Kolpingsfamilie informiert sich über Luther
Wenn Luther Brücken schlägt

Sassenberg -

Für evangelische Christen steht das Jahr 2017 im Zeichen Martin Luthers. Allerdings begehen sie das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ nicht isoliert, sondern vielerorts gemeinsam mit katholischen Christen. Mitunter kommt es dadurch sogar zu echten Premieren.

Sonntag, 12.11.2017, 09:11 Uhr

Das Thema Reformation ist für evangelische und katholische Christen gleichermaßen von Bedeutung (v. l.): Pfarrer Michael Prien, Referentin Dr. Heike Plaß, Anton und Philipp Röhl (beide Kolpingsfamilie Sassenberg) hatten zum gemeinsamen Info-Abend und Austausch eingeladen.
Das Thema Reformation ist für evangelische und katholische Christen gleichermaßen von Bedeutung (v. l.): Pfarrer Michael Prien, Referentin Dr. Heike Plaß, Anton und Philipp Röhl (beide Kolpingsfamilie Sassenberg) hatten zum gemeinsamen Info-Abend und Austausch eingeladen. Foto: Christopher Irmler

So auch am Donnerstagabend, als Dr. Heike Plaß, Referentin der evangelischen Erwachsenenbildung, im evangelischen Gemeindehaus ein besonderes Publikum begrüßte: die Sassenberger Kolpingsfamilie. Anton Röhl hatte im vergangenen Jahr an einer Diözesanfachausschusssitzung teilgenommen, in deren Verlauf auch über den Stand der Ökumene diskutiert wurde. „Da kam uns schnell die Idee, dieses Thema – insbesondere die Reformation – aufzugreifen.“ Nach einem Telefonat mit Pfarrer Michael Prien war schnell klar, dass ein solcher Informationsabend im Interesse beider Konfessionen sei.

„Ich finde es schön, dass auch von der katholischen Gemeinde ein Interesse an einem Thema besteht, das die ‚benachbarte‘ Gemeinde in diesem Jahr so beschäftigt hat“, begrüßte Prien seine Gäste. „Für Luther war die Reformation etwas Existenzielles.“ Unter dem Titel „Da war doch nicht nur Luther – Ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Reformation“ referierte Dr. Plaß über die Zeit Luthers, seine Mitstreiter und die historischen Ereignisse rund um die Reformation. Es gehe darum, die Reformation kennenzulernen, ihre Hintergründe und den Zeitgeist besser verstehen zu können. „Ich habe noch nie vor einer Kolpingsfamilie referiert und freue mich nun umso mehr über diese Premiere. Ich möchte mich mit Ihnen auf eine Zeitreise begeben.“

Im Verlauf ging sie etwa der Frage nach, wie die Menschen vor 500 Jahren dachten, in welchen gesellschaftlichen Strukturen sie lebten. „Jeder hat schon von den 95 Thesen gehört. Aber was genau bedeuten sie?“ Abschließend schlug Dr. Plaß einen Bogen in die Gegenwart, verbunden mit der mitunter starken Kommerzialisierung des Jubiläums. Auch Prien hatte in diesem Zusammenhang kritische Worte gefunden. Die Luther-Playmobilfigur etwa sei ein Kassenschlager und bereits über eine Million Mal verkauft worden. „Man kann dieses Anliegen ernsthafter vertreten.“ So geschehen am Donnerstag, als sich die Christen beider Konfessionen interessiert austauschten und einen Perspektivwechsel wagten.

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