Bürgerwindpark: Weiterhin unsichere Rechtslage
Investoren müssen warten

Füchtorf -

Das Interesse der Bürger am Ortsausschuss in Füchtorf war am Montagabend groß. Das lag daran, dass das Thema Windkraft einmal mehr auf der Tagesordnung stand.

Mittwoch, 17.01.2018, 10:01 Uhr

In Füchtorf gibt es schon reichlich Windkraft. Trotzdem gibt es Bestrebungen seitens einiger Bürger, einen Bürgerwindpark in der Elve zu errichten, um dort in regenerative Energie zu investieren.
In Füchtorf gibt es schon reichlich Windkraft. Trotzdem gibt es Bestrebungen seitens einiger Bürger, einen Bürgerwindpark in der Elve zu errichten, um dort in regenerative Energie zu investieren. Foto: Ulrich Lieber

Etliche Füchtorfer haben sich nämlich zur „Füchtorf Bürgerwindpark GmbH“ zusammengeschlossen und wollen gemeinsam in Windanlagen investieren. Doch sie mussten am Ende der Sitzung ohne neue Erkenntnisse nach Hause gehen, da der Ortsausschuss das Thema aufgrund der noch unsicheren Rechtslage in die nächste Sitzung verschob.

Zuvor gab es aber dennoch eine interessante Diskussion um mögliche neue Bürgerwindparkanlagen. Bürgermeister Josef Uphoff teilte mit, dass es neben den Füchtorfern zum 1. November 2017 auch noch die „Regenerative Stromerzeugung Sassenberg GmbH&Co KG“ in der Gemarkung Dackmar einen Zuschlag erhalten habe. In Füchtorf handele es sich um die Firma „Prowind “, die auf vier Flächen in der Elve Windräder bauen möchte. Drei Analgen seien bereits konkret geplant.

Doch die Rechtslage ist noch immer nicht eindeutig, denn es ist nicht klar, ob es bei der Anpassungspflicht bleibt, die die vorherige Landesregierung beschlossen hatte. „Der Regionalrat muss entscheiden, wie er damit umgehen möchte. Nach jetziger Rechtslage gibt es zwei Zuschläge“, erklärte Uphoff. Damit aber Windräder gebaut werden dürfen, muss zuvor eine Artenschutzprüfung 1 erfolgen, ein Gutachten, das rund 60 000 Euro kostet. Sollte das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans fortgeführt und die Artenschutzprüfung beauftragt werden, dann sei bis zum Jahresende 2018 mit dem Ergebnis zu rechnen. „Die Antragsteller haben ein 54-monatiges Zeitfenster“, sagte Uphoff.

Die neuen Anlagen sollen deutlich größer werden und eine Nabenhöhe von 161 und eine Gesamthöhe von 240 Metern haben. Das ist selbst den Grünen zu viel, die sich immer für Windkraft einsetzen. „Nicht über 150 Meter, da machen wir nicht mit. Sonst kommt Repowering bei den bisherigen Anlagen“, bezog Georg Hartmann-Niemerg (Grüne) eindeutig Stellung.

Der Ausschussvorsitzende Franz-Josef Linnemann zeigte sich ein wenig verwundert: „Wir haben hier noch kein Planungsrecht. Die Menschen haben auf blauen Dunst investiert.“ Reinhard Ostholt (FWG) befürchtete, dass man sich von Prowind unter Druck setzen lasse. „Der aktuelle politische Wille liegt bei 800 Metern Abstand zur Wohnbebauung. Wenn es keine Anpassungspflicht gibt, dann ist auch keine Anlage möglich. 60 000 Euro sind viel Geld für ein Gutachten, deshalb sollten wir erstmal abwarten.“

Martin Tewes vom Bauverwaltungsamt machte auf einer Folie deutlich, dass bei einem 800-Meter-Radius tatsächlich nur noch in einer der vier Flächen überhaupt noch eine Möglichkeit bestehen würde. „Die grundsätzliche Stimmung im Rat war gegen einen weiteren Ausbau“, sagte Linnemann. Da noch nicht klar sei, ob man anpassen müsse, könne auch noch nicht über die Artenschutzprüfung 1 entschieden werden. Die Mitglieder des Ortsausschusses verständigten sich daher einstimmig darauf, den Punkt für die nächste Sitzung am 19. Februar wieder auf die Tagesordnung zu setzen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5430634?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F
Nachrichten-Ticker