Verhöhnt von Dieter Bohlen
Was Rapper Daniel Neumann aus Sassenberg bei DSDS nicht sagen durfte

Sassenberg -

Es ist so einfach, sich über ihn lustig zu machen: seine Leibesfülle, sein Sprachfehler waren ein gefundenes Fressen für Dieter Bohlen. Unserer Zeitung erzählt Rapper Daniel Neumann aus Sassenberg, was er bei „Deutschland sucht den Superstar“ nicht loswerden konnte.

Donnerstag, 12.03.2015, 10:02 Uhr aktualisiert: 12.03.2015, 13:10 Uhr

Es ist so einfach, sich über ihn lustig zu machen: seine Leibesfülle, sein Sprachfehler sind ein gefundenes Fressen für einen Dieter Bohlen , der sich als Poptitan ebenso mit göttlichen Höhenflügen wie tiefen Stürzen auskennt – zumindest aber um deren Unterhaltungswert weiß.

So kam es, wie es kommen musste beim jüngsten Casting von „ Deutschland sucht den Superstar “: Der 30-jährige Daniel Neumann aus Sassenberg , besser bekannt als D-Kais oder der „Rapper der Herzen“, fiel mit Pauken und Trompeten durch und musste dabei gleich mehrere Schläge unter die Gürtellinie einstecken.

Bohlen teilt aus

Recht pauschal kam dabei noch der Spruch daher, mit dem der Grandseigneur der DSDS-Jury das musikalische Todesurteil einleitete: „Jetzt weiß ich endlich, warum Engel Flügel haben – damit sie vor dir davonfliegen können“, kalauerte Bohlen. Dann wurde er persönlicher: „Wenn man so einen schönen Sprachfehler hat wie du, sollte man Moderatorin werden.“

Und um das Klischeebild des Versagers mit Figurproblem rund zu machen, hatte die DSDS-Crew bereits im Vorbericht alles gegeben, um den 30-Jährigen in die passende Schublade zu stecken: Sie drückten dem Sassenberger eine Cola in die Hand (ungeachtet dessen, ob es sich vielleicht um die kalorienfreie Variante handelte), spielten das Geräusch eines Korkens ein, als er sich aus dem Sportwagen schälte, und hinterlegten seinen Abgang mit der passenden Musik: „Je eher Du gehst, umso leichter wird es für mich“ . . . Willkommen im Showgeschäft!

Das Video vom Auftritt bei RTL

Mit einer ganz besonderen Motivation im Casting

Daniel Neumann ist Realist: „Ich weiß ja, dass es bei der Sendung weniger um Musik als um Unterhaltung geht“, sagt der Sassenberger. „Und ehrlich gesagt habe ich auch nicht wirklich gesehen, dass ich weiterkomme.“ Wohl aber hatte der Rapper der Herzen erwartet, seine Motivation schildern zu können: nämlich anderen Menschen zu helfen. „Ja, ich bin moppelig, und ich lispele“, sagt er, „aber ich habe das zu meinem Style gemacht. Ich vermittele damit eine Message: „Leute, habt den Mut, euren Traum zu leben. Egal, wie man aussieht oder ob man ein Handicap hat – versteckt Euch nicht!‘“

Doch für diese Botschaft war bei DSDS kein Platz. Auch nicht für Daniel Neumanns Engagement für die Stiftung „Kinderzukunft“. „Ich hatte gehofft, dieses Projekt in den Mittelpunkt rücken zu können“, sagt der Rapper tief enttäuscht, dass ihn RTL „als Außenstehenden der Gesellschaft“ dargestellt hat.

Nur, dass es vielleicht am Ende gerade diese Demütigung war, die ihm trotz allem einen großen Sympathiebonus beim Fernsehpublikum bescherte. „Als ich anschließend auf meine Facebookseite geschaut habe, war ich überrascht, wie positiv viele Menschen reagiert haben“, sagt er. „Ich bin nicht der beste Rapper und auch nicht der hübscheste – aber die Leute haben mir abgenommen: ‚Der fühlt das Ganze.‘ Ich bin halt der Rapper der Herzen.“

Partnersuche bei „Schwer verliebt"

Dass er bereits prominente Wegbegleiter gefunden hat, bestätigt ihn: „Im Sommer plane ich ein Musikprojekt mit Metaphysics, dem Rapper von den Söhnen Mannheims“, schildert der 30-Jährige. Und auch die Mattscheibe hat er noch längst nicht abgeschrieben. Es war nicht sein erster TV-Auftritt – schon als Kandidat in der Serie „Schwer verliebt “ hatte der Sassenberger seine ganz eigenen Erfahrungen mit der deutschen Fernsehwelt gemacht.

Deshalb kann ihn die DSDS-Show nicht davon abhalten, weiter seinen Weg ins Rampenlicht zu suchen. „Ich bereue die Entscheidung, dorthin gegangen zu sein, überhaupt nicht“, betont er. „Ich möchte diese Art von Publicity nutzen, damit ich irgendwann einmal selbst die Themen vorgeben kann. Jemand wie ich gehört ins Fernsehen – ich bin einfach ein positiv beklopptes Unikat.“

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