Konfirmandenlisten durchforstet
„Mädchen sind die Schlimmsten“

Sassenberg -

Am Sonntag, 24. September, werden im Gottesdienst in der evangelischen Gnadenkirche Jubiläumskonfirmationen gefeiert. Käthe Sydow kümmert sich um die Einladungen. Das verlangt detektivischen Spürsinn und jede Menge Glück, macht ihr aber auch richtig Spaß.

Dienstag, 25.07.2017, 04:07 Uhr

Eiserne Konfirmation feiern diese jungen Damen aus dem Jahr 1951 in diesem Jahr. Sie ließen sich mit Pfarrer Lackner in Ermangelung einer evangelischen Kirche noch vor der katholischen Kirche ablichten. Käthe Sydow hat viele Stunden mit den Listen ehemaliger Konfirmanden verbracht.
Eiserne Konfirmation feiern diese jungen Damen aus dem Jahr 1951 in diesem Jahr. Sie ließen sich mit Pfarrer Lackner in Ermangelung einer evangelischen Kirche noch vor der katholischen Kirche ablichten. Käthe Sydow hat viele Stunden mit den Listen ehemaliger Konfirmanden verbracht. Foto: Käthe Sydow

Auf dem Tisch liegen foliantengroße Kopien aus den schweren Kirchenbüchern. Da die Gemeinde die Jubiläen nur alle zwei Jahre feiert, sind jeweils zwei Jahrgänge gebündelt. In diesem Jahr sind die Konfirmationsjahrgänge. 1991/92, 1967/68, 1956/57 und 1951/52 aktuell. Sogar für die Gnaden-Konfirmation, die siebzig Jahre zurückliegt, hat Käthe Sydow noch jemanden aufgespürt.

Sie ist die unterschiedlich sorgfältig ausgefüllten, handgeschriebenen Konfirmandenlisten wieder und wieder durchgegangen. 19 ehemalige Konfirmanden sind bereits verstorben. Von den übrigen 160 hat sie 55 gefunden. „Die Mädchen sind die Schlimmsten“, stimmt Sydow in den Seufzer sämtlicher Ahnenforscher ein. Wenn im Laufe des Lebens sowohl Name als auch Wohnort gewechselt werden, gerät der Spürsinn an seine Grenzen. Aber gerade die Frauen waren es auch, die teilweise hilfreich ihre Fotoalben plünderten und wunderbare Zeitzeugnisse zur Verfügung stellten.

Bei ihren Nachforschungen beginnt Käthe Sydow mit Telefonbüchern und sucht inzwischen auch im Internet. Als ehemalige Lehrerin ist sie mit manchen Verhältnissen vertraut, so dass sie über Verwandte fündig werden kann. „Ich habe mit jedem, den ich gefunden habe, telefoniert“, sagt sie, „und viele freuen sich ganz außerordentlich“. Gelegentlich finden sich so neue Pfade, denen sie nachspüren kann. „In diesem Jahr war das ganz enorm“, freut sie sich.

Hilfe war aber auch nötig, denn die Angaben in den Kirchbüchern sind zum Teil spärlich. Während Luise Lossau als Gemeindemitarbeiterin über Jahre hinweg akribisch Buch führte, hatte der Pfarrer Anfang der 50er Jahre möglicherweise wenig Zeit oder Lust für den Papierkram. Hier stehen tatsächlich nur Namen in den Listen. In anderen Jahren wiederum ist sehr genau aufgeführt, ob ein Konfirmand ehelich oder unehelich geboren war, möglicherweise einen zweiten Vater bekommen hatte und welche Berufe die Eltern ausübten.

Die Stunden, die Käthe Sydow seit dem Frühjahr mit ihrer Detektivarbeit verbracht hat, hat sie nicht gezählt. Aber es macht ihr außerordentlich viel Spaß. Wer bislang nicht entdeckt wurde oder jemanden kennt, der zu dem Kreis der diesjährigen Jubelkonfirmanden gehören könnte, darf sich gerne noch bei ihr melden.

Zu der Feier im September sind ausdrücklich auch diejenigen eingeladen, die nicht in Sassenberg konfirmiert wurden, aber den Kontakt zu ihrer alten Gemeinde verloren haben. Auch sie melden sich am besten bei Sydow oder im evangelischen Gemeindebüro. Im Anschluss an den Gottesdienst wird im Gemeindehaus zu einem kleinen Imbiss geladen.

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