Ortsverbände Sassenberg und Füchtorf tagen gemeinsam
Landwirtschaft mag doch jeder

Sassenberg/Füchtorf -

Während die Landwirte, die sich auf eigener Achse auf den Weg zu den Bauernprotesten in Berlin gemacht hatten noch die letzten Kilometer des Heimwegs bewältigten, trafen die sich die Mitglieder der Landwirtschaftlichen Ortsverbände Sassenberg und Füchtorf am Mittwochabend zu ihrer gemeinsamen Jahreshauptversammlung.

Freitag, 29.11.2019, 05:20 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 19:00 Uhr
Gemeinsame Versammlung der Landwirtschaftlichen Ortsverbände im Wappensaal: Für die neue Imagekampagne von “Landwirtschaft mag doch jeder” warb der stellvertretende Kreislandwirt  Andreas Westermann in einer emotionalen Rede.
Gemeinsame Versammlung der Landwirtschaftlichen Ortsverbände im Wappensaal: Für die neue Imagekampagne von “Landwirtschaft mag doch jeder” warb der stellvertretende Kreislandwirt  Andreas Westermann in einer emotionalen Rede. Foto: Ulrike von Brevern

Im Wappensaal von Haus Harkotten spielte nicht nur bei den Gesprächen untereinander der Protest der Basis ein große Rolle, auch der stellvertretende Kreislandwirt Andreas Westermann und Dr. Judith Schäfer , die über Aktuelles aus dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband berichteten, registrierten eine veränderte Stimmung unter den Landwirten.

Im Grußwort von Bürgermeister Josef Uphoff spielte einmal mehr der geplante Breitbandausbau eine Rolle. Zum Jahreswechsel solle nun feststehen, wann und wo genau gebaut werde. Das Problem Windkraftausbau sei weiter ungelöst, gab Uphoff zu. Es werde künftig „in unserer Stadt Windräder geben, wo es heute noch keine gibt”, ließ er sich durch Nachfragen festlegen, „aber das Risiko der Verspargelung ist nicht zu groß”, schränkte er ein. 

Beim WLV sei gegenwärtig vieles im Umbruch, sagte  der stellvertretende Kreislandwirt Westermann auch mit Blick auf die anstehende Wahl eines neuen Präsidenten im Februar. Zwar wirke „der Bauernverband vielleicht verstaubt”, gab er zu, ergänzte jedoch mit Blick auf die jüngsten Proteste: „Ich bin begeistert was wir können.” Mit einer flammenden Rede warb Westermann für die von WLV und dem Raiffeisenverband begründete Marketinggesellschaft  „Landwirt schafft Leben” und ihre neue Kampagne „Landwirtschaft mag doch jeder”, mit der das Image des Berufsstandes verbessern werden soll. Ziel sei es Bauern und Verbraucher wieder näher zusammenrücken zu lassen. „Das ist unsere Werbung”, betonte er mit Bezug auf den Unmut an der Basis und warb bei den Landwirten, die Initiative freiwillig finanziell zu unterstützen. Ferdinand Freiherr von Korff überreichte im Namen des Hegerings eine erste Spende in Höhe von 100 Euro. 

Dr. Schäfer verwies darauf, wie viel der WLV durch seine politische Arbeit hinter den Kulissen für die Bauern erreiche. 

Wenig Hoffnung machte Helmut Eismann in seinem Bericht aus der Landwirtschaftskammer darauf, dass sich an den roten Wasserkörpern, die für die neuen Düngeregeln herangezogen werden, bald etwas ändert. Allerdings sollten die Messpunkte überarbeitet und möglicherweise eine Binnendifferenzierung eingeführt werden. Landwirte müssten sich dagegen jetzt baulich auf die längere Lagerzeit für flüssigen Dünger einrichten. 

Auf das Problem zu schnell abfließenden Wasser in den Entwässerungsgräben sprach Hubert Schulze Roberg in seinem Bericht aus dem Wasser und Bodenverband an. Würde die Sohle der Gräben nicht vollständig ausgemäht, könnte das den Fluss verringern, aber auch bei Starkregenereignissen problematisch werden.

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