Hanna Strotmeier testet Saatgüter
Gärtnerin aus Leidenschaft

Füchtorf -

Hanna Strotmeier ist Gärtnerin aus Leidenschaft. Auf 1,5 Hektar testet sie in „Hannas kleinem Garten“ neue Saatgüter.

Samstag, 03.08.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 03.08.2019, 15:19 Uhr
Gärtnermeisterin Hanna Strotmeier hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie ist Gärtnerin aus Leidenschaft und testet im Frühling und Sommer viele verschiedene Saatgüter in Füchtorf.
Gärtnermeisterin Hanna Strotmeier hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie ist Gärtnerin aus Leidenschaft und testet im Frühling und Sommer viele verschiedene Saatgüter in Füchtorf. Foto: Ulrich Lieber

Hanna Strotmeier zückt das Messer. Ein paar geschickte Schnitte später präsentiert sie einen Blumenkohl. Doch nicht irgendeinen, denn dieser leuchtet in der Farbe pink. „Blumenkohl ist nicht von Natur aus weiß“, verrät sie mit einem verschmitzten Lächeln. Allerdings auch nicht pink, sondern eigentlich gelb.

Die Füchtorfer Gärtnermeisterin hat geschafft, wovon viele träumen. Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht, und diese Zufriedenheit ist ihr anzusehen. „Ich bin Gärtnerin aus Leidenschaft und würde auch heute diesen Beruf wieder wählen.“ Sie hat sich mit „Hannas kleinem Garten“ ein echtes Paradies in Füchtorf erschaffen. So klein ist der Garten übrigens gar nicht, aber es fing vor zehn Jahren ganz klein an.

Die Füchtorferin arbeitet seit 1984 bei der Firma Nebelung in Everswinkel. Vor zehn Jahren kam sie auf die Idee, auf der Wiese hinter dem Elternhaus mal etwas auszuprobieren. „Ich bin für den Saatguteinkauf für Gemüse und für die Qualitätskontrolle zuständig“, berichtet sie. Also fing sie an, auf rund 200 Quadratmetern verschiedene Gemüsesorten anzupflanzen, um diese zu testen – natürlich in Absprache mit ihren vier Schwestern.

„Dieses Haus wurde 1871 erbaut, und wir fünf Mädels haben uns vor zehn Jahren überlegt, was wir hier machen können.“ Lange Zeit wurden hier Langholztransport und Landwirtschaft im Nebenerwerb betrieben. Die Idee, Saatgut zu testen, gefiel der Firma Nebelung so gut, dass sie Hanna Strotmeier vor sieben Jahren den offiziellen Auftrag gab. „Mittlerweile sind hier 1,5 Hektar inklusive Schaugarten entstanden“, freut sich die Gärtnermeisterin. Das eigenständige Unternehmen gehört aber ihrer Schwester Barbara Strotmeier, die die Flächen zur Verfügung stellt.

Auswirkungen des Klimawandels

„Wir merken hier den Klimawandel ganz extrem. Wind, extreme Hitzewellen und Wassermangel haben sich in den letzten fünf Jahren verstärkt. Wir testen deshalb auch Sorten, die mehr Trockenheit vertragen können“, erklärt die Gärtnermeisterin. Die Sortenwahl wird darauf eingestellt, wobei historische Sorten wichtig seien, um neue Sorten zu kreieren. „Ich mache Erhaltungszüchtung.“

„Meine ersten Saatgüter waren Bohnen, Wintersalat und Spargelsalat“, erinnert sich Hanna Strotmeiter. Der Spargelsalat trägt den Namen „chinesische Keule“ und ist ein Pflücksalat. „Das war total interessant. Im Laufe der Vegetation wird der Stil immer länger. Die Blätter werden abgezupft und der Strunk wird am Ende wie ein Spargel zubereitet.“ Seit zwei Jahren ist er fest im Sortiment und eine Foodbloggerin bezeichnete den Spargelsalat als „Geschmackserlebnis“.

Hanna Strotmeier ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass sie für Hobbygärtner testet. „Unsere Besucher sehen hier das Sortiment von Nebelung.“ Es gibt die Markten Kiepenkerl für das Standard- und Profiprogramm sowie „Sperli“ für die eher ungewöhnlichen Gemüsesorten. „Vor zehn Jahren habe ich noch gedacht, Schrebergärten sind spießig und out, aber das hat sich gewandelt. Es wird den Leuten bewusst, wie wichtig grün ist.“ Pflanzen, die bei Hanna wachsen, die funktionieren auch beim den Hobbygärtnern, ist sie sicher.

„Ich bin ein Fan der Tomate“

Einen hohen Stellenwert genießen die Tomaten. Es gibt mehr als 1000 Sorten, bei Hanna sind derzeit 120 im Test. „Das ist recht wenig.“ Im August kommen dann die Züchter und verkosten die Tomaten, und zwar von groß nach klein, denn die kleinen sind geschmacksintensiver. Dazu gehört zum Beispiel die „Reisetomate“, die ihren Namen bekommen hat, weil sie aus vielen kleinen Tomaten besteht und bequem auf einer Reise verzehrt werden kann, da sie sich abknibbeln lassen. Hanna Strotmeier demonstriert das und steckt sich genüsslich eine Tomate in den Mund. „Ich bin ein Fan der Tomate“, strahlt sie.

Neben den vielen Gemüsesorten finden sich auch viele bunte Blumen im Schaugarten. Es summt und brummt überall, und die Insekten finden hier alles, was sie benötigen.

„Hannas kleiner Garten“ hat seinen Namen übrigens nicht von der Gärtnerin. Er wurde vor 25 Jahren durch ihre Mutter Hanna gegründet. Damals wurde aus dem Garten heraus verkauft. Später übernahmen Schwester Andrea und dann Barbara, die den heutigen Ladenraum geschaffen hat. Kein Wunder, dass die fleißigen Schwestern sie im Internet auch bei den „Beetschwestern“ zu finden sind.

Es kommen viele Besucher und auch Gruppen, aber wer sich den Garten ansehen möchte, der braucht Geduld, denn die Termine sind für die nächsten zwei Jahre ausgebucht.

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