Ferienbetreuung für Flüchtlinge
Fünf Nationen an einem Tisch

Sassenberg -

Martin Geißler erinnert sich noch gut: In ganz einfachen Drei-Wort-Sätzen, mit viel Geduld, Gestik und Mimik musste er sich im vergangenen Jahr mit „seinen Ferienkindern“ verständigen. Es hat auch geklappt, war aber deutlich anstrengender, erzählt der Pädagoge, der auch in diesem Jahr eine Ferienbetreuung für Flüchtlingskinder anbietet.

Sonntag, 30.07.2017, 07:07 Uhr

Sport verbindet: Die Jungen und Mädchen hatten auf dem Soccerplatz viel Spaß.
Sport verbindet: Die Jungen und Mädchen hatten auf dem Soccerplatz viel Spaß. Foto: Michèle Waßmann

Unterstützung bekommt er dabei von Kollegin Sabina Eryilmaz , die an der Sekundarschule die internationale Förderklasse („Deutsch als Zweitsprache“) unterrichtet.

Zwei Wochen lang saßen jetzt 15 Kinder aus fünf Nationen an einem Tisch in der lichtdurchfluteten Mensa. Neben Unterhaltung und Abwechslung wollten die beiden Pädagogen den Kindern mit Migrationshintergrund auch eine Struktur in den langen Ferien bieten. Aber vor allem sollten sie nicht gleich wieder alles vergessen, was sie an deutscher Sprache in den vergangenen Monaten gelernt haben. Daher gehörte ein ebenso gesundes wie kommunikatives Frühstück zum Start in den gemeinsamen Tag.

Besonders freut es Geißler , dass die Jungen und Mädchen sich untereinander so gut verstanden haben und es in zwei Wochen keinerlei Stress gab. „Und pünktlich waren sie auch alle“, fügt er anerkennend hinzu. Gut sei es in diesem Jahr gewesen, dass die Teilnehmer alle zwischen 10 und 14 Jahren alt waren. Da waren die Interessen ähnlich. Besonders das Schwimmen gehen in Sassenberg und Warendorf hat den Kids gefallen. Highlight war aber das gemeinsame Grillen mit deutschen Jungen und Mädchen. Das hat Spaß gemacht und die Kommunikation hat ebenfalls prima geklappt. Die Verpflegung für die zwei Wochen wurde von der Flüchtlingshilfe Sassenberg gesponsert. Hauptsponsor des Projekts ist allerdings das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Warendorf.

Und weil in diesem Jahr die Stimmung so gut war und die Kinder riesige Fortschritte in der Sprache gemacht haben, hat Geißler auch schon Ideen für 2018. Eine gemeinsame mehrtägige Fahrt wäre schön, so könnten die Jungen und Mädchen aus dem Irak, Syrien, Moldawien, Rumänien, Kasachstan und Afghanistan einen weiteren Aspekt der Deutschen Schulkultur kennen lernen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5040495?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F
Nachrichten-Ticker