Sekundarschule setzt auf frühzeitige Berufsorientierung
Auf der Suche nach Tüftlern

Sassenberg / Warendorf -

20 bis 25 Prozent aller Ausbildungen werden abgebrochen, bedauert Deula-Lehrgangsleiter Rudolf Horstmann. Ein viel zu hoher Wert, wie auch der didaktische Leiter der Sassenberger Sekundarschule Jürgen Schürenkamp weiß. Eine frühzeitige Orientierung – zusätzlich zum Betriebspraktikum in Klasse neun – sei daher ein vielsprechender Ansatz.

Samstag, 29.04.2017, 09:04 Uhr

Grüner Daumen oder eher ein Faible für den PC? Die Praktika bringen es ans Licht: Neben Jürgen Schürenkamp (didaktischer Leiter Sekundarschule) und Rudolf Horstmann (Lehrgangsleiter Deula) schauten bei Ludger Biermann (Ausbilder Deula) die beiden Achtklässler Daniel Strehlow und Jenna Stallmann in der Gärtnerei vorbei. Susanne Wintergalen informierte Daniela Neumann, Daniel Haupt und Titus Blume über die kaufmännischen Berufe.
Grüner Daumen oder eher ein Faible für den PC? Die Praktika bringen es ans Licht: Neben Jürgen Schürenkamp (didaktischer Leiter Sekundarschule) und Rudolf Horstmann (Lehrgangsleiter Deula) schauten bei Ludger Biermann (Ausbilder Deula) die beiden Achtklässler Daniel Strehlow und Jenna Stallmann in der Gärtnerei vorbei. Susanne Wintergalen informierte Daniela Neumann, Daniel Haupt und Titus Blume über die kaufmännischen Berufe. Foto: Christopher Irmler

Daher nutzten in dieser Woche 26 Schüler des achten Jahrgangs die Gelegenheit, fünf Berufsfelder näher kennenzulernen. „Sie machen in dieser Phase erste praktische Erfahrungen. Es ist zunächst einmal egal, ob positiver oder negativer Art. Diese ersten Eindrücke helfen bei der Suche nach einem Betriebspraktikum im nächsten Schuljahr. Jetzt gilt es, die eigenen Fähigkeiten zu erproben“, erläuterte Schürenkamp den Ansatz.

„Jeder kann hier eigene Schwerpunkte setzen. Manche haben einen grünen Daumen, einige sind echte Schrauber und Tüftler, andere haben ihre Stärken eher im Bereich der kaufmännischen Berufe oder der Lagerlogistik. Die drei Tage in unserem Haus sollen helfen, es einfach auszuprobieren und zu schauen, was den eigenen Interessen entspricht“, ergänzte Horstmann .

Im Bereich der Land- und Baumaschinenmechanik etwa wartete die Herausforderung eines defekten Motors auf die Teilnehmer. „Hier soll zunächst einmal der Schaden lokalisiert werden. Danach wird der Motor auseinandergebaut. Wichtig ist dabei natürlich präzises Arbeiten – und Hemmungen, sich dabei dreckig zu machen, sollte man auch nicht haben.“

Zugleich entkräftete der Lehrgangsleiter weit verbreitete Klischees. Auch in den technischen Berufen seien junge Frauen gut vertreten. „Natürlich steht ihnen dieser Bereich offen. Sie haben sogar gute Chancen in diesem Sektor.“

„Die Berufsorientierung spielt im Schulprogramm eine ganz zentrale Rolle“, betonte Schürenkamp. „Diese Praxisanteile machen unseren Schülern viel Spaß und kommen gut an.“ Dabei setze die Sekundarschule neben der Deula auch auf eine enge Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft und den Betrieben rund um Sassenberg . „Wir müssen die Leute vor Ort kennen und die entsprechenden Kontakte aufbauen.“

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