Immissionsgutachten schockt Ortsausschuss
Gerüche verhindern Erweiterung um 50 Baugrundstücke

Füchtorf -

Die Ergebnisse des Geruchsimmissionsgutachten für die geplanten Erweiterungen der Bebauungspläne „Düpe-Süd“ und „Vinnenberger Straße“ waren für die Mitglieder des Ortsausschuss Füchtorf alles andere als erfreulich. Das in Auftrag gegebene Gutachten stellt klar, dass alle drei Erweiterungen nicht realisiert werden können.

Mittwoch, 15.01.2020, 07:28 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 15:44 Uhr
Das Geruchsimmissionsgutachten berücksichtigt die verschiedenen Tierhaltungen, und dabei haben Hühner eine andere tierspezifische Bewertung als Schweine oder Rinder.
Das Geruchsimmissionsgutachten berücksichtigt die verschiedenen Tierhaltungen, und dabei haben Hühner eine andere tierspezifische Bewertung als Schweine oder Rinder. Foto: Jürgen Peperhowe

York von Bachmann, Diplom-Meteorologe des Büros AKUS, stellte dieses Gutachten vor. Das bedeutet für Füchtorf einen Verlust von rund 50 Bauplätzen. Rund um die Gebiete finden sich landwirtschaftliche Betriebe, die alle Tierarten vorhalten. „Aufgrund der Winde gibt es immer eine Geruchsbelästigung“, erklärte von Bachmann. Beim Gutachten wird immer von vollen Ställen ausgegangen, selbst wenn ein Stall irgendwo leer steht. „So lange es theoretisch möglich ist, muss jeder Landwirt berücksichtigt werden.“

Die Grenzwerte haben sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht, denn noch vor 2008 wären die Erweiterungen problemlos genehmigt worden. „Es heißt ja auch nicht, dass es dort stinkt, aber ein Geruch ist wahrnehmbar“, sagte von Bachmann. Aufgrund der tierartspezifischen Bewertungen, die Schweine, Rinder oder Hühner anders klassifizieren, wurden die neuen Werte ermittelt. Erlaubt wäre ein Wert bis zu 15 Prozent der Jahresstunden noch erlaubt, aber in den drei Erweiterungsgebieten liegen sie zwischen 30 und 40 Prozent der Jahresstunden. „Nach diesen Werten können keine Wohngebiete ausgewiesen werden.“

Der Ausschussvorsitzende Franz-Josef Linnemann war sichtlich perplex. „Das ist sehr niederschmetternd. Was für ein Schwachsinn. Da wäre ja heute ein Drittel Füchtorfs nicht mehr genehmigungsfähig.“

Einen Ausgleich erhoffen sich die Füchtorfer durch die östliche Erweiterung des Bebauungsplanes „Sassenberger Straße“. Hier wurden zwei Varianten vorgeschlagen. Variante 1 sieht 72 Baugrundstücke vor, in Variante 2 sind es sogar rund 130, allerdings müsste dann eine Lärmschutzwand errichtet werden. Angesichts der verlorenen Grundstücke plädierten Dirk Schöne (CDU) und Robert Budde (FWG) für die Variante 2. „Wir sollten groß planen und fair umlegen“, meinte Schöne.

Bürgermeister Josef Uphoff wies aber darauf hin, dass der Lärmschutz nicht auf alle umgelegt werden dürfe, sondern nur auf die, die davon profitieren. Franz-Josef Linnemann sprach sich für Variante 1 aus, da diese schneller zu realisieren sei. „Der Druck auf dem Baumarkt ist groß.“ Uphoff empfahl, den Beschluss bis zur nächsten Sitzung in fünf Wochen zu verschieben, so dass die Verwaltung noch einmal Zeit hätte, alle Pros und Contras beider Varianten herauszuarbeiten. „Ich kann die Argumente für beide Varianten verstehen. Aber für Variante 2 muss der Regionalplan geändert werden“, sagte Uphoff. Die Bezirksregierung wolle ohnehin den Regionalplan anpassen, und das Verfahren könne viel Zeit in Anspruch nehmen, während Variante 1 bis zum Herbst umgesetzt werden könnte. Die Mitglieder des Ortsausschusses folgten dem Vorschlag der Vertagung, um in fünf Wochen abstimmen zu können.

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