Internationale Finanzexperten zu Gast bei urgewald
Kritischer Blick auf die Weltbanken

Sassenberg -

Internationale Finanzexperten verschiedener europäischer Menschenrechtsorganisationen erarbeiteten am Donnerstag und Freitag auf Einladung von „urgewald“ im Haus Schücking Grundsätze einer gemeinsamen Strategie.

Samstag, 02.11.2019, 14:00 Uhr
Im Haus Schücking tagten am Donnerstag und Freitag auf Einladung von urgewald internationale Finanzexperten europäischer Menschenrechtsorganisationen. Sie erarbeiteten Grundsätze für eine gemeinsame Strategie, um Banken zum Umdenken zu bewegen.
Im Haus Schücking tagten am Donnerstag und Freitag auf Einladung von urgewald internationale Finanzexperten europäischer Menschenrechtsorganisationen. Sie erarbeiteten Grundsätze für eine gemeinsame Strategie, um Banken zum Umdenken zu bewegen. Foto: Ulrich Lieber

Die Gäste waren aus Italien, Belgien, Groß-Britannien und den Niederlanden angereist und waren vom Ambiente vor Ort begeistert.

„Wir werfen einen kritischen Blick auf die Weltbanken“, erklärt Knud Vöcking von urgewald den Anlass dieses Treffens. Bereits am Mittwoch waren die ersten Gäste eingetroffen und lernten sich am Abend kennen. Im Mittelpunkt der folgenden zwei Tage stand die Finanzierung von Projekten in Entwicklungsländern. „Was passiert mit dem Geld vor Ort? Wie sieht es mit den Menschenrechten und dem Klimaschutz aus?“, nennt Ute Koczy von urgewald einige der drängendsten Fragen. „Wir brauchen dringend neue Strategien, denn so kann es nicht weitergehen“, kritisiert Ute Koczy, die sich mit Kampagnen zu Finanzinstitutionen beschäftigt.

Am Donnerstag ging es zunächst darum, eine Analyse zu erstellen, um den Ist-Zustand festzuhalten. Es wurde überlegt, wie man besser untereinander kooperieren und seine Strategien ändern kann. Die internationalen Gäste verfügen alle über große Erfahrungen auf dem Finanzsektor. „Viele große Infrastrukturmaßnahmen werden in den Entwicklungsländern auf Kosten der Bevölkerung durchgeführt“, klagt Ute Koczy. Wenn die Menschen vor Ort Kritik äußern, müssen sie Angst um ihr Leben haben.

„Wir versuchen, die Banken zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei spielt Deutschland eine große Rolle als Geldgeber“, sagt Knud Vöcking. Es handele sich um öffentliche Gelder, und die Menschenrechtsorganisationen fordern, dass diese in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

Einige Gäste bleiben das gesamte Wochenende und erhalten zudem noch weiteren Besuch. Aus Amerika und von den Philippinen werden weitere Finanzexperten erwartet. „Da geht es dann zwei Tage lang um die Entwicklung einer gemeinsamen Kampagne“, erklärt Vöcking. Der Titel lautet: „Fossile free finance campagne“. Es geht darum, die Arbeit der Privatbanken und öffentlichen Banken zusammenzuführen. „Es sollen alle aufhören, klimaschädliche Investitionen zu tätigen“, sagt Ute Koczy und nennt Öl, Gas und Kohle.

Viele der Gäste waren überrascht, dass in dem kleinen Sassenberg so etwas global Wichtiges entsteht. „Wir versuchen, unseren urgewald-Auftrag aus Sassenberg in die Welt zu tragen und Dinge zu verändern“, sagt Ute Koczy. „Wir sind aber auch davon abhängig, wie die anderen denken.“ Sie sieht urgewald als Teil eines großen, internationalen Netzwerkes, das versucht, mit seinen Möglichkeiten international für Veränderungen zu sorgen. Alle eint der gemeinsame Wunsch, Menschenrechte, Klimaschutz und Umwelt global zum Positiven zu verändern.

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