LMC feiert 60-jähriges Bestehen
LMC will weiter wachsen

Sassenberg -

Auf dem Weg über das Werksgelände und durch die Produktionshallen wird Heinz „Hupi“ Ahrenbeck immer wieder freudig begrüßt. 44 Jahre lang hat er hier bei Lord-Münsterland-Caravaning, besser bekannt als LMC, geschafft. Noch bis zum Juli war er Meister in der Wohnwagenproduktion, jetzt führt der Rentner Besuchergruppen durch seine alte Wirkungsstätte.

Samstag, 12.09.2015, 13:09 Uhr

Einmal kopfüber: Das Chassis des Wohnwagenanhängers wird auf eine verstärkte Kunststoffplatte geklebt. Für die innovative Technik wurde eigens eine Halle errichtet, in der die für den Kleber notwendige Temperatur garantiert werden kann.
Einmal kopfüber: Das Chassis des Wohnwagenanhängers wird auf eine verstärkte Kunststoffplatte geklebt. Für die innovative Technik wurde eigens eine Halle errichtet, in der die für den Kleber notwendige Temperatur garantiert werden kann. Foto: von Brevern

Gleich zu Beginn laufen die Gäste an einer langen Reihe Lkw vorbei, die zum Teil mit laufendem Motor ungeduldig auf die Abfahrt warten. Der Betrieb sei schon außergewöhnlich, gibt Ahrenbeck zu. Aber soeben habe der Caravan Salon in Düsseldorf , das Mega-Ereignis der Branche, seine Pforten geschlossen. Da warten die Händler nun dringend darauf, dass die neu vorgestellten Modelle ausgeliefert werden. An der Rudolf-Diesel-Straße ist damit das Jahr 2015 schon beinahe Vergangenheit, sowohl das Modell- wie das Geschäftsjahr 2016 hat bereits begonnen.

Dennoch bleibt für 2015 noch eines unbedingt zu tun: „Mit einem zweitägigen Fest wird am ersten Oktoberwochenende das 60-jährige Firmenjubiläum begangen“, kündigt Pressesprecherin Judith Feyerabend an. So lange ist es her, dass Heinrich Austermann den Grundstein des Unternehmens legte. In einer verregneten Nacht im Sauerland entwickelte der begeisterte Camper zusammen mit seinem Freund, dem Karosseriebauer Hartmann, die Idee für einen ersten, faltbaren Wohnwagen. So jedenfalls besagt es die Unternehmenslegende.

Fakt ist: Ab 1955 wurde die sogenannte „Knospe“ mit 15 Mitarbeitern an der Droste-Straße in Sassenberg gebaut. Das für vier Personen ausgelegte Wohnwägelchen hatte die auf der Straße maximal zulässige Breite von 1,35 Metern. Im Stand konnte es aber per Hand, „durch einige federleichte Kurbeldrehungen“, so die zeitgenössische Werbung, auf eine Breite von 2,15 Meter „aufblühen“.

Mit den Reiseboliden, die heute an der Rudolf-Diesel-Straße hergestellt werden, hat die Knospe nur noch wenig Ähnlichkeit. Sie brausen auch schon mal mit 150 km/h über die Autobahn und bieten an Komfort alles was das Herz begehrt.

LMC ist gut aus der Branchenkrise rund um das Jahr 2009 herausgekommen und gibt rund 540 Mitarbeitern Lohn und Brot. 4000 Wohnwagen und 2000 Reisemobile sollen im aktuellen Geschäftsjahr das Werk verlassen, so die Prognose. Um rund 15 Prozent wolle man wachsen, heißt es von der Vertriebsleitung.

Dabei wird nicht nur unter der Marke LMC produziert. Die Sassenberger gehören zur Erwin Hymer Group und fertigen auch für Schwestermarken wie Bürstner oder Dethleffs Wohnwagen und Wohnmobile. Stolz ist man auf die derzeit noch exklusive für LMC verbaute „Long Life Technologie“, erläutert Helmut Jürgens, der wie Ahrenbeck Interessierte durch den Betrieb führt.

Durch den Einsatz von glasfaserverstärktem Kunststoff erhalten Dach und Boden eine hohe Widerstandskraft gegen Hagel und Steinschlag – zwei unerbittliche Feinde des engagierten Campers. Gleichzeitig werden Außenhülle und Isolierung aus verschiedenen Schaummaterialien hergestellt und alle Teile des Aufbaus speziell verklebt. Dadurch soll das Fahrzeug deutlich länger dicht halten.

Gut ein Drittel der Wohnwagen und Reismobile, denen LMC sein Markenlogo aufdrückt, werden ins Ausland verkauft. Wer die mehrsprachige Jubiläumsbroschüre durchblättert, dem fällt allerdings sofort ins Auge, dass die Weltsprache Englisch komplett fehlt. Mit Recht, sagt Öffentlichkeitsarbeiterin Judith Feyerabend. Schwedisch und Niederländisch sind die Sprachen, die den größten Teil der ausländischen Kunden viel besser erreichten.

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