Frank Reuschel in Afghanistan
Mit Werkzeug ins Krisengebiet

Sassenberg -

Von Frankfurt nach Istanbul und von dort aus nach Mazar-e Scharif, Afghanistan. Frank Reuschel, Kran-Sachverständiger, Elektromeister und Geschäftsführer der Firma Reuschel Service GmbH, bekam das Angebot, nach Afghanistan zu fliegen, um dort eine Vorerstinbetriebnahme einer Hängebahnanlage für Hubschraubergetriebe in einem Soldatenausbildungscamp durchzuführen.

Freitag, 25.08.2017, 05:08 Uhr

Kran-Sachverständiger Frank Reuschel flog am 1. August nach Afghanistan in ein Bundeswehrcamp, um eine Krananlage zu überprüfen.
Kran-Sachverständiger Frank Reuschel flog am 1. August nach Afghanistan in ein Bundeswehrcamp, um eine Krananlage zu überprüfen. Foto: Jaqueline Kaldewey

Der Dienstleister „ABUS“ kontaktierte Frank Reuschel und beauftragte ihn, nach Afghanistan zu fliegen und dort eine Krananlage zu überprüfen. Ohne zu zögern und ohne vorher mit seiner Frau Irmi zu sprechen, nahm er den Auftrag an. Am Frühstückstisch durfte seine Frau dann endlich erfahren, dass er auf Reisen geht. Irmi Reuschel war von dem Plan nicht begeistert und beunruhigt zugleich. Denn bei Afghanistan handelt es sich um ein Krisengebiet und man hört in den Medien oft von Anschlägen und Selbstmordattentätern. Ihre Söhne fanden es natürlich cool, dass ihr Papa sich an diesen Auftrag wagte.

Der Abreisetermin rückte immer näher. Frank Reuschel sah es eher gelassen, da er einen Bekannten kennt, der als Soldat in Afghanistan arbeitet. „Mein Mann macht sich mehr Sorgen um sein Werkzeug als um die Reise in ein fremdes Land“, stellte Irmi fest. Am 1. August ging der Flieger in Richtung Afghanistan.

Am Flughafen in Mazar-e Scharif wurde er von dem Dienstleister abgeholt und in das Bundeswehrcamp gebracht. Das Camp „Marmal“ ist das größte Feldlager der Bundeswehr außerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Es liegt in der Nähe der afghanischen Stadt Masar-e Sharif am Fuße des Hindukusch. Das Feldlager hat eine Größe von zweieinhalb mal anderthalb Kilometer. Der militärische Teil des Regionalflughafens liegt auf dem Gebiet des Camps. Namensgeber ist das angrenzende Marmalgebirge. Das Camp beherbergte den Stab der deutschen Streitkräfte in Afghanistan. Diese wurde seit Juli 2008 erstmals durch die Bundeswehr gestellt und bis 2010 betrieben und schließlich durch zwei Ausbildungs-und Schutzbataillone ersetzt. Im Rahmen der internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF)-Operation, leisteten zeitgleich circa 5500 Soldaten ihren Dienst im Camp Marmal, davon 2800 Deutsche. Seit Beginn der Operation Resolute Support (eine am 1. Januar 2015 begonnene NATO-Mission zur Ausbildung und Beratung sowie Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte) sind auf Grundlage des entsprechenden Beschlusses des Deutschen Bundestages noch bis zu 850 Deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert, die weit überwiegende Zahl davon im Camp Marmal.

Die Strecke bis zum Ausbildungscamp wurde von Soldaten mit Maschinengewehren stark bewacht. Im Camp selber trugen alle Handfeuerwaffen bei sich. Der Kransachverständige berichtete, dass er sich erst an die bewaffneten Soldaten gewöhnen musste. Vor Ort selber nahm der Reiselustige alles sehr locker. „Es waren nur zweieinhalb Stunden Zeitunterschied“, erklärte Reuschel entspannt. Für die Sicherheit des Fremden war gesorgt, da er die ganze Zeit das Camp nicht verlassen musste. Ein Schlafplatz und eine Kantine wurden ihm im Camp zur Verfügung gestellt.

Am Anreisetag überprüfte er sofort die Krananlage. Nach vier Tagen kam auch schon der Abschied. „Auf dem Rückflug wurde ich beim Zoll aufgrund meines Werkzeuges durchsucht und musste denen dann alles genau erklären“, stöhnte Frank Reuschel. Für den Ehemann war es auf jeden Fall eine spannende Reise und eine spannende Erfahrung. Auch ein zweites Mal würde er sofort wieder nach Afghanistan aufbrechen. Trotzdem bleibt Deutschland für ihn das sicherste Land, was die Sicherheitsbestimmungen angeht. Auch seine Frau und seine Kinder würden ihn noch mal ins Ausland fliegen lassen. Denn während des ganzen Aufenthaltes stand Reuschel mit seiner Familie in Kontakt. „Ich würde bei dem nächsten Abenteuer sogar einen meiner Mitarbeiter mitnehmen“, sagte der Elektromeister. Für ihn ist eine Arbeitsreise ins Ausland ein ganz normaler Arbeitsauftrag. Zur Verstärkung seines Teams, sucht er ab sofort, eine/n Anlagenelektroniker/in.

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