Schutzkonzept vorgestellt
Achtsam mit Kindern umgehen

Sassenberg/Füchtorf -

Immer wieder werden Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche bekannt. Neben der Aufklärung des bereits geschehenen Unrechts möchten die Bistümer Hilfe vor Ort anbieten.

Freitag, 10.01.2020, 12:00 Uhr
Pfarrer Andreas Rösner, Petra Große Beckmann, Susanne Wittkamp, Gertrud Hunkenschröder, Doris Eberhardt, Sandra Brinkmann, Nadine Bollmann, Beate Venherm, Ingrid Lehringfeld, Johannes Lohre und Petra Lind stellten das Schutzkonzept der Gemeinde vor.
Pfarrer Andreas Rösner, Petra Große Beckmann, Susanne Wittkamp, Gertrud Hunkenschröder, Doris Eberhardt, Sandra Brinkmann, Nadine Bollmann, Beate Venherm, Ingrid Lehringfeld, Johannes Lohre und Petra Lind stellten das Schutzkonzept der Gemeinde vor. Foto: Christopher Irmler

„Das Bistum hat schnell reagiert“, betont Pfarrer Andreas Rösner. Ein Baustein der neuen Strategie ist die Ausarbeitung eines institutionellen Schutzkonzepts. Am Dienstag stellte die Pfarrgemeinde St. Marien und Johannes das Ergebnis des über 20 Monate langen Erarbeitungsprozesses vor.

„Es ist noch einmal ein neuer Anfang. Wir haben es jetzt auf den Weg gebracht“, so Rösner. „Jetzt geht es darum, dass wir auch das leben, was wir auf den Weg gebracht haben.“ Hierfür wurden die in der Gemeinde aktiven Gruppen befragt und in den Prozess eingebunden – vom Ferienlager, den Kindergärten bis hin zur Bücherei oder den Aktiven in der Erstkommunion- und Firmkatechese. „Damit Kinder und Jugendliche in unserem Räumen geschützt sind.“

Gefragt sei vor allem eine hohe Achtsamkeit im Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Die Mitarbeiter der Gemeinde wurden und werden geschult. Petra Lind, die stellvertretend für die Kindergärten im Arbeitskreis ist, lobte das konstruktive Miteinander der beteiligten Gruppen. Die Gemeinde, so ihr Eindruck, sei von Anfang an mitgenommen worden. „Alle Gruppen finden sich in diesem Konzept wieder.“ Dem pflichtete auch Pastoralreferent Johannes Lohre bei. „Prävention ist seit Jahren ein Thema. Die Präventionsschulung wird sehr wohlwollend angenommen und ist nicht nur wichtig für die Arbeit hier vor Ort, sondern fürs Leben. Die Arbeit geht jetzt ganz praktisch los.“

Teil des Schutzkonzepts ist auch ein klar gegliederter Verhaltenskodex – angefangen bei Sprache und Wortwahl, bis hin zur angemessenen Gestaltung von Nähe und Distanz, der Beachtung der Intimsphäre, dem richtigen Umgang mit Medien und sozialen Netzwerken oder dem Umgang mit Regeln und Fehlverhalten.

Zudem wird Präventionsfachkraft Susanne Wittkamp als Ansprechpartnerin bereit stehen. Hilfe erhielt die Gemeinde auch vom Bistum Münster. Doris Eberhardt begleitete die Aktiven bei der Ausarbeitung und gab wichtige Hinweise, um Betroffenen ein möglichst niederschwelliges Hilfeangebot ermöglichen zu können. „Kinder müssen sich leider bis zu sieben Mal melden, bis sie Hilfe bekommen.“ Das institutionelle Schutzkonzept der Gemeinde kann im Pfarrbüro eingesehen werden. Perspektivisch wird das mit einigen Handlungsleitfäden versehene, rund 30 Seiten starke Werk auch online auf der Gemeindehomepage abrufbar sein.

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