Revolution im Jubiläumsjahr
Tonies erobern die Bücherei

Sassenberg -

Gedruckte Medien wie Bücher und Zeitschriften sind schon lange nicht mehr die einzigen Medien, mit denen die katholische Bücherei punkten kann. Mit Hörbüchern auf CD und Spielfilm-DVDs gelang bereits vor Jahren der Schritt in die elektronische Welt.

Samstag, 12.10.2019, 14:00 Uhr
Mit Spannung haben Carl, Thea, Lotte und Mina darauf gewartet, ihre Tonie-Boxen aus der Bücherei mit Futter versorgen zu können. Büchereimitarbeitern Eva Langlitz hat zum Start 32 Hör-Geschichten ausgesucht.
Mit Spannung haben Carl, Thea, Lotte und Mina darauf gewartet, ihre Tonie-Boxen aus der Bücherei mit Futter versorgen zu können. Büchereimitarbeitern Eva Langlitz hat zum Start 32 Hör-Geschichten ausgesucht. Foto: Ulrike von Brevern

Vor genau einem Jahr startete die Onleihe , das Ausleihen digitaler E-Books per Internet. Jetzt, in der zweiten Hälfte ihres Jubiläumsjahres, warten die Sassenberger mit einer von Kindern schon heiß ersehnten neuen Medienrevolution auf: „Die Tonies“ halten Einzug in die Bücherei.

Rund zehn Zentimeter groß sind die knallbunten Kunststofffiguren die in durchsichtigen Boxen auf dem Ausleihtresen stehen. Sie passen genau zu den Helden der modernen Kindheit: Käp’n Sharky treibt sein vergnügtes Unwesen neben dem Kikaninchen, Biene Maja oder Hexe Lili. Gespielt werden darf mit ihnen auch, doch ihr wahres Geheimnis steckt im Inneren: Sie können Geschichten erzählen.

Ganz ohne Hightech geht das allerdings nicht, erklärt Büchereimitarbeiterin Eva Langlitz , die für die Auswahl zuständig war, während ihre kleine Tochter Mina das Kikaninchen vorsichtig aus der Schachtel befreit. Die Kinder müssen eine sogenannte „Tonie-Box“ ihr eigen nennen. „Das ist wie bei den CD-Spielern, die leihen wir ja auch nicht mit aus“, schmunzelt Bücherei-Leiterin Hiltraut Bergmann.

In dem kindgerechten, stabilen Würfel steckten Lautsprecher und Technik. Die Figur wird magnetisch gesichert auf ein markiertes Landefeld gestellt und schon geht es los – vorausgesetzt Figur und Würfel wurden einmal im heimischen Wlan miteinander bekannt gemacht, erläutert Langlitz. Der Vorteil für Kind und Bücherei: Anders als CDs, die im Kinderzimmer leicht zerkratzen, erfolgt die Kommunikation zwischen Figur und Box über einen stabilen im Inneren gut aufbewahrten Chip, der technologisch dem auf der Bankkarte ähnelt.

Genau 32 bunte Bücherhelden, angeschafft aus außerplanmäßigen Projektmitteln, stehen ab sofort zur Verfügung. Die Zielgruppe liegt bei Kindern etwa bis zum Schulalter. Carl erklärt die kinderleichte Technik, der Box, die er sich mit seinen Schwestern teilt: An den „Ohren“ drücken schaltet das Gerät ein, Klopfen links oder rechts auf den Würfel ersetzt das Spulen. Ob die neue Technik, die ohne Kabel überall bereitsteht, das Vorlesen einmal mehr in den Hintergrund drängt? „Bestimmt nicht!“ sind die Büchereifrauen fest überzeugt. Mina hat sogar die entgegen gesetzte Erfahrung gemacht: Dank Kreativ-Tonie, der mit eigenen Dateien bespielt wird, kann ihre Oma viel häufiger zum Vorlesen kommen. „Sie schickt dann einfach eine Datei per Email“, schmunzelt Langlitz.

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