Sozialstation in Kaliningrad schließt
Hilfstransporte nicht mehr möglich

Füchtorf -

Seit 2008 waren die Füchtorfer Gertrud und Reinhold Schröder gemeinsam mit Ina und Heinz Hälker sowie vielen ehrenamtlichen Helfern verantwortlich für die regelmäßigen Kaliningrad Sammlungen.

Dienstag, 16.05.2017, 09:05 Uhr

Diese und viele weitere Helfer waren immer dabei, wenn gut erhaltene Kleidungsstücke im Haus Hälker sorgfältig sortiert und gut verpackt wurden (v. l.): Margret Kuhlmann, Elisabeth Altenau, Anneliese Lienker, Ina Hälker. Reinhold Schröder, Gertrud Kuhlmann, Willi Wessel, Heinz Hälker, Gertrud Schröder...
Diese und viele weitere Helfer waren immer dabei, wenn gut erhaltene Kleidungsstücke im Haus Hälker sorgfältig sortiert und gut verpackt wurden (v. l.): Margret Kuhlmann, Elisabeth Altenau, Anneliese Lienker, Ina Hälker. Reinhold Schröder, Gertrud Kuhlmann, Willi Wessel, Heinz Hälker, Gertrud Schröder... Foto: Theresa Oertker

Sehr überraschend kam auch für sie die Nachricht, dass die Sozialstation in Rasdolnoje ihre Kleiderkammer schließt und auch die vom Malteser-Hilfsdienst in Alfhausen organisierten Transporte nach Kaliningrad finanziell nicht mehr gestemmt werden können.

Noch gut können sich die Ehepaare daran erinnern, wie Maria Tellen im Jahr 2008 um Unterstützung bei der Kaliningrad Sammlung bat und alle vier schnell entschlossen diese Aufgabe gemeinsam für den guten Zweck zu übernehmen. Dank Mundpropaganda und Werbung kamen bei der ersten, übernommenen Sammlung bereits 180 Kisten mit Spenden zusammen. Bis zum Schluss kamen die Spender nicht nur aus Füchtorf sondern auch aus dem gesamten Umkreis, schließlich konnten sie sich stets sicher sein, dass alle Waren auch gut bei den Bedürftigen ankommen. Im Oktober 2011 reisten die vier Organisatoren nach Russland um sich vor Ort ein eigenes Bild von der Malteser Sozialstation mit 600 Verteilstellen in Kaliningrad zu machen. „Wir haben unsere eigens gepackten Kisten in der Kleiderkammer gesehen, auch eine große gestrickte Decke von Frau Tellen lag auf dem Sofa einer bedürftigen Familie, die wir besuchten“, berichten Getrud Schröder und Ina Hälker . Ein Blick in das Kinderhaus, die Suppenküche und die Krankenstation, in die Nähstube und vor allem die Besuche bei den Familien vor Ort bekräftigten die Füchtorfer in ihrem Ehrenamt. Von Jahr zu Jahr nahmen die dreimal jährlich stattfindenden Sammlungen auf dem Hof der Familie Hälker ein größeres Ausmaß, sodass schnell 650 bis 800 Kisten bei jeder Sammlung zusammenkamen. Die letzte Sammlung im Mai brachte sogar 995 Kisten voll bepackt mit Sachspenden. Gespendete Kleidungsstücke, Spielzeug, Bettwäsche, Schuhe, Haushaltswaren, Fahrräder, Nähmaschinen, Gehhilfen, Rollstühle und vieles mehr brachten immer wieder einen großen Aufwand für die Helfer. Alles wurde ordentlich sortiert und erst dann in Kartons verpackt. Bewährt hatten sich stabile Bananenkartons, die von verschieden Discountern in der Umgebung für die Füchtorfer Helfergruppe gesammelt wurden. Besonders danken die Organisatoren hier einer alten Dame aus Warendorf, die unermüdlich Kartons zusammengetragen hat. „Unser großer Dank geht aber auch an die vielen Spender und natürlich unsere tollen, rund 25 Helfer“. In den Tagen der Sammlungen waren täglich stets bis zu zehn Leute aus Füchtorf gleichzeitig bei Hälkers, um bei allen anfallenden Arbeiten zu helfen. Für 2017 galt ursprünglich der Plan die Sammlungen von dreimal auf zweimal jährlich zu reduzieren. „Wir werden auch nicht jünger, der Aufwand ist einfach immer groß“. Umso überraschender kam am 12. April die Nachricht, dass Frau Dak, die Leiterin der Sozialstation in Kaliningrad in Rente geht und keine Nachfolgerin gefunden wurde, ein großer Verlust denn schließlich hatte sie die Warenverteilung und Zollabwicklungen in der Hand. Zudem haben sich die Kosten für die vom Malteser-Hilfsdienst in Alfhausen organisierten Transporte nach Kaliningrad fast verdoppelt. „Bei fast 30 Transporten im Jahr waren diese Kosten nicht mehr zu stemmen, schließlich sind die Spendengelder für diesen Zweck zu schade“, betont Reinhold Schröder . „Unsere Sammlungen waren stets erfolgreiche Hilfsaktionen, die anstrengend waren aber immer Spaß gemacht haben. Es war ein schönes Gefühl zu wissen, dass wir den Leuten wirklich helfen“, sind sich alle einig.

Nun wünscht sich die Gruppe, dass alle Leute wie bisher weiterhin für bedürftige Menschen spenden. Die „Aktion Kleiner Prinz“ in Warendorf hat kürzlich Kontakt zu den Füchtorfern aufgenommen, denn sie würden sich sehr freuen wenn die Spenden künftig dort abgegeben werden.

Möglich ist das dienstags in der Zeit von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr an der Beckumer Straße 36 in Warendorf. Angenommen werden gut erhaltene gebrauchte Kleidung und sonstige Sachspenden für die Hilfstransporte nach Rumänien und den jährlich stattfindenden Trödelmarkt. Zudem wird in Füchtorf eine Unterstellmöglichkeit für einen offenen Sammelcontainer der „Aktion Kleiner Prinz“ gesucht. „Vielleicht hat jemand Platz in einer Scheune oder einer leeren Garage, hoffen die Organisatoren“. Auch freiwillige Helfer, die vor Ort in Warendorf unterstützen werden jederzeit benötigt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4836047?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F
Nachrichten-Ticker