Picker-Ausstellung im Heimathaus
Ein ungewöhnlicher Beruf

Füchtorf -

Die letzten Vorbereitungen laufen für die Picker-Ausstellung im Heimathaus. Am späten Mittwochnachmittag trafen sich Organisatoren vor Ort, um die rund 20 Exponate an den vorgesehenen Stellen zu platzieren. Prof. Dr. Gerhard Lohmeier, der am kommenden Dienstag einen Vortrag zum Leben und Wirken des Bildhauers Josef Picker im Saal Artkamp-Möllers halten wird, war ebenfalls vor Ort.

Samstag, 09.08.2014, 06:08 Uhr

Ein eingespieltes Team (v. l.): Johannes Kleine Hörstkamp, Karl-Heinz Krützkamp, Gregor Krützkamp, Bernd Philippskötter, Prof. Dr. Gerhard Lohmeier, Heinrich Picker und Clemens Knappheide beim Aufbau der Ausstellung im Heimathaus.
Ein eingespieltes Team (v. l.): Johannes Kleine Hörstkamp, Karl-Heinz Krützkamp, Gregor Krützkamp, Bernd Philippskötter, Prof. Dr. Gerhard Lohmeier, Heinrich Picker und Clemens Knappheide beim Aufbau der Ausstellung im Heimathaus. Foto: Irmler

„Die Idee, die vom Heimatverein Füchtorf auf den Weg gebracht wurde, hat mich fasziniert.“ Seit 30 Jahren organisiert Prof. Lohmeier Ausstellungen- besonders im sakralen Bereich. „Dieser Künstler war sehr vielseitig. Er war ein regionaler Künstler, dessen Kunst jedoch über diese Region hinaus gewirkt hat.“

Picker , eines von elf Kindern, wurde 1895 in Twillingen geboren. Sein Lehrer erkannte seine besonderen Fähigkeiten und legte ihm das Handwerk des Bildhauers ans Herz. „Das war ein durchaus ungewöhnlicher Beruf . Picker stammte von einem kleinen Hof, die Ausbildung war sehr teuer.“ Sein Bruder Heinrich unterstützte dessen Wunsch und verdiente durch eine Tätigkeit bei der Flurbereinigung das nötige Geld für die Ausbildung in Kevelaer.

Einen besonderen Bezug zur Ausstellung, die im Rahmen des 60-jährigen Bestehens des Heimatvereins angeboten wird, hat auch Heinrich Picker. Er ist der Neffe des Bildhauers und freut sich besonders über ein Ölgemälde seiner Großeltern. „Ich habe sie ja noch gekannt und muss sagen, dass sie ganz genau so aussahen. Ein wirklich tolles Werk.“

Allerdings waren Gemälde dieser Art eher die Ausnahme des künstlerischen Schaffens Pickers. Besonders hölzerne Kruzifixe fertigte und gestaltete der Mann aus einfachen Verhältnissen. Darunter auch das alte Friedhofskreuz, welches derzeit am Heimathaus prangt. Im Inneren des Gebäudes brachte die Arbeitsgruppe der Ausstellung am Mittwoch ein großes Kruzifix aus dem Elternhaus Pickers an.

Die Frage, wie viele Werke Picker bis zu seinem Tod im Jahr 1984 geschaffen hat, muss zunächst unbeantwortet bleiben. „Es dürften mehrere Hundert gewesen sein. Viele Exponate fertigte Picker für Missionare an. Es ist daher schwierig, deren Weg zurück zu verfolgen.“

Zu den wichtigsten Werken zählt das Gnadenbild in Vinnenberg. Eine Kopie davon werden Besucher der Ausstellung, die am Sonntag um 13.30 Uhr ihre Türen öffnet, bewundern können. Auch ein nachgeschnitztes Modell des Gnadenbildes aus Werl wird der Öffentlichkeit präsentiert. „Das sind kulturhistorisch betrachtet bedeutende Werke“, hebt Prof. Lohmeier den Stellenwert gerade dieser Exponate hervor.

Ferner wird auf insgesamt acht Stellwänden über das Leben und Wirken Pickers informiert. Im Anschluss an die Eröffnung am Sonntagmittag lädt der Heimatverein zur Teilnahme am Brunnenfest ein.

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