Biotonnen werden überprüft
Rote Karte für Falschsortierer

Sassenberg -

13 Mal gab es die Rote Karte für Sassenberger Bürger, die ihre Biotonne falsch befüllt hatten. Die Tonnen wurden entsprechend nicht geleert.

Dienstag, 03.09.2019, 12:00 Uhr
Freuen sich über möglichst wenig Störstoffe in den Sassenberger Biotonnen (v.l.): Vivien Dürksen, Thomas Venhaus (beide Stadt Sassenberg), Alexandra Wittek (Honorarkraft AWG), Georg Hellenkamp (Betriebsleiter Kompostwerk), Rebecca Deppe (Unternehmenskommunikation AWG), Karina Dornscheidt (Honorarkraft AWG) und Bürgermeister Josef Uphoff.
Freuen sich über möglichst wenig Störstoffe in den Sassenberger Biotonnen (v.l.): Vivien Dürksen, Thomas Venhaus (beide Stadt Sassenberg), Alexandra Wittek (Honorarkraft AWG), Georg Hellenkamp (Betriebsleiter Kompostwerk), Rebecca Deppe (Unternehmenskommunikation AWG), Karina Dornscheidt (Honorarkraft AWG) und Bürgermeister Josef Uphoff. Foto: Ulrich Lieber

Seit Montag werfen Mitarbeiter der Stadt Sassenberg und der AWG einen Blick in die Biotonnen in Sassenberg – auf der Suche nach so genannten Störstoffen, die dort nicht hineingehören. Noch in Plastik verpackte Toastbrote und zahlreiche Windeln gehörten zu den Fundstücken am Montag.

31 Biotonnen zeichneten die Mitarbeiter mit einem gelben Anhänger aus (17,1%). Oftmals wissen die Bürger aber gar nicht, dass bestimmte Sachen nicht in die Biotonne gehören. Dazu gehören überraschenderweise auch die kompostierbaren Beutel, die gerne für den heimischen Biomüll genutzt werden. „Diese Beutel verrotten nicht und gehören nicht in die Biotonne“, sagt Georg Hellenkamp , Betriebsleiter der AWG. Gleiches gelte für große Knochen, Hundekot und Kleintierstreu.

Beim ersten Rundgang in diesem Jahr schaute das Team in 181 Biotonnen. Der häufigste Grund für eine rote Karte an der Tonne sind Plastiktüten. Georg Hellenkamp, Betriebsleiter im Kompostwerk Warendorf: „Plastiktüten, verpackte, überlagerte Lebensmittel oder verpackter Bioabfall sind ein großes Problem bei uns im Kompostwerk.“ Denn: Der wertvolle Bioabfall komme so erst gar nicht in die Kompostierung, sondern werde mit anderen Störstoffen wie Wegwerfwindeln, alten Schuhen und ähnlichem abgesiebt. Einmal in den Kompostierungskreislauf gelangt, sind diese Stoffe so gut wie gar nicht mehr auszusortieren und beeinträchtigen die erzeugten Kompostqualitäten.

Positiv war die Tatsache, dass die meisten Bürger ordnungsgemäß sortieren. 137 Tonnen bekamen einen grünen Anhänger (75,7%): Sie waren richtig befüllt mit Grünschnitt, Rasenschnitt oder Küchenabfällen.

„Wir wollen sechs Wochen flächendeckend kontrollieren und sind immer von 6 bis 9.30 Uhr unterwegs“, erklärt Rebecca Deppe von der AWG. Ziel sei es, insgesamt rund 3000 Biotonnen stichprobenmäßig zu überprüfen. Die Bürger hätten sehr positiv auf die Aktion reagiert und hätten Einsicht gezeigt. „Gerade bei den Gelben Karten muss man die Leute nur aufklären, dann nehmen sie die Beratung an.“ Etwas schwieriger sei es bei den Roten Karten, denn diese Tonnen seien von den Bürgern bewusst falsch befüllt worden.

„Wir hoffen, die Bürger mit der Aktion auf das Problem der Störstoffe in den Biotonnen aufmerksam machen zu können“, erklärt Thomas Venhaus von der Stadt Sassenberg, „mit den grünen Anhängern belohnen wir diejenigen, die alles richtig machen.“ Dem schließt sich Bürgermeister Josef Uphoff an: „Mülltrennung ist für die Umwelt wichtig. Viele Bürger nehmen das ernst, aber die Falschsortierer belasten die ehrlichen Bürger. Es geht also um Umwelt, Geld, aber auch um die Solidarität.

Die Aktion des Kompostwerks Warendorf in Zusammenarbeit mit der AWG, Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf, und der Stadt soll eine bessere Kompostqualität hervorbringen. „Jede Verbesserung ist zu begrüßen“, sagt Josef Uphoff.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6895588?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F
Nachrichten-Ticker