Sekundarschüler bauen Lounge-Sofa
Lust aufs Handwerk wecken

Sassenberg -

Im Technikraum der Sekundarschule riecht es nach Farbe. Akkubohrer zischen durch weiches Holz, nebenan kreischt die Säge. Konzentriert arbeiten Zweier- und Dreierteams routiniert an ihren Aufgaben: Aus massivem Holz bauen die Neuntklässler eigenständig Bänke und Tische zusammen – ansehnliche Lounge-Möbel für die Pausenhalle im ehemaligen Realschulgebäude, dem Haus zwei der Schule.

Samstag, 13.01.2018, 12:01 Uhr

Probesitzen auf dem Lounge-Sofa: Thomas Scheiwe und Frank Tischner von der Kreishandwerkerschaft, Stephanus Stritzke und Jürgen Schürenkamp von der Sekundarschule sowie dahinter die Handwerker Ben, Malte, Titus, Cederic, Paul, Daniel Tom, Ausbilder Jürgen Deckenbrock, Marvin und Alban.
Probesitzen auf dem Lounge-Sofa: Thomas Scheiwe und Frank Tischner von der Kreishandwerkerschaft, Stephanus Stritzke und Jürgen Schürenkamp von der Sekundarschule sowie dahinter die Handwerker Ben, Malte, Titus, Cederic, Paul, Daniel Tom, Ausbilder Jürgen Deckenbrock, Marvin und Alban. Foto: Ulrike von Brevern

„Kollegen haben schon gefragt, ob das das nächste Produkt unserer Schülerfirma wird“, erzählt der pädagogische Leiter Jürgen Schürenkamp. Da ist er allerdings noch nicht so ganz sicher, denn der Aufwand für die Möbelproduktion ist hoch – nicht nur finanziell, sondern auch fachlich und zeitlich. Möglich war das Projekt nur durch die intensive Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft und deren Förderverein. Am Donnerstag machten sich Hauptgeschäftsführer Frank Tischner und Thomas Scheiwe , Obermeister der Dachdeckerinnung und stellvertretender Kreishandwerksmeister, deshalb bei einem Werkstattbesuch auch ein eigenes Bild von der Arbeit.

Entstanden war die Idee für die Möblierung der Pausenhalle im Rahmen eines anderen hauseigenen Projekts, der „Freundlichen Schule“, erinnerte Schürenkamp. Die Lounge-Möbel werden für entspannte Pausen sorgen, sollen aber auch die Möglichkeit bieten, während der „Segel“-Stunden selbstständig zu lernen.

Allerdings war die Schule für den Eigenbau auf die Kreishandwerkerschaft angewiesen, machte Schulleiter Stephanus Stritzke deutlich. Sie entsandte mit Jürgen Deckenbrock einen Meister aus der überbetrieblichen Ausbildung in den Schulunterricht, der die praktische Umsetzung in den vergangenen Wochen angeleitet und begleitet hat. Die Schule hatte nur die Materialkosten zu tragen. „Wir wollen damit Begeisterung wecken, etwas mit den eigenen Händen zu machen“, begründete Tischner das Engagement bei dem Projekt, das im Rahmen der Berufsorientierung gefördert wurde. „Die anderen Schüler werden neidisch sein, wenn sie sehen was ihr geschafft habt. Ihr könnt stolz auf euch sein!“ Und gelernt haben die Jungs auch noch so einiges, das sie bei der üblichen Sperrholzvariante nie gelernt hätten, ist Schürenkamp überzeugt. Was ein Tischlerdreieck ist zum Beispiel, „Das haben wir auf die Teile gezeichnet, damit wir hinterher wissen, wie sie zusammenpassen“, erklärte Cederik. Auch den Sinn von Bohrschablonen haben sie begriffen. Und selbst wenn der Fachbegriff manchmal fehlt, so wussten doch alle Schüler nach dem Zusammenbau von drei Lounge-Bänken genau, wie ohne Geodreieck zu ermitteln ist, ob ein Rahmen vier rechte Winkel hat.

Für ein Berufspraktikum als Tischler hat sich zwar nur einer der Schüler interessiert, aber vom Handwerk sind sie inzwischen fast alle angetan. „Der Unterricht mit Herrn Deckenbrock ist viel praktischer als sonst. Das hat richtig Spaß gemacht“, sagte Marvin und die Teammitglieder nickten zustimmend. Deckenbrock gibt das Kompliment gerne zurück.

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