„MUK‘s Klamottenkiste“ in Sassenberg
Das ist wirklich harte Arbeit

SAssenberg -

„In der Umgebung hat niemand eine größere Kleiderkammer und darauf sind wir auch stolz!“, erzählt Regina Pelster, Leiterin von „MUK‘s Klamottenkiste“ gleich bei der Begrüßung in den Räumen an der Von-Nagel-Straße.

Samstag, 12.01.2019, 05:00 Uhr
Der unscheinbare Eingang (kleines Bild) lässt kaum vermuten wie großzügig die Klamottenkiste wirklich ist. In der hell und freundlich gestaltet Kassenzone falten Regina Pelster, Emma Schmidt und Bärbel Schäfer gespendete Waren zusammen.
Der unscheinbare Eingang (kleines Bild) lässt kaum vermuten wie großzügig die Klamottenkiste wirklich ist. In der hell und freundlich gestaltet Kassenzone falten Regina Pelster, Emma Schmidt und Bärbel Schäfer gespendete Waren zusammen. Foto: Ulrike von Brevern

Nach der Erweiterung vor rund zwei Jahren kann sich die Einrichtung inzwischen auf gut 150 Quadratmetern ausbreiten. Und das ist gut so, denn obwohl an diesem Tag wegen der Ferien geschlossen ist, klopfen in regelmäßigem Abstand Kleiderspender an die Tür.

An modischer Ware mangelt es nicht, und ebenso wenig an Kunden, die auch aus dem ganzen Umkreis kommen, berichtet Pelster. Durchschnittlich 30 Menschen schauen sich jeweils während der Öffnungszeit am Dienstag und Freitag in der Klamottenkiste um und dann könne es schon eng werden zwischen den Regalen und Kleiderständern.

MUK‘s Klamottenkiste ist neben der „Kinderinsel“ eines der beiden Standbeine des Vereins Mutter-Kind-Hilfe. Bedürftige sollen sich hier mit Bekleidung versorgen können - Große ebenso wie Kleine. Von 50 Cent für einen Babybody bis zu sechs Euro für ein Partykleid reichen die Preise. Nach einer Berechtigung wird nicht gefragt, bei offensichtlichem Missbrauch allerdings kennen die ehrenamtlichen Helferinnen kein Pardon. Notfalls gibt es Hausverbot „Wir haben unsere Ware schon mal im Internet gefunden“, erzählt Pelster. Aber das haben sie schnell abgestellt.

Bis auf einen „Mann fürs Grobe“ ist die gesamte 16-köpfige Belegschaft weiblich und sie arbeitet ausschließlich ehrenamtlich, das ist Pelster ganz wichtig zu betonen. „Dabei ist das hier wirklich harte Arbeit“, sagt sie. Säcke mit Kleidung werden ausgepackt, aussortiert und wieder verpackt. Gelegentlich sind Handschuhe notwendig, wenn Spenden zu verdreckt sind. „Aber wir haben auch sehr viel Spaß hier“, ergänzt Roswitha Reimann schnell und das können die Teamkolleginnen nur gut gelaunt bestätigen.

Gebrauchte Kleider weiterzugeben ist die wichtigste Aufgabe, aber auch Spielzeug, Koffer, Bettwäsche und manch andere Second-Hand-Artikel sind zu finden – nur Elektroartikel gibt es hier nicht. Und auch Kindersitze, Maxi-Cosis und Fahrradhelme mussten aus dem Programm genommen werden. Die Sicherheitsauflagen waren dem Verein zu hoch, das damit verbundene Risiko konnte der Vorstand nicht mehr tragen.

Bedürftige in der Ukraine oder der „Kleine Prinz“ kommen in den Genuss von Aussortiertem und Ladenhütern. Auch die Kolpingsammlung profitiert. Viel Gewinn wird aus dem Verkauf nicht gemacht, schließlich müssen Betriebskosten und bei Verschmutzem und Lumpen leider auch Entsorgungskosten getragen werden. Doch mit dem, was überbleibt, unterstützt der Verein Mütter in Notlagen. Zum Beispiel wenn wegen Trennung oder Sucht dringend eine Tagesmutter finanziert werden muss.

In Sassenberg ist das Team seit langer Zeit sehr stabil, beim jüngeren Ableger, dem „Kleinen MUK“ in Füchtorf allerdings werden noch dringend Helfer gesucht.

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