Unterricht zum Anfassen
Waldschule rollt an den Knapp

Sassenberg -

„Gibt es hier WLAN?“, lautete Calvins erste Frage nach dem sich die Fünftklässler im kleinen Wäldchen Am Knapp um Martin Sievers geschart hatten. An zwei Tagen hatte der Geschäftsführer der Kreisjägerschaft hier wieder seine Rollende Waldschule aufgebaut, um Schülern der Sekundarschule das Leben im, vom und mit dem Wald näher zu bringen.

Mittwoch, 12.06.2019, 05:19 Uhr aktualisiert: 17.06.2019, 17:10 Uhr
Martin Sievers hatte in seiner Rollend Waldschule genug Anschauungsmaterial mitgebracht, damit Mariam, Melissa, Jordan Sejjad, Lina und Leonie Wald „begreifen“ konnten.
Martin Sievers hatte in seiner Rollend Waldschule genug Anschauungsmaterial mitgebracht, damit Mariam, Melissa, Jordan Sejjad, Lina und Leonie Wald „begreifen“ konnten. Foto: Ulrike von Brevern

An einem Tag war es glühend heiß, am anderen kamen die Kinder warm eingepackt und mussten hin und wieder etwas Nieselregen über sich ergehen lassen. „Aber bei uns im Wald“, so erklärte Sievers gelassen, „bemerkt man von beidem nicht ganz so viel“.

Schon, dass der Jäger sein Handy tatsächlich nur zum Telefonieren nutzen kann und darum auch gar kein WLAN braucht, stieß bei den Vertretern der Smartphone-Generation zunächst auf komplettes Unverständnis. Doch schnell hatte Sievers sie überzeugt, sich ernsthaft auf das Thema Wald einzulassen. Dabei konnte er bei den Sassenberger Kindern bereits auf einiges Vorwissen aus den beiden Modulen in der Grundschule zurückgreifen. Für die Füchtorfer und Beelener Kinder war das Konzept rund um das beliebte „Waldsofa“ dagegen vollkommen neu.

Die Aufgaben des Waldes als Erholungsfaktor, als Heimat der Tiere, aber auch als Sauerstofflieferant, Wasserspeicher und Rohstoffträger besprach der Jäger mit seinen Schützlingen.

Anschließend ging es auf Tuchfühlung: Welches sind die wichtigsten Baumarten und wie sehen ihre Rinde, Blätter und Früchte aus? Diese Fragen konnten sich die Jungen und Mädchen ganz praktisch erschließen und das neue Wissen in Kleingruppen bei der Baumbestimmung direkt anwenden. Denn am wichtigsten ist dem leidenschaftlichen Waldpädagogen das Begreifen im Wortsinn. „Sie müssen etwas in die Finger kriegen, es ist wichtig, dass du das spüren kannst“, lautete sein Grundsatz.

Fehlen durfte zum Abschluss der interessanten dreistündigen Unterrichtseinheit natürlich auf keinen Fall der Blick in den geheimnisvollen Anhänger der Rollenden Waldschule, in dem Sievers inzwischen über hundert Präparate heimischer Tiere gesammelt hat.

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