Vortrag über den Islam
Plädoyer für sensiblen Dialog

Sassenberg -

Wenn sie tief genug graben, finden Christen und Moslems gemeinsame Wurzeln. Aber es gibt auch viel Trennendes, vor allem in Zeiten, in denen der Islam oft in seiner radikalsten Form an die Öffentlichkeit tritt. KFD-Diözesanpräses Gerhad Theben aus Münster versuchte am Donnerstagabend, den Teilnehmern der KFD-Veranstaltung in Sassenberg die Religion näher zu bringen.

Samstag, 16.03.2019, 08:00 Uhr
Gestenreich berichtete der kfd-Diözesanpräses Gerhard Theben aus Münster über die kostbaren Seiten des Islam. Seinem kurzweiligen Vortrag folgte eine teilweise kontroverse Diskussion.
Gestenreich berichtete der kfd-Diözesanpräses Gerhard Theben aus Münster über die kostbaren Seiten des Islam. Seinem kurzweiligen Vortrag folgte eine teilweise kontroverse Diskussion. Foto: Ulrike von Brevern

Wenn Christen und Anhänger des Islam beim Thema Religion gemeinsam tief genug graben, werden sie feststellen, dass ihr Gott ein und derselbe ist. Von dieser These zeigte sich der KFD-Diözesanpräses Gerhard Theben aus Münster bei seinem Vortrag über den Islam vor der Frauengemeinschaft und weiteren Gästen im katholischen Pfarrheim überzeugt. Dennoch: Das Gottesbild sei absolut nicht das gleiche, gab der Theologe bei der anschließenden, streckenweise sehr kontroversen Diskussion zu.

Er wolle Mut machen, mit Offenheit auf die andere Religionen zuzugehen, fasste Theben die Zielrichtung seines kurzweiligen Vortrages zusammen. „Ich möchte ihnen die schönen und kostbaren Seiten des Islams näherbringen“. Dafür berichtete er unter anderem über teils gemeinsame, teils sich ergänzende Vorstellungen vom Paradies. Er verwies auf das Angelusläutens, mit dem die Pfarrkirchen dreimal am Tag zum Angelusgebet rufen. Es sei erst entstanden, als sich die Kreuzritter von den alltäglichen Gebetsriten im Orient beeindrucken ließen, „und es hindert sie niemand zu beten, wenn das Glöcks­ken läutet“, erinnerte Theben. Sensibel geführt sei ein religiöser Dialog zwischen Christen und Moslems auch heute möglich.

Der Theologe zog eine scharfe Grenze zwischen dem Islam als Religion und seiner radikalen Form als Islamismus. „Beim Islamismus gehen ihnen zu Recht alle roten Warnlampen an.“ In Deutschland müsse die Religionsausübung auf dem Boden des Grundgesetzes geschehen. In der gut halbstündigen Diskussion, die besonders von zwei Zuhörern herausgefordert wurde, geriet die Trennung weniger scharf und rutschte zeitweise in Argumentationsmuster aus dem rechten politischen Spek­trum ab.

Bei den anderen Anwesenden fruchteten diese Ängste allerdings nicht. Sie berichteten im gegenzug von eigenen Erfahrungen mit gelebter Integration und setzen auf religiöse Bildung als Mittel gegen einen radikalisierten Islam.

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