Ortsausschuss Füchtorf
Interessen prallen aufeinander

Füchtorf -

Vor gut zwei Wochen war der Füchtorfer Ortsausschuss beschlussunfähig. Das lag daran, dass mehr als die Hälfte der Mitglieder wegen Befangenheit zum Thema Windkraft den Beratungstisch verließ.

Donnerstag, 05.12.2019, 12:00 Uhr
Über 20 Windräder stehen auf Sassenberger Gebiet – vor allem in Füchtorf. Ob es weitere geben wird ist noch offen.
Über 20 Windräder stehen auf Sassenberger Gebiet – vor allem in Füchtorf. Ob es weitere geben wird ist noch offen. Foto: Ulrich Lieber

Am Dienstag wurde dieser Ortsausschuss durch eine neu formulierte Einladung wieder einberufen. Erneut zogen sich mehr als die Hälfte der Mitglieder zurück, doch die Beschlussfähigkeit war nun gegeben.

Martin Tewes führte zunächst noch einmal ins Thema ein und stellte auch den Antrag der FWG vor, die eine Einstellung der Planungsarbeiten zur Steuerung des Flächennutzungsplanes – Sachlicher Teilplan Energie – forderten. Zudem verlas er eine Eingabe der Gruppe „Bürgerwind Elve“, die ihr Unverständnis über diesen Antrag äußerte. Sie verweist dabei darauf, dass sich die Investoren auf die Fortführung der Planungen verlassen habe und forderte entsprechend, diese Planungen wieder aufzunehmen und der Windenergie substanziell Raum zu geben. Auf Planungssicherheit drängt auch die Energie GmbH Vensol, die in der Bauerschaft Dackmar eine Anlage errichten möchte.

„Das ist eine vertrackte Situation“, bemerkte Robert Budde (FWG). „Wenn wir weiter planen würden und die Planung würde gekippt, hätten wir dann keine Planung mehr?“ Bauamtsleiter Thomas Middendorf wies darauf hin, dass die Planungen auf den Stand von vorher zurückfallen und zum Beispiel die Höhenregel fallen könne. Dann sei Repowering möglich. „Kein Plan hat seit 2012 eine Normenkontrolle überstanden“, sagte Franz-Josef Linnemann (FWG). „Ich kann an dieser Stelle keine Empfehlung geben. Es gibt keine komplette Rechtssicherheit“, war auch Middendorf ein wenig ratlos. Er wünscht sich eine klare Linie.

Ein Problem ist in Füchtorf mittlerweile, dass sich zwei Lager mit unterschiedlichen Interessen gebildet haben. „Uns wird vorgeworfen, wir würden Windkraft verhindern. Wir haben über 20 Windräder hier stehen, deshalb sind wir keine Verhinderer. Aber wir müssen immer beide Seiten sehen und auch die Menschen schützen, die in der Nähe wohnen“, erklärte Klaus Hölscher.

Das sieht auch Franz-Josef Linnemann so: „Uns ist klar, dass wir nicht mehr everybody‘s darling sein können. Es gibt Investoren, die Geld investiert haben, und andere Menschen, die Angst vor neuen Windkraftanlagen haben. Es gibt da knallharte Interessen.“

„Wir können nicht in die Glaskugel sehen, aber wir werden zu keinem sauberen Ergebnis kommen“, bedauerte Klaudius Freiwald (SPD). „Wer weiß, was Herr Altmeier noch alles vorschlägt“, meinte Linnemann. „Energiewende ist wichtig, aber wir müssen als Kommune das Heft des Handelns in der Hand halten“, forderte Robert Budde.

Letztlich schlossen sich bis auf Christian Schöne (CDU), der rechtliche Probleme sieht, alle dem Antrag der FWG an.

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