Wasserverband wehrt sich gegen Anschuldigungen
Sinkt das Grundwasser in Füchtorf?

Füchtorf -

Sinkt der Grundwasserspiegel in Füchtorf? Entnimmt der Wasserbeschaffungsverband Versmold-Sassenberg-Warendorf zu viel vom kostbaren Nass?

Donnerstag, 19.01.2017, 05:01 Uhr

Dieser Meinung ist Landwirt Stefan Wöstmann, der im Gebiet des Wasserwerkes Rippelbaum ansässig ist. Aus diesem Grund reichte er Klage vor dem Verwaltungsgericht Minden ein, musste aber eine Niederlage einstecken. Aber er machte in der Fragerunde im Füchtorfer Ortsausschuss deutlich, dass er mit diesem Urteil nicht einverstanden ist, da das Gericht nicht überprüft habe, ob die eingereichten Gutachten des Wasserverbandes der Richtigkeit entsprechen. Denn es werde von einer Grundwasser-Neubildungsquote von 375 Litern pro Jahr und Quadratmeter ausgegangen, eine Zahl, die deutlich höher sei, als in benachbarten Gebieten. Unterstützung bekam Wöstmann von Georg Hartmann-Niemerg (Grüne), der den „Pegelstand der Tümpel und Teiche regelrecht sinken sehen kann“.

Bürgermeister Josef Uphoff hatte zu Beginn des Ortsausschusses über die Klage berichtet, in der der Landwirt entweder eine Senkung der Förderquote oder aber eine höhere Entschädigung forderte. Beides ohne Erfolg. „Es gibt ein großes öffentliches Interesse an der Versorgung mit Trinkwasser“, sagte Uphoff. Das habe auch die Richterin so gesehen.

Rund 2,2 Millionen Kubikmeter werden jedes Jahr durch das Wasserwerk Rippelbaum gefördert. 1980 wurde die Genehmigung für 30 Jahre erteilt, und im Jahr 2010 um weitere 30 Jahre verlängert. Wöstmann monierte, dass das Thema damals überhaupt nicht im Ortsausschuss besprochen worden sei. Uphoff machte deutlich, dass der Ortsausschuss hier überhaupt nicht zuständig sei und die Entscheidung im Wasserbeschaffungsverband getroffen werde. Für Vorsteher Michael Meier-Hermann, Bürgermeister in Versmold , ist die Aufregung nicht verständlich. Monatlich würde an rund 150 Stellen im gesamten Einzugsgebiet des Wasserwerkes gemessen, und der Grundwasserspiegel sei seit 20 Jahren konstant. Seiner Meinung nach hätten vier sehr regenarme Winter dazu geführt, dass der Pegel gesunken sei. Bereits ein regenreicher Winter reiche aus, um das Grundwasser wieder entsprechend aufzufüllen. „Das Grundwasser ist über ein Jahre gefallen, aber 2014 wieder deutlich angestiegen“, bestätigt Uphoff. Die Neubildungsquote des Grundwassers sei zudem in einem Rechtsstreit überprüft worden. „Wir können versichern, dass wir keinen Raubbau an der Natur betreiben.“

Für Josef Uphoff gibt es keinen weiteren Handlungsbedarf. „Wir leben in einem Rechtsstaat, deshalb hat Herr Wöstmann die Entscheidung einer Behörde zu akzeptieren.“

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