Sassenberg: Wird Hesselstraße zur Fahrradstraße?
Vorrang für Radfahrer

Sassenberg -

Aufgrund der Verkehrssituation in der Hesselstraße haben die „Grünen“ den Antrag gestellt, diese als Fahrradstraße auszuweisen.

Donnerstag, 01.02.2018, 10:02 Uhr

Die Hesselstraße soll nach Wunsch der Grünen als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Auch die Situation zur Einfahrt am Jugendzentrum (rechts) wird als sehr kritisch gesehen.
Die Hesselstraße soll nach Wunsch der Grünen als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Auch die Situation zur Einfahrt am Jugendzentrum (rechts) wird als sehr kritisch gesehen. Foto: Ulrich Lieber

Die Bezeichnung ist ein wenig irreführend, denn es heißt nicht, dass dann nur noch Fahrräder hier fahren dürfen. Vielmehr geht es darum, dem Fahrradfahrer ein übergeordnetes Recht einzuräumen, das heißt, dass er Vorrang hat.

Die Grünen sehen in der Hesselstraße eine wichtige Verbindung zwischen den verschiedenen Teilen der Stadt. Schüler nutzen sie in beide Richtungen, um zur Schule zu kommen. „Auch Schüler, die mit dem Rad nach Warendorf fahren, treffen sich an der Ecke Hessel­straße/Lappenbrink, um dann gemeinsam über die Lange Wiese nach Warendorf zu fahren“, heißt es im Antrag der Grünen. Des Weiteren werde die Hesselstraße von Bürgern genutzt, die ihre täglichen Einkäufe erledigen, dazu komme der Berufsverkehr, denn die Hesselstraße sei auch eine beliebte innerstädtische Abkürzung.

Alle aufgeführten Punkte führen zu einem hohen Verkehrsaufkommen. „Durch die unübersichtliche Situation an der Einfahrt zum Einkaufszentrum, die Einfahrt zum Jugendzentrum und durch die Kurzzeitparker an der Post ist auf der Hesselstraße ein besonders hohes Unfallpotenzial, und es ist bereits zu vielen Beinahe-Unfällen gekommen“, begründen die Grünen ihren Antrag.

Bürgermeister Josef Uphoff gibt zu, dass sich die Stadt hier auf absolutem Neuland bewegt. „Wir warten auf eine erste Beurteilung durch das Straßenverkehrsamt.“ Denn eine Fahrradstraße dürfe wohl nicht überall angeordnet werden, und wenn, dann müsse sie vom Straßenverkehrsamt genehmigt werden. „Da fehlt uns die Erfahrung, aber ich könnte mir vorstellen, dass das auf dieser kurzen Strecke gut funktioniert“, ist Uphoff nicht abgeneigt.

Auf einer Fahrradstraße gelten andere Verkehrsregeln als auf normalen Straßen. Die Radfahrer sind immer bevorrechtigt, so dass sich die Autofahrer unterordnen müssen. Das bedeutet eine erhöhte Sicherheit für die Radfahrer, denn die Autos dürfen nur langsam – maximal Tempo 30 – fahren und müssen auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen. Was sonst ein Ärgernis ist, ist hier erlaubt, denn die Radfahrer dürfen nebeneinander fahren und sich dabei unterhalten. So bremsen sie Autofahrer schon von Vornherein aus. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) begrüßt die Einrichtung: „Fahrradstraßen erleichtern das Radfahren. Mit der Einrichtung wird das Fahrrad als ernst zu nehmendes Verkehrsmittel in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt.“ Auch die Kosten sind überschaubar, denn eine Realisierung ist lauf ADFC ohne großen Aufwand möglich. „Es ist lediglich eine Beschilderung mit VZ 244 nötig. Bauliche Änderungen sind im Regelfall nicht nötig, können aber ergänzend sinnvoll sein.“

„Die Einrichtung einer Fahrradstraße würde zudem ein starkes politisches Signal in Richtung Stärkung des Fahrradverkehrs in Sassenberg senden“, hofft Albert Schumacher darauf, dass der Antrag angenommen wird. Im Infrastrukturausschuss am 27. Februar soll darüber beraten werden, und bis dahin soll auch die Einschätzung des Straßenverkehrsamtes vorliegen.

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