Bericht der Schulleiter
Schulleiter benötigen viel Improvisationstalent

Sassenberg / Füchtorf -

Förderunterricht im Kopierraum und Küchenfeen mit meisterhaften logistischen Fähigkeiten: Mit viel Improvisationstalent bewältigen die Sassenberger Schulen im Alltag ihren Lehrauftrag.

Donnerstag, 12.09.2019, 12:00 Uhr
Auf diesem Bild aus dem Jahre 2002 war die damalige Realschule noch im Bau. Heute steht die inzwischen hier eingezogene Sekundarschule vor neuen Herausforderungen.
Auf diesem Bild aus dem Jahre 2002 war die damalige Realschule noch im Bau. Heute steht die inzwischen hier eingezogene Sekundarschule vor neuen Herausforderungen. Foto: Ines-Bianca Hartmeyer

Beim jährlichen Bericht der Schulleitungen im Sozial-, Jugend-, Kultur-, Sport- und Schulausschuss am Dienstagabend im Rathaus zeigte sich einmal mehr, vor welche Herausforderungen Lehrermangel, bauliche Mängel und Sprachbarrieren im Zuge der Zuwanderungswelle die Einrichtungen stellen.

Beispiel Grundschule Füchtorf: Hier herrscht akuter Platzmangel. Ein Lichtblick ist aber die neue Turnhalle, wie Schulleiterin Marlies Borisch betonte. Auch die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sei nach wie vor konstruktiv und vertrauensvoll. Die Unterrichtserteilung für die insgesamt 166 Schüler bewege sich allerdings derzeit „am unteren Rand der Stundentafel“.

Stefanie Dilla-Kell von der Nikolausschule verfügt in dieser Hinsicht „über eine recht komfortable Situation“. „Wir unterrichten in allen Jahrgängen die obere Anzahl an Stunden“. sagte sie. Allerdings gibt es auch hier einen Wermutstropfen: „Unsere Förderlehrerin wechselt zum 1. Dezember an die Johnnesschule.“ Die Nikolausschule besuchen derzeit 213 Schüler.

In der Johannesschule leidet vor allem die OGS unter dem Lehrermangel. „Zweimal 20 Stunden sind unterbesetzt“, schilderte Rektorin Maria Erdmann. Wie ihre Vorgängerinnen auch dankte sie der Verwaltung: „Seit drei Jahren wird kräftig gebaut.“ Trotzdem bestehe nach wie vor hoher Sanierungsbedarf. Ihr Wunsch: eine Veränderung der Parkplatzsituation, da die Zuwegung aus Sicherheitsaspekten inzwischen ein unhaltbarer Zustand sei. Die aktuelle Schülerzahl umfasst 175 Kinder.

Mit 573 Kindern ist die Sekundarschule die größte Einrichtung. Neben baulichen Wünschen bewegt Schulleiterin Elisabeth Suer vor allem ein Thema: „Aufgrund der Rückläufe von anderen weiterführenden Schulen haben wir es mit permanenten Veränderungen zu tun“, schilderte sie im Schulausschuss. Sie appellierte an die Eltern, die Schulformen-Empfehlungen der Grundschule „wirklich ernst zu nehmen“. „Auch die teuerste Nachhilfe kann aus einem mittelmäßigen Schüler keinen Gymnasiasten zaubern“, verwendete sie klare Worte und warb für ihre Einrichtung: „Die Sekundarschule ist keine Einbahnstraße!“

In diesem Zusammenhang warb sie für das System der „Individuellen Lernbegleitung“, bei dem Personen von außerhalb vor allem neu zugewanderte Schüler unterstützen. „Hier können wir dringend weitere Lernbegleiter brauchen.“

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