Bauern zurück aus Berlin
„Wir machen weiter“

Sassenberg -

1020 Kilometer Strecke, 39 Stunden reine Fahrzeit – der Bordcomputer hält genau fest, was die Sassenberger sich und ihren Schleppern in den vergangenen drei Tagen zugemutet haben. Doch für Jan Ostlinning, Leon Schimmweg, Andreas Kattenbaum und Benedikt Wiefel hat sich der Weg auf eigener Achse nach Berlin nach übereinstimmender Meinung gelohnt, haben sie doch gemeinsam mit tausenden anderen Landwirten ihrer Forderung nach Gehör eindrucksvoll Ausdruck verliehen.

Freitag, 29.11.2019, 06:19 Uhr aktualisiert: 29.11.2019, 08:31 Uhr
Erst spät am Mittwoch ließen die Sassenberger und andere Demonstrationsteilnehmer aus der Region die Fahrt in Dackmar ausklingen.,
Erst spät am Mittwoch ließen die Sassenberger und andere Demonstrationsteilnehmer aus der Region die Fahrt in Dackmar ausklingen., Foto: Landwirte

„Wir machen weiter“, kündigt Wiefel stellvertretend für eine ganze Gruppe Landwirte aus der Region an, die sich für die Fahrt zusammengetan hat.

Erst spät am Mittwochabend konnten die Sassenberger und andere Demonstrationsteilnehmer aus der Region die Fahrt auf dem Hof in Dackmar ausklingen lassen, auf dem sie sich am Montagmorgen um halb fünf abfahrbereit gemacht hatten. Ein großes Lob an die Zusammenarbeit mit der Polizei, gehört rückblickend zu ihrem Resumee.

Und die Erinnerung an jede Menge schöner und eindrucksvoller Begegnungen: nicht nur mit Berufskollegen, sondern auch mit vielen Menschen am Rande der Demonstration. So erzählen sie von einem Rentner „so richtig einer, wie sich der Westfalen den Berliner vorstellt“, schmunzeln sie. Der habe gesagt: „Ihr wart viel zu zaghaft, ihr hättet den Politikern gleich Mist vor die Tür kippen sollen.“

Ob das bei einer anderen Frau in Potsdam so gut angekommen wäre, bleibt offen: Sie hatte beim Stopp an der roten Ampel spontan eine Schachtel Pralinen aus der Einkaufstasche gezogen und dem vordersten Schlepper als Dank für den Protest auf die Haube gestellt.

Bauernprotest: Traktor-Corso im Münsterland

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  • Der Protest richtet sich gegen mangelnde Wertschätzung der Bauern.

    Foto: Jürgen Christ
  • Verkehrschaos durch Traktor-Demo.

    Foto: Jürgen Christ
  • Foto: Jürgen Christ
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  • Foto: Diverse
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  • Foto: Hubertus Kost
  • Foto: Hubertus Kost
  • Foto: Johannes Oetz

Aus der Gruppe, die da drei Tage lang gemeinsam gefahren, gegessen und protestiert hat, sei eine Truppe entstanden, die auch weiter aktiv bleiben will. Fest geplant sei noch nichts, allerdings entwickelten sich mehr Strukturen für die reine Basisbewegung.

Und bis Mitte Februar habe der Bauer ja etwas mehr Zeit „Auf freundliche und liebenswerte Art machen wir weiter“, sagt Wiefel. Verbraucherkontakt ist dann vor allem ein Thema, erste Ideen gibt es bereits, für Aktionen mit Schulen etwa.

Reinhold Sendker (MdB, CDU) im Gespräch mit Susanne Schulze Bockeloh (WLV)

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