben wir festgestellt, dass wir hier in Deutschland eine gute Ausbildung genossen haben. Wir haben aufschlussreiche Eindrücke gewinnen und auch neue Techniken kennenlernen dürfen.“

Natürlich konnte sie bei ihrem Aufenthalt auch ganz eigene Eindrücke vom Alltag in China gewinnen. „Es ist da schon sehr voll und laut. Wir können uns das hier nicht vorstellen. Ich war vor kurzem noch in Hamburg. Da habe ich wieder festgestellt, wie klein doch unsere so genannten Großstädte sind. Wenn man nach Shanghai fährt fragt man sich, wo genau die eine Stadt aufhört und die nächste anfängt. So viel Grün wie zwischen Sassenberg und Füchtorf gab es da am Stück nicht.“

Ein wenig befremdlich wirkten auch manche Traditionen der Gastgeber. Trotz 39 °C fuhren die Rollerfahrer mit Handschuhen und Sonnenschirmen. „Blass ist dort sehr vornehm. Wir waren da echte Exoten.“ Diese Faszination für die jeweils andere Kultur teilten offenbar viele Chinesen. „Wir wurden oft heimlich fotografiert, die Studenten wollten sich unbedingt mit uns fotografieren lassen. Das war schon merkwürdig.“

Dennoch habe sie das ferne Land begeistert. So gibt es erste Pläne von immerhin zehn Teilnehmern der 20-köpfigen Gruppe, bald wieder nach Fernost zu reisen. Ein Teil der traditionellen chinesischen Medizin setzt auf Prävention. Maria Krützkamp bietet daher auch in diesem Themenfeld entsprechende Kurse an.

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