urgwald stellt neue Broschüre vor
Banken sollen nachhaltiger werden

Sassenberg -

Fridays for Future ist in aller Munde und eine Aktion, die der Sassenberger Umweltorganisation urgewald gefällt. Mit ihrer neuen Broschüre „Was kann eigentlich mein Geld? – Finance for Future“ beleuchten die Sassenberger dabei eine weitere Facette, denn sie klären darin über nachhaltige Geldgeschäfte auf. Damit möchte urgewald einen Beitrag zu einer klima- und menschenfreundlicheren Finanzwelt leisten.

Dienstag, 01.10.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 01.10.2019, 16:14 Uhr
Verbraucher-Campaignerin Agnes Dieckmann präsentiert die neue urgewald-Broschüre „Was kann eigentlich mein Geld?“
Verbraucher-Campaignerin Agnes Dieckmann präsentiert die neue urgewald-Broschüre „Was kann eigentlich mein Geld?“ Foto: Ulrich Lieber

„Die Leute kommen immer zu uns und fragen: Was kann ich tun? Mit dieser Broschüre möchten wir eine Antwort geben“, sagt Verbraucher-Campaignerin Agnes Dieckmann . Ziel ist es, dass es für den Verbraucher Finanzprodukte gibt, die Kohle ausschließen. Der Bedarf ist vorhanden, weiß Agnes Dieckmann. „Ich halte Vorträge auf Verbrauchermessen, und die Leute finden es spannend“, berichtet sie. Auch an diesem Wochenende können Interessierte den Infostand von urgewald auf der Messe Green World im Museum am Ring in Münster, Domagkstraße 61, jeweils von 11 bis 18 Uhr besuchen.

„Wir wollen zeigen, was unser Geld bewegen kann. Zum Beispiel können wir dafür sorgen, dass die Energiewende und nicht die Kohle von unserem Geld profitiert.“ In der Broschüre ist in der Global Cole Exit List genau aufgezeichnet, wie die verschiedenen Banken und Versicherungen arbeiten und woran sie beteiligt sind. Urgewald möchte erreichen, dass die Finanzdienstleister divestieren und aus der Kohle aussteigen. Schon seit dem Jahr 2010 beschäftigt sich die Umweltorganisation mit diesem Thema und hat schon große Erfolge erzielt. „Die Allianz will raus aus dem Kohlegeschäft“, freut sich Agnes Dieckmann.

In der Broschüre stellt urgewald vier Banken vor, die nachhaltig arbeiten. Das sind EthikBank, GLS Bank, UmweltBank und Triodos Bank. „Es geht uns aber nicht darum, dass nun alle zu einer Nachhaltigkeits-Bank wechseln. Wir wollen, dass sich die Banken verändern“, erklärt Agnes Dieckmann. Darum fordern sie auch die heimischen Banken auf, aus Kohle und Rüstungsindustrie auszusteigen.

Ein positives Beispiel sei die Sparkasse Hannover, die den Anregungen von urgewald gefolgt ist. Auch andere Sparkassen oder Volksbanken könnten sich komplett anders aufstellen. „Wir fordern Finanzprodukte, die nachhaltig sind.“ Darum sollten die Verbraucher darauf achten, nachhaltige Produkte zu erwerben, damit die Energiewende von unten funktioniert. „Wir müssen dort nicht auf die Politik warten, denn die ist viel zu langsam“, weiß Dieckmann.

Die Idee zur Broschüre sei bereits vor zwei Jahren geboren worden, weil auf den Messen immer wieder Rückfragen kamen. „Die Broschüre klärt über ethische Fallstricke bei konventionellen Banken auf. Sie gibt einen Überblick über die Ausrichtung von Kirchen- und Nachhaltigkeitsbanken.“ Die Verbraucher können die Bank wechseln, oder die Banken vor Ort auf klimafreundliche Produkte ansprechen.

„Ich finde es wichtig, dass nicht nur die Schüler, sondern auch die Erwachsenen auf die Straße gehen. Es geht um unser aller Zukunft. Was nutzt it eine Rentenversicherung in 20 bis 30 Jahren, wenn die Zukunft nicht mehr lebenswert ist?“, fragt Agnes Dieckmann. Darum sei es wichtig, nicht nur auf die monetäre Rendite zu achten. „Ich kann versprechen, nach der Lektüre werden Sie ein anderes Bild von dem Begriff Rendite haben.“

Die Broschüre ist 68 Seiten stark und in einer Auflage von 5000 Stück gedruckt. Es gibt sie kostenlos als PDF auf der Homepage oder gedruckt für 3,50 Euro inklusive Versand.

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