Umweltsünder in Füchtorf
Widerlich und umweltschädlich

Füchtorf -

Widerlich und umweltschädlich: Die Anwohner am Füchtorfer Venn östlich der Bundesstraße 475 sind genervt. Denn das beliebte Naherholungsgebiet wird regelmäßig zum Schauplatz illegaler Müllablagerungen. Heinrich Wessel findet bei seinen morgendlichen Runden immer wieder Sperrmüll, Katzenstreu und vor allem Essensreste in Plastiktüten. „Das kann teuer werden“, warnt der Kreis die Umweltsünder.

Freitag, 13.09.2019, 08:00 Uhr
Regelmäßig findet Anwohner Heinrich Wessel vor allem Essensreste in Plastiktüten im Gebüsch. Der Inhalt ist nicht nur unappetitlich, sondern für Flora und Fauna auch eine Belastung.
Regelmäßig findet Anwohner Heinrich Wessel vor allem Essensreste in Plastiktüten im Gebüsch. Der Inhalt ist nicht nur unappetitlich, sondern für Flora und Fauna auch eine Belastung. Foto: Ines-Bianca Hartmeyer

Heute sind es Tomaten und Zucchini in Sahnesauce. An anderen Tagen stehen Eintopfgerichte auf der unappetitlichen Speisekarte. Oder Sperrmüll, Bauschutt und Grünabfälle in Plastiktüten. „Das nervt!“, ist Anwohner Heinrich Wessel nicht der Einzige, der sich über die illegale Müllentsorgung im Füchtorfer Venn aufregt.

Mindestens einmal im Monat finden er und andere Menschen, die das beliebte Naherholungsgebiet östlich der Bundesstraße 475 nutzen, unliebsame Hinterlassenschaften zwischen Rastplatz, Wäldchen und Feldrand. „Vor allem diese Essensreste tauchen immer wieder auf“, hat Wessel beobachtet. Woher die kommen könnten? „Das sieht so aus, als wollte da jemand mit einem Imbiss oder einem ähnlichen Kleinbetrieb die Entsorgungskosten sparen“, mutmaßt der Füchtorfer.

Für Thomas Fromme von der Pressestelle des Kreises ist das unverständlich: „Gerade für Gewerbetreibende sind die Entsorgungskosten recht gering. Das ist schon ein starkes Ding.“ Auch Thomas Venhaus von der Sassenberger Stadtverwaltung hat für diese Art der Müllentsorgung kein Verständnis: „Wer die Kosten für eine fachgerechte Entsorgung nicht aufbringen kann, sollte den Laden vielleicht besser zumachen.“

Zwar rückt der städtische Bauhof an, wenn Anwohner mal wieder Autoreifen, Katzenstreu und Co. melden – zuständig ist im Außenbereich aber eigentlich die Untere Abfallwirtschaftsbehörde des Kreises. Und die versteht in Sachen Umweltsünden keinen Spaß. „Theoretisch können in schweren Fällen sogar Geldbußen bis hin zu 100 000 Euro drohen“, hat Fromme im Katalog nachgeschaut. „Das ist immer vom Einzelfall abhängig.“ In dem Fall der Essensreste, die seit rund einem Jahr in immer neuen Variationen auftauchen, hält er einen vierstelligen Betrag durchaus für realistisch.

Allerdings müsste man die Verursacher erstmal dingfest machen. „Wir haben schon einmal darüber nachgedacht, eine Wildkamera zu installieren“, suchen Heinrich Wessel und andere Anwohner nach Lösungen. „Da müssten wir aber erstmal abklären, was rechtlich erlaubt ist.“

In der Zwischenzeit hoffen Betroffene, Stadt und Kreis entweder auf die Einsicht der Übeltäter – oder auf die Mithilfe aus der Bevölkerung. Wer sachdienliche Hinweise geben kann, sollte sich an André Hackelbusch vom Amt für Umweltschutz des Kreises Warendorf wenden: ✆ 0 25 81 / 53 66 00.

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