Sassenberg geht mit PIA-Ausbildung neuen Weg
Theorie und Praxis verbinden

Sassenberg -

Es ist ein relativ neuer Weg der Ausbildung, den die Stadt Sassenberg geht und er bietet gewisse Vorteile. Fünf künftige Erzieher gehen momentan diesen Weg und absolvieren die praxisintegrierte Ausbildung – kurz PIA.

Donnerstag, 31.08.2017, 10:08 Uhr

Sehen die PIA-Ausbildung sehr positiv (v. l.): Guna Srinath, Adela Spicakova, Dirk Ackermann, Larissa Dieter, Karin Finke, Lidia Dick und Nicole Grasel.
Sehen die PIA-Ausbildung sehr positiv (v. l.): Guna Srinath, Adela Spicakova, Dirk Ackermann, Larissa Dieter, Karin Finke, Lidia Dick und Nicole Grasel. Foto: Ulrich Lieber

Vor allem die Kombination aus Theorie und Praxis kommt bei allen Beteiligten sehr gut an. Adela Spicakova und Guna Srinath sind in der Kita „Pusteblume“ beschäftigt und ziehen ein positives Zwischenfazit.

„Die Praxis mit in die Theorie zu nehmen ist spannend. Wir unterhalten uns in der Schule über das, was während der Arbeit passiert ist“, sagt Adela Spicakova. „Für mich ist es eine Chance, denn als Vater von drei Kindern kann ich Geld verdienen und eine vernünftige Ausbildung haben. Nach einem Jahr kann ich sagen, dass das eine gute Entscheidung war“, sagt Guna Srinath. Denn ein Vorteil dieser dualen im Vergleich zur klassischen Ausbildung ist die Tatsache, dass sofort Geld verdient wird.

Nicole Grasel und Larissa Dieter sind in der Kita Abenteuerland im Einsatz und Lidia Dick betreut Jugendliche im Füchtorfer Jugendzentrum. „Vom Kindergarten bis in den Jugendbereich ist alles dabei, so dass man nach der Ausbildung in jeden Bereich gehen kann“, sagt Nicole Grasel. Sie besucht gemeinsam mit Lidia Dick montags und dienstags die evangelische sozialpädagogische Ausbildungsstätte (espa) in Münster, an den anderen drei Tagen sind sie im Praxiseinsatz vor Ort. „Leider bietet die espa das nicht mehr für Sassenberg an, weil die Entfernung zu groß ist“, bedauert Karin Finke , Leiterin der Einrichtungen Abenteuerland und Pusteblume. Das hängt damit zusammen, dass die Betreuung durch die Schule auch am Arbeitsplatz gegeben ist. „Man hat einen betreuenden Lehrer, der auch in die Praxis kommt, um zu beobachten“, erklärt Lidia Dick. Da die espa genügend Bewerber aus der näheren Umgebung hat, stellt sie die Zusammenarbeit mit Sassenberg ein.

„Wir finden es schade, dass es die Ausbildung nicht im Berufskolleg Warendorf gibt, aber wir haben die Hoffnung, dass es bald angeboten wird“, sagt Karin Finke. Die anderen drei Azubis sind drei Mal pro Woche im Elisabeth-Lüders-Berufskolleg in Hamm und zwei Tage in der Praxis. „Der Trend geht Richtung PIA. Das Warendorfer Berufskolleg hat das Konzept in der Schublade“, erklärt Stadtjugendpfleger Dirk Ackermann.

Aber auch die klassische Ausbildung wird weiter in den Kindergärten angeboten. Das heißt, dass nach dem Fachabi zwei Jahre Schule und ein Anerkennungsjahr folgen. „Alles hat Vor- und Nachteile. Wenn es gut harmoniert, dann haben die Kinder über die PIA-Ausbildung über drei Jahre eine feste Bezugsgröße. Es ist für die Azubis ein interessanter, aber auch ein anstrengender Weg, der viel abverlangt“, weiß Karin Finke.

Um eine PIA-Ausbildung antreten zu können, muss der Bewerber mindestens einen mittleren Schulabschluss und einen einschlägigen Berufsabschluss von mindestens zweijähriger Dauer (z.B. Kinderpfleger, Sozialhelfer) vorweisen oder eine vergleichbare Qualifikation wie beispielsweise die Fachhochschulreife im Bereich Sozial- und Gesundheitsweisen oder die Allgemeine Hochschulreife plus mindestens sechs Monate Praktikum.

Karin Finke und Dirk Ackermann hoffen darauf, dass es weitere Bewerber geben wird. „Erzieher sind mittlerweile schwierig zu bekommen“, wissen beide. Der Beruf hat also Zukunft und dürfte weiter gefragt bleiben, darum kommt PIA zur richtigen Zeit.

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