Grüne regen 4. Reinigungsstufe an
Umweltschutz mit Fördergeldern?

Sassenberg / Füchtorf -

So genannte Mikroschadstoffe setzen der Tier- und Pflanzenwelt an Gewässern zu. Zwar ist das Problem in Sassenberg weniger dringlich als an manch‘ anderem Ort – die Grünen regen aber dennoch die Erweiterung der Kläranlagen um eine „4. Reinigungsstufe“ an.

Freitag, 10.11.2017, 06:11 Uhr

Die technische Erweiterung der städtischen Kläranlagen um eine 4. Reinigungsstufe wäre kostenintensiv – allerdings winken derzeit noch Fördergelder in Höhe von 70 Prozent.
Die technische Erweiterung der städtischen Kläranlagen um eine 4. Reinigungsstufe wäre kostenintensiv – allerdings winken derzeit noch Fördergelder in Höhe von 70 Prozent. Foto: Meyer

Macht eine so genannte „4. Reinigungsstufe“ für die Sassenberger Kläranlagen Sinn? Der Ortsverband von Bündnis 90 /  Die Grünen findet: „Ja!“ – und hat jetzt einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung gestellt, diese Möglichkeit zu prüfen. In seiner Sitzung am Dienstagabend beschäftigte sich der Betriebsausschuss mit dem Vorschlag der Grünen.

Zum Hintergrund: Eine 4. Reinigungsstufe soll vor allem Mikroschadstoffe eliminieren, die mancherorts großen Schaden für Pflanzen- und Tierwelt rund um die Gewässer anrichten. Zwar sei das Problem in Sassenberg nicht so dringlich wie in einigen anderen Kommune und es gebe auch noch keine entsprechenden Auflagen von übergeordneter Stelle, erläuterte Grünen-Vertreter Ulrich Robecke . Dennoch hält er den Vorschlag für überdenkenswert, zumal derzeit noch Fördergelder in Höhe von 70 Prozent der Investitionssumme winken. „Man tut gewaltig was für die Umwelt und macht sich auf lange Sicht unabhängig von möglichen Vorgaben der Bezirksregierung.“

Während die Kritiker eine derartige Investition als „vorauseilenden Gehorsam“ einstuften, erhielt Robecke Unterstützung von Wolf-Rüdiger Völler (CDU): „Die wichtigste Ressource, die wir als Mensch haben, ist Wasser. Man sollte das nicht von der Hand weisen.“

Noch hat die Verwaltung Zeit, den Sachverhalt zu prüfen: Will die Stadt auf die Fördergelder zurückgreifen, muss sie bis Ende kommenden Jahres einen entsprechenden Antrag gestellt haben.

Vor diesem Hintergrund schlug Bürgermeister Josef Uphoff vor, mit einem Fachbüro die technische Umsetzung sowie die Finanzierung des Projektes zu überprüfen und die aktuellen Zahlen und Erkenntnisse dann – rechtzeitig vor der Sommerpause 2018 – erneut dem zuständigen Betriebsausschuss zur Diskussion vorzulegen.

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