Aktion der Landwirte kommt super an
Schlepper im Dauereinsatz

Sassenberg -

Strahlende Gesichter bei Eltern und Kindern, aber auch strahlende Gesichter bei den organisierenden Landwirten: Die „Treckerfahrstunde“ der Initiative „Land schafft Verbindung“ auf einem Acker an der B475 erwies sich am vierten Advent als voller Erfolg. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Menschen kommen würden“, freute sich Hubert Schulze Roberg, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Sassenberg.

Donnerstag, 26.12.2019, 17:46 Uhr aktualisiert: 26.12.2019, 18:01 Uhr
Tür zu und los: Elly mit Vater Christian Stiens nahmen für „ihre spannende Runde“ im Trecker von Sebastian Bußmann Platz.
Tür zu und los: Elly mit Vater Christian Stiens nahmen für „ihre spannende Runde“ im Trecker von Sebastian Bußmann Platz. Foto: Ulrike von Brevern

„Das sollte man gerne zur Tradition machen“, regte eine Besucherin an, während sie mit einem Glühwein dem Treiben zusah.

Runde um Runde drehen die riesige Schlepper geduldig um dem Acker – mehrere Stunden lang ohne Pause. Eltern mit ihren Kinder warten in langer Schlange darauf, aufsteigen zu dürfen. Dabei sind manche Kinder durchaus wählerisch: Für den sechsjährigen Lennie mit seiner Lieblingstreckermarke auf der Base-Cap kommt nur ein knallroter „Case“-Schlepper in Frage. Rund 25, überwiegend hochmoderne Traktoren haben die Landwirte für die Aktion versammelt.

„Uh, hier riecht es aber nach Schwein“, stöhnt Louis an anderer Stelle auf dem Aktionsacker und hält sich die Nase zu. Er erkundet den Viehtransporter, den René Habrock mitgebracht hat. Sonja Struzik aus Warendorf kann ihrem Sohn nur in gebückter Haltung folgen, doch sie ist ebenso neugierig: Wie so ein Transporter von innen aussieht, ist auch für sie neu. „Das ist eine super Aktion!“, sagt sie über die Treckerfahrstunde.

René Habrock, Junior der Nutztierspedition, freut sich über das Interesse, das dem Fahrzeug entgegengebracht wird. „Man kriegt sonst schon mal ‚Tierquäler‘ zu hören, wenn man unterwegs ist“, erzählt er. Dabei sei für die Tiere gut gesorgt mit Tränke, Lüftung und Wasser-Berieselung bei Hitze zeigt er den Interessierten. Auf drei Ebenen stehen die Schweine, je zehn in einer Bucht, 90 insgesamt, wenn der Transporter voll ist.

Viele Besucher haben auf die eine oder andere Art Beziehungen zur Landwirtschaft, sei es familiär, beruflich oder durch Nachbarschaft. Zu ihnen gehört Christian Stiens, den Junglandwirt Sebastian Bußmann gerade mit Töchterchen Elly einmal um den Acker chauffiert hat. Für die Kleine war es das erste Mal auf einem Trecker, erzählt Stiens, und sie habe sich total darauf gefreut. „Die Städter wissen wo die Eier wachsen und die Milch - im Supermarkt“ ergänzt er dann ironisch und macht damit für die prekäre Lage der Bauern einen Schuldigen aus: „Es ist der Einzelhandel, der den Leuten an den Hals packt!“

Das sieht Nina Wesselmann ähnlich, deren Sohn Anton sich angesichts der langen Warteschlange zunächst mit einem Trampeltrecker ablenkt. „Ich bin ‚Städterin‘!“, hält sie selbstbewusst fest, hat aber dennoch Verständnis für die Bauern. „Die Preise sind versaut“, sagt sie, „die Landwirte werden vom Handel unter Druck gesetzt.“ Aktionen wie der Treckerfahrstunde findet sie prima: „So bekommen die Bauern die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.“

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