Falsch befüllte Gelbe Säcke
Kein Ort für Windeln und Batterien

Sassenberg -

So mancher Sassenberger hat in den letzten Tagen einen roten Aufkleber auf seinem Müllsack gefunden: „Dieser Wertstoffsack ist fehlbefüllt. Bitte nachsortieren.“, ist darauf zu lesen. Die Zahlen, die Boris Ziegler, Leiter Unternehmenskommunikation beim Entsorgungsunternehmen Tönsmeier, präsentiert, lassen nachdenklich werden: Selbst in ländlichen Bereichen sind die Gelben Säcke noch bis zu 30 bis 40 Prozent falsch befüllt – auf den Kosten für die spezielle Entsorgung bleibt das Unternehmen sitzen.

Donnerstag, 14.02.2019, 06:00 Uhr
In diesen Müllsack haben sich unter die Verpackungsmaterialien im Rahmen des Dualen Systems auch andere Abfälle geschummelt. Wenn die Müllwerker das sehen, gibt‘s die „Rote Karte“ – denn auf den zusätzlichen Kosten für die Entsorgung bleibt das beauftragte Unternehmen sonst sitzen.
In diesen Müllsack haben sich unter die Verpackungsmaterialien im Rahmen des Dualen Systems auch andere Abfälle geschummelt. Wenn die Müllwerker das sehen, gibt‘s die „Rote Karte“ – denn auf den zusätzlichen Kosten für die Entsorgung bleibt das beauftragte Unternehmen sonst sitzen. Foto: Ulrike von Brevern

Halbe Hähnchen, Windeln, Autobatterien? „Uns ist nichts Menschliches fremd“, kommentiert Boris Ziegler , Leiter Unternehmenskommunikation beim Entsorgungsunternehmen Tönsmeier. „In den Gelben Säcken finden sie alles, was sie sich vorstellen können – und noch Vieles darüber hinaus!“

Anlass für den WN-Anruf bei dem in Porta Westfalica ansässigen Unternehmen: Vermehrt waren in Sassenberg in der vergangenen Zeit Müllsäcke am Straßenrand zurückgeblieben. Die verärgerten Bürger fanden darauf leuchtend rote Aufkleber mit der Info: „Dieser Wertstoffsack ist fehlbefüllt. Bitte nachsortieren.“

Zwar ist die Stadt Sassenberg nicht zuständig für die Entsorgung, sondern diese läuft über das „Duale System“. Dennoch kann Thomas Venhaus von der Stadtverwaltung die „Bürgerschelte“ durchaus nachvollziehen: „Fakt ist: In die Gelben Säcke gehören wirklich nur Verpackungsabfälle“, bestätigt er. „Weder Kinderspielzeug noch ausgediente Küchengerätschaften, auch wenn diese aus Kunststoff sind. Da müssen die Betroffenen wohl oder übel neu sortieren und die falschen Abfälle in die schwarze Tonne entsorgen.“

Wie groß der wirtschaftliche Schaden durch die Fehlbefüllung für das Entsorgungsunternehmen tatsächlich ist, kann Ziegler anhand von Zahlen belegen: „Eigentlich haben wir hier im ländlichen Raum ein vergleichsweise gutes Abfallverhalten“, berichtet der Pressesprecher. „Dennoch sind es auch hier immer noch 30 bis 40 Prozent, die nicht in den Gelben Sacke gehören. Sie glauben gar nicht, was am Ende alles bei uns in der Sortieranlage landet! Das sind Dinge, die wir dann auf eigene Kosten beseitigen müssen.“

Die vielen Fehleinwürfe seien nicht zuletzt der Grund dafür, warum die Säcke schnell reißen und verhältnismäßig transparent sind. Zum einen sollen die Kunden so dazu erzogen werden, die schwere Autobatterie eben nicht in den Sack zu werfen. Zum anderen sollen sich die Müllwerker bei ihren Touren schnell ein Bild davon machen können, was sich alles unter dem Verpackungsmaterial verbirgt.

„Und wenn das der Fall ist“, so Ziegler, „gibt‘s eben einen roten Aufkleber.“ Er weist noch einmal deutlich darauf hin, dass auf den Gelben Säcken genau nachzulesen ist, was hineingehört – und was eben nicht. Sein Tipp: „Wer sich nicht sicher ist, der kann sich bei einer kostenlosen Hotline des Dualen Systems informieren.“

 

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