Sassenberger Stimmen zur Europawahl
Grüne überwältigt – Beteiligung freut alle

Sassenberg -

„Ich bin überwältigt“, brachte es Parteisprecher Norbert Westbrink gestern auf den Punkt. Über 20 Prozent haben die Grünen in Sassenberg eingefahren, dass sind genau 1342 Wähler. Und das ist um so erstaunlicher, da Bündnis90/Die Grünen in Sassenberg gerade mal neun Mitglieder haben. Genau das soll und muss sich ändern, unterstrich der 52-Jährige in der gestrigen Wahlnachlese im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten: „Wir brauchen junge Leute, die sich einbringen und mitmachen.“ Wer möchte, kann sich auf der Homepage der Sassenberger Grünen informieren und zum Beispiel über Facebook Kontakt aufnehmen.

Montag, 27.05.2019, 18:43 Uhr aktualisiert: 27.05.2019, 18:50 Uhr
Sassenberger Stimmen zur Europawahl: Grüne überwältigt – Beteiligung freut alle
Foto: Jürgen Christ

Darin, die Jugend wieder für sich zu gewinnen, sieht auch die CDU die große Herausforderung mit Blick auf die Kommunalwahl 2020. „Wir müssen die jungen Menschen besser in unsere Entscheidungsprozesse mit einbinden“, erläuterte Werner Berheide , stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU. Bei minus 13,25 Prozentpunkten im Vergleich zur Europawahl 2014 wollte Berheide nicht von einem Erdrutsch sprechen, räumte aber ein, „dass die CDU ordentlich Federn gelassen hat“.

Fast zweistellig ist der Verlust der SPD. Das ärgert den Fraktionsvorsitzenden Michael Franke zwar, aber ihn freute es, dass die abgewanderten Stimmen in der Regel anderen demokratischen Parteien zugeflossen sind. Franke wollte die Zahlen so nicht auf die kommunale Ebene übertragen wissen. Bei der Kommunalwahl würden Köpfe gewählt, die man für fähig halte, zeigte er sich für 2020 optimistisch.

FDP-Fraktionsvorsitzender Johannes Philipper findet das Abschneiden der Liberalen vor Ort grundsätzlich gut, da das Ergebnis seine Partei damit über dem Bundesdurchschnitt liege. Den Grund für das extrem gute Abschneiden der Grünen sieht Philipper darin, dass das Thema Nachhaltigkeit in den Tagen vor der Europawahl eine zunehmend größere Rolle gespielt habe. Bei der Europawahl in Sassenberg eine untergeordnete Rolle spielten die Freien Wähler: sie bekamen 70 Stimmen (ungefähr ein Prozent).

Im Vorfeld schon gewählt hatten auch rund 300 Sassenberger Sekundarschüler. Das Reglement des bundesweiten politischen Bildungsprojektes „Juniorwahl“ schreibt vor, dass die Ergebnisse nicht vor Schließung der Wahllokale bekannt gegeben werden dürfen. Die Acht-, Neun- und Zehnklässler haben jeweils 17,5 ihrer Stimmen auf die CDU und SPD verteilt. 16,7 Prozent wählten die Grünen. Einen Ausreißer nach oben gibt es auch: genau 20 Prozent der Jungen und Mädchen wählten die AfD. Hier, so Schulleiterin Elisabeth Suer, müsse man sich auf Ursachen-Suche begeben. Suer betont, dass sie ihre Schülerschaft so nicht kennengelernt habe, sondern als „freundliche wertschätzende Gemeinschaft“. Suer freute sich, dass sich alle Schüler an der Wahl beteiligt haben und nur zwei Stimmen ungültig waren. Auch bei der richtigen Europawahl gab es nur wenige ungültige Stimmen, und die Fraktionsvorsitzenden waren sich alle einig: die hohe Wahlbeteiligung ist ein großer Gewinn für die Demokratie und alle engagierten Politiker.

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