Leserzahlen steigen steil an
Ab Oktober Lesefutter per „Onleihe“

Sassenberg -

Ein Jahr lang ist die Sassenberger Katholische Öffentliche Bücherei jetzt schon im Eingangsbereich des neuen Pfarrheims am Lappenbrink zu Hause. Zeit Bilanz zu ziehen: „Was die Leserzahlen angeht, hat uns der Umzug richtig gut getan“, strahlt Büchereileiterin Hiltraut Bergmann. Aber auch sonst liegt ein arbeitsreiches Jahr hinter ihr und ihrem Team.

Samstag, 11.08.2018, 06:19 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 11.08.2018, 06:19 Uhr
Sabine und Kira Pfeffer kennen sich als Stammkunden in der Bücherei selber sehr gut aus. Allen anderen helfen die Büchereimitarbeiterinnen wie Annette Hagedorn (oben rechts) oder auch die Leiterin Hildtraut Bergmann (kleines Foto) immer gerne weiter, genau das richtige für den eigenen Geschmack zu finden.
Sabine und Kira Pfeffer kennen sich als Stammkunden in der Bücherei selber sehr gut aus. Allen anderen helfen die Büchereimitarbeiterinnen wie Annette Hagedorn (oben rechts) oder auch die Leiterin Hildtraut Bergmann (kleines Foto) immer gerne weiter, genau das richtige für den eigenen Geschmack zu finden. Foto: Ulrike von Brevern

Die Bücherei hat ihr Verwaltungssystem umgestellt, so dass sie jetzt auch im Internet erreichbar ist. Ab Oktober soll es dann auch in Sassenberg und Füchtorf endlich möglich sein, Lesefutter per „Onleihe “ direkt auf Handy, Tablet oder Lesegerät zu laden.

„Eigentlich sind wir mit dem Umzug noch immer nicht ganz fertig“, schmunzelt Bergmann und schaut auf die sauber sortierten Buchreihen. Der Büchereiraum ist nicht sonderlich groß. Gerade darum bemüht sich das Team, die rund 4 000 Medien so auf die Regale zu verteilen, dass jede Zielgruppe die Ruhe hat, die sie braucht. Etwas zu experimentieren hat sich da bewährt.

Das Team ist stolz, dass es bei den Besucherzahlen jetzt wieder an alte Zeiten anknüpfen kann. „Die vier Jahre auf der Baustelle und in Provisorien haben uns geschadet“, bedauert Bergmann rückblickend, „Die Leserzahlen befanden sich im freien Fall. Aber mit dem Tag des Umzugs konnten wir sehen: Die Leser kommen zurück!“ Selbst in den Sommerferien gab es bislang keinen Delle. „Wir haben einen Superansturm“, freut sich die Büchereileiterin, obwohl es nicht einmal eine besondere Ferien-Leseaktion gibt.

Die musste ausfallen, da die Umstellung auf das neue Verwaltungssystem, das die Bücherei parallel seit Dezember auf den Weg gebracht hat, jede Menge Arbeit für die ehrenamtlichen Mitarbeiter bedeutete. Die einzige schlechte Nachricht vorweg: Wer seine Bücher gerne deutlich nach Ende der Ausleihfrist zurückgibt, für den wird es künftig teurer. Säumnisgebühren werden jetzt automatisch ermittelt und damit auch tatsächlich fällig. Bislang hat die Bücherei da ein Auge zugedrückt. „Aber die meisten unserer Leser finden die Gebühr nur fair“, hat Bergmann schon beobachtet.

Und die Vorteile des neuen Systems überwiegen: So hat sich die Ausleihfrist auf vier Wochen verlängert. Wenn die Zeit fehlt, in die Bücherei zu kommen, kann online verlängert werden, dass ist gerade bei Zeitschriften mit ihrer kurzen Leihzeit praktisch. Außerdem kann jeder registrierte Leser auf der entsprechenden „OPAC“-Seite im Internet recherchieren, welche Bücher, CDs oder Zeitschriften in Sassenberg und Füchtorf auszuleihen sind, und sie vorbestellen. „Für den Computer sind wir jetzt eine große Bücherei“, erklärt Bergmann, auch wenn beide Teile weiter wie gewohnt getrennt organisiert bleiben.

Trotz der erweiterten Dienstleistung bleibt die Bücherei kostenlos, betont die Büchereileiterin ausdrücklich. Wer allerdings ab Herbst auch das neue Onleihe-System nutzen möchte, muss dafür eine moderate Jahresgebühr bezahlen. Das Büchereiteam ist froh, dass die Pfarrgemeinde dem etwas kostspieligeren Projekt ohne Bedenken zugestimmt hat. An den Kosten sollen allerdings nur diejenigen beteiligt werden, die es auch nutzen.

Großspender von Stadt über Parteien bis zur Sparkasse und zahlreiche Kleinspender haben das „Einstandsgeschenk“ für die Onleihe-Bibliothek möglich gemacht, mit dem sich die Büchereien in das System einkaufen müssen. Dafür stehen Leseratten dann insgesamt noch einmal 9 000 zusätzliche Medien aus dem Bibliothekenverbund im Netz zur Verfügung. Bergmann selber freut sich schon darauf, viele neue Hörbücher zu entdecken.

 

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