Milchentdeckertour in der Grundschule Füchtorf
Selbst gemacht schmeckt echt lecker

Füchtorf -

Die Kinder der 3b durften am Mittwochvormittag nicht in die Pause gehen. Das war aber wohl das einzige, um das sie die anderen Kinder der Füchtorfer Grundschule nicht beneideten.

Donnerstag, 07.02.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 16:24 Uhr
Gar nicht so einfach: Das Wickeln gehörte für Ben und seine Gruppen-Kollegen zu den schwierigsten Aufgaben beim Wrap-Bereiten.
Gar nicht so einfach: Das Wickeln gehörte für Ben und seine Gruppen-Kollegen zu den schwierigsten Aufgaben beim Wrap-Bereiten. Foto: Ulrike von Brevern

Die Milchentdeckertour NRW, unterstützt vom Landwirtschaftsministerium , machte Station an der Wilhelm Emanuel von Ketteler-Schule und für die 3b bedeutete das zwei Stunden lang zu kochen und zu schlemmen statt zu büffeln.

Amerikanische Wraps, Spanischer Milchreis und indisches Trauben-Birnen-Lassi mit Obstspießen standen auf den Rezeptkarten, die das Kochteam aus Köln zusammen mit seiner mobilen Küche eingeflogen hatte. Damit wurde das Klassenzimmer ruck zuck zur großen Küche. In drei Gruppen machten sich die 25 Kinder mit Feuereifer über Gemüseputzen und Obstschneiden her.

Zunächst allerdings gab Landfrau Marita Horstmann , die geholfen hatte, die Entdeckertour nach Füchtorf zu lotsten, Sicherheits- und Hygienehinweise. „Ihr habt ja sicher alle eure Hände gewaschen!“ – Uupps, erwischt! „Hände sind in der Küche Werkzeuge, und Werkzeuge müssen sauber sein“, mahnte sie. Pfannen sind heiß, da heißt es aufpassen, und Messer sind scharf, da kommt es auf die richtige Technik an. Den „Tunnelgriff“ zum Beispiel, demonstrierte die Fachfrau. Haare muss man wegbinden, Schürzen an und los.

Halt. Ausgiebiges Probieren war in diesem Fall ausdrücklich erlaubt. „Das müssen wir beim Kochen ganz oft, sonst weiß man ja gar nicht wie es wird.“ Allerdings bitte nicht mit dem Finger, sondern der „Chefkochprobe“ – per Löffel eben.

Für Klassen- und Schulleiterin Marlies Buresch passt das Angebot der Entdeckertour gut ins Schulkonzept. Das Zusammenspiel von Bildung und Gesundheit bilden einen Schwerpunkt. Regelmäßig kommt Marita Horstmann zum Beispiel auch für Veranstaltungen im Rahmen der „Klasse 2000“ ins Haus. Darum kennt sie die Kinder schon.

Im Vergleich zu Gleichaltringen bringen die Füchtorfer Kinder viel Vorwissen mit, beobachtet Horstmann. Vor allem beim praktischen Hantieren. „Stabmixer, Pfannen, Messer, Reiben – natürlich ist das gefährlich, was wir hier machen – aber wer nie aufs Fahrrad gelassen wird, lernt auch nie fahren“, sagte sie. Dennoch war sie froh, dass in dieser Klasse die Box mit den Pflastern in der Tasche bleiben durfte.

Dabei hilft strukturiertes Vorgehen. „Halt, der Schneebesen muss erst aus dem Topf, ehe der Mixer reinkommt“, nahm Veranstaltungshelfer Malte Rachow überschäumendes Tempo aus dem Lassi-Mixen. Dhiya war vorgewarnt, als sie mit der großen Reibe auf die kleine Zitrone losging, um die Schale für den exotischen Geschmack des Spanischen Milchreis zu gewinnen.

Und Ben und Oliver kannten sich ohnehin mit dem Möhrenschälen schon aus. „Ich mach das auch selber, wenn ich eine mit zur Schule nehme“, verkündete Ben stolz.

Am Ende stand der gemeinsame Genuss. Und auch das gehört zum Lerninhalt, erklärte Horstmann, denn dass gemeinsam gegessen wird, erlebten Kinder oft viel zu selten. Und noch entscheidender: Was selbst gemacht ist, schmeckt auch besonders lecker, stellte die 3b fest. Gut, dass die Rezepte in der Schule bleiben. So können die übrigen Füchtorfer Grundschulkinder bei Gelegenheit die Erfahrung nachmachen.

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