Anerkennungsurkunde für urgewald-Stiftung
„Wir sind mächtig stolz“

Sassenberg/Münster -

Freude und Stolz waren den Mitarbeitern der Sassenberger Umweltorganisation „urgewald“ sowie den erschienenen Gründungsstiftern ins Gesicht geschrieben.

Montag, 28.01.2019, 17:48 Uhr
Mitarbeiter von urgewald sowie neun der 23 Gründungsstifter nahmen an der kleinen Feier bei der Bezirksregierung teil.
Mitarbeiter von urgewald sowie neun der 23 Gründungsstifter nahmen an der kleinen Feier bei der Bezirksregierung teil. Foto: Ulrich Lieber

Am Montagnachmittag waren sie zu Gast bei der Bezirksregierung Münster und nahmen die Anerkennungsurkunde für die neue urgewald-Stiftung entgegen, die ihnen Regierungspräsidentin Dorothee Feller überreichte. „Wir finden Stiftungen klasse“, freute sich Dorothee Feller über die 649. Stiftung auf Bezirksebene.

Mit dabei waren neun Stifter. „Wir sind mächtig stolz und glücklich, dass die Stiftung nach rund einem Jahr Vorarbeit nun ihren Betrieb aufnehmen kann“, sagte Andrea Soth , Geschäftsführerin Finanzen bei urgewald, und nun auch im Vorstand der Stiftung und selbst Gründungsstifterin. „Besonders haben wir uns über die Unterstützung von insgesamt 23 Gründungsstiftern gefreut, die der Stiftung zu einem starken Start verhelfen.“

„Wir wollen ein sicherer Arbeitgeber sein“, machte Hedwig Tarner vom Vorstand urgewald deutlich, dass die Stiftung ein Weg sei, um auch für die 19 Mitarbeiter der Umweltorganisation die finanzielle Zukunft zu gewährleisten. Sie ist genau wie Andrea Soth nun im Vorstand der Stiftung und selbst auch Gründungsstifterin.

Zweck der neuen Stiftung ist die langfristige Unterstützung der Umwelt- und Menschenrechtsarbeit des gemeinnützigen Vereins urgewald, organisatorisch ist sie unabhängig. „Wir möchten noch viele weitere Stifter von dem besonders sinnvollen Engagement überzeugen“, sagte Soth. „Mit weiterem Wachstum können wir urgewald auch in Zukunft finanziell krisenfest machen und neue, visionäre Kampagnen zum Erfolg bringen.“

Stifterin Melani Lauven aus Köln ergänzte: „Geld ist ein wichtiger Faktor in dieser Welt, und wenn wir wollen, dass es in die richtigen Kanäle fließt, müssen wir sicherstellen, dass die Arbeit von urgewald langfristig finanziell sicher und planbar ist.“

Ein besonderer Dank ging an Jochen Schiel, der sich um die Satzung der Stiftung gekümmert hat. „Ohne Dich wären wir noch nicht hier“, meinte Andrea Soth. Schiel gab das Kompliment aber gleich an Alexa Große-Heidermann, Sachbearbeiterin der Bezirksregierung, weiter. „Es ist nicht überall so schön wie in Münster. Das hatte hier kein Behördenfeeling“, lobte er die gute Zusammenarbeit und überreichte als Dankeschön einen Blumenstrauß.

urgewald hat sich für die Variante der Hybridstiftung entschieden: Neben dem „ewigen Kapitalstock“, der den dauerhaften Bestand sichern und Erträge für die Verwaltung der Stiftung erwirtschaften soll, gibt es einen zweiten Topf, dessen Kapital verbraucht wird und so direkt die Umwelt- und Menschenrechtsarbeit des Vereins urgewald unterstützt. Dank der 23 Gründungsstifter kann die urgewald-Stiftung mit einem Ewigkeitsstock in Höhe von 100 000 Euro und einem Verbrauchsvermögen in Höhe von 191 500 Euro starten.

„Mit der Stiftung haben Menschen, denen die Umwelt- und Menschenrechtsarbeit am Herzen liegt, eine interessante neue Variante uns zu unterstützen“, sagte Soth. Neben Einzelspenden und monatlichen Beiträgen für den Verein urgewald bietet die Stiftung für größere Summen oder Vermächtnisse eine Möglichkeit, besonders langfristig und nachhaltig zu fördern.

Die Stiftung folgt den bereits vom Verein urgewald gelebten Ethik- und Transparenzregeln. Für die Geldanlage gibt es klare Positiv- und Ausschlusskriterien – ausgeschlossen sind unter anderem Anlagen in den Bereichen Gentechnik, Erdöl/Erdgas/Bergbau und Rüstung. Stattdessen sollen die Erträge in Bereichen wie Nachhaltige Mobilität, Ökologisches Bauen oder Naturkost erwirtschaftet werden. „Als Organisation mit Fokus auf die Finanzwirtschaft wollen wir natürlich auch mit der eigenen Geldanlage ein Zeichen für ein ethisches Finanzsystem setzen“, sagte Soth.

Die neue Stiftung hat sich mit folgenden Worten ins Stiftungsbuch der Bezirksregierung eingetragen: „Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen.“ (Dalai Lama). Das möchten wir ergänzen mit: „Und heute gründen wir gemeinsam die urgewald-Stiftung.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6354251?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F
Starker Anstieg der Mäusepopulation im Münsterland
Rötelmäuse wie diese übertragen das Hantavirus.
Nachrichten-Ticker