Gutschein an Bedingungen geknüpft
Freies WLAN nur an der Mühle

Sassenberg -

Hauptamtsleiter Martin Kniesel war die Ernüchterung anzusehen. Eigentlich durfte er sich darüber freuen, im dritten Anlauf einen Gutschein über 15 000 Euro im Rahmen des Förderprogramms „WIFI4EU“ für die Stadt erhalten zu haben, der für 18 Monate gültig ist.

Donnerstag, 05.12.2019, 09:00 Uhr
Öffentliches WLAN wird es künftig zunächst nur rund um die Begegnungsstätte Mühle geben.
Öffentliches WLAN wird es künftig zunächst nur rund um die Begegnungsstätte Mühle geben. Foto: dpa

Doch erst mit der Übersendung der frohen Botschaft wurden die detaillierten Voraussetzungen mitgeteilt. „Der Gutschein geht nicht an uns, sondern an das Unternehmen, das den Ausbau durchführt“, erklärte Kniesel im Haupt- und Finanzausschuss.

Doch damit nicht genug, es werden auch technische und grundsätzliche Anforderungen gestellt. So müssen unter anderem eine Mindestanzahl von zehn Zugangspunkten und eine ausreichende Kapazität für mindestens 50 gleichzeitige Nutzer ohne Leistungsabfall gewährleistet sein. Angedacht war das freie WLAN für den Mühlenplatz, den Feldmarksee und in Füchtorf. „Allerdings ist zu berücksichtigen, dass aktuell weder am Mehrzweckgebäude noch in Füchtorf eine Bandbreite von mehr als 50 Mbit/s zur Verfügung steht. Bei 50 gleichzeitigen Benutzern wäre diese Kapazität nicht einmal ausreichend, um in einer angemessenen Geschwindigkeit ein Foto zu versenden“, bedauerte Kniesel.

Dazu kommen Kosten für ein Detailkonzept in Höhe von 1500 Euro sowie Einmalkosten je Access Point in Höhe von 1250 Euro zuzüglich Anschlusskosten für den jeweiligen Internet-Provider. Die Verwaltung schlug deshalb vor, auf den Gutschein zu verzichten und stattdessen in der Begegnungsstätte Mühle ein öffentliches WLAN von 6 bis 22 Uhr einzurichten. Dort gibt es einen DSL-Anschluss mit 250 Mbit/s, der für rund 2000 bis 3000 Euro entsprechend ausgebaut werden könne.

„Ich bin zwiegespalten. Es wäre schön, wenn das WLAN ausgebaut würde, aber die technischen Voraussetzungen sind schlecht. Im Moment macht es wohl wenig Sinn“, meine Johannes Philipper (FDP). Überhaupt kein Verständnis für den Verwaltungsvorschlag hatte Rüdiger Völler (CDU): „Wir leben in einer Zeit der hohen Informationsdichte und wir gehen in die Steinzeit zurück. Das ist auch ein Schritt in die Zukunft. Wart ihr eigentlich schon mal außerhalb von Sassenberg? Das ist öffentliches WLAN normal.“

„Wenn die technischen Voraussetzungen nicht da sind, wäre es doch sinnvoll, ein Jahr zu warten“, regte Ludwig Heseker (FWG) an. „Wir sollten die 18 Monate ausnutzen“, schlug Peter Holz (FWG) vor. „Irgendwann müssen wir dahin kommen, vor allem am Feldmarksee“, plädierte auch Michael Franke (SPD) dafür, den Gutschein noch nicht aufzugeben und die Entwicklung abzuwarten.

Letztlich beschloss der Haupt- und Finanzausschuss, den Gutschein ruhen zu lassen, aber an der Mühle ein öffentliches WLAN einzurichten.

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