Gefährliche Eichenprozessionsspinner
Haarige Tierchen nicht selbst bekämpfen

Sassenberg -

Die alte sprichwörtliche Empfehlung „Vor Eichen sollst Du weichen“ ist bekannt als Warnung vor Blitzschlag bei Gewittern. Viel mehr Sinn macht sie jedoch derzeit als mahnender Hinweis auf die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Die Lage in Sassenberg ist nicht dramatisch, aber täglich kommen im Rathaus neue Meldungen rein – immer mehr Bäume im Innenstadtbereich sind befallen.

Donnerstag, 13.06.2019, 04:17 Uhr aktualisiert: 13.06.2019, 15:02 Uhr
Die Tiere sehen so harmlos aus. Doch die Raupe des Eichenprozessionsspinners ist hoch giftig und kann bei Menschen gefährliche Allergien auslösen.
Die Tiere sehen so harmlos aus. Doch die Raupe des Eichenprozessionsspinners ist hoch giftig und kann bei Menschen gefährliche Allergien auslösen. Foto: Michèle Waßmann

„Wir haben eine Prioritätenliste, die ständig aktualisiert wird“, erläutert Bürgermeister Josef Uphoff und lobt im gleichen Atemzug Ordnungsamt und Bauhofmitarbeiter. Die sind mit zwei Leuten fast den ganzen Tag wegen der kleinen haarigen Tierchen im Einsatz. Es werden Warnschilder aufgestellt und bei Bedarf auch großräumig abgesperrt. Da Fachfirmen, die die Nester absaugen und ordnungsgemäß vernichten, zur Zeit stark ausgelastet sind, kommt es zu Wartezeiten. Daher werden die Bauhof-Mitarbeiter erst einmal mit Klarlack tätig. Das soll das Verpuppen der Raupen und eine weitere Verbreitung am Baum verhindern.

„Wenn wirklich Not am Mann ist“, kommen die Fachleute aber auch kurzfristig am Wochenende raus. Kurz vor Pfingsten wurde an der Johannesschule ein großes Nest entdeckt und da die Musikschau anstand, wollte Ordnungsamtsleiter Martin Lüffe kein Risiko eingehen. Nach intensivem Bitten rückte die Firma Angelkort aus Ascheberg an, saugte das Nest ab und die Sassenberger und ihre Gäste konnten unbesorgt feiern.

Lüffe bittet die Sassenberger Bürger, die Eichenspinner nicht selbst zu bekämpfen. Zu hoch sei die Gefahr, dass zum Beispiel beim Verbrennen die Härchen durch die Luft fliegen. Auch der Bürgermeister bittet um Vorsicht und Verständnis. Je nach Priorität würden die Nester nach und nach abgesaugt. Zuerst an Kindergärten, Schulen und öffentlichen Plätzen. Dann im gesamten Innenstadtbereich und später in den weniger frequentierten Außenbereichen.

Die Tiere sehen so harmlos aus. Doch die Raupe des Eichenprozessionsspinner-Schmetterlings ist hoch giftig und kann bei Menschen gefährliche Allergien auslösen. Im dritten Larvenstadium bilden die Tiere ihre Brennhaare aus. Die mit Widerhaken versehenen Härchen enthalten ein Nesselgift, das eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auslöst. Berührt man sie, kommt es zu einer allergischen Reaktion in Form von starkem Juckreiz und Entzündungen der betroffenen Stellen. Atmet man die Brennhaare ein, kann es zu Atemnot und Asthma-Anfällen kommen. Zudem „überleben“ die Härchen bis zu fünf Jahr am Holz, so dass auch beim Sägen und Hacken Vorsicht geboten ist.

Lüffe bittet auch Hundebesitzer um Vorsicht, da die Brennhaare auch Tieren schaden können. In betroffenen Bereichen seien Warnschilder aufgestellt worden. Bäume, auf denen Nester gesichtet wurden, sind mit einem roten Punkt markiert.

Neben der Gefahr, die von den Tierchen ausgeht, richten sie auch einen finanziellen Schaden an. „Ich bin nicht sicher, ob wir mit einem vierstelligen Bereich auskommen“, kalkuliert Bürgermeister Josef Uphoff.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6684996?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F
Mordkommission ermittelt nach Leichenfund in Brunnenschacht
Sohn unter Verdacht: Mordkommission ermittelt nach Leichenfund in Brunnenschacht
Nachrichten-Ticker