Native Speaker bereiten auf Prüfungen vor
Zehntklässler im Englischfieber

Sassenberg -

Die Sekundarschüler sind begeistert. Sie haben jetzt mehrere Tage „getalkt“ und dabei ganz nebenbei „gepaukt“. Im „Native Speaker“-Programm übernahmen sieben englische Muttersprachler aus den USA und Großbritannien bei ihnen drei Tage lang das Unterrichtszepter. Das Projekt hat sich seit Jahren bei uns etabliert und bietet eine gute Vorbereitung auf die mündlichen Prüfungen.

Freitag, 24.01.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 24.01.2020, 14:58 Uhr
Aus den USA und Großbritannien stammten in diesem Jahr die Muttersprachler, mit denen die Sekundarschüler lernten: Phillip Gamble, Joshua Batson, Ruth Kelly –Louisy, Elisabeth Suer und Verena Voß (hinten) mit den Schülern John, Tanja, Talia, Mareike und Eva.
Aus den USA und Großbritannien stammten in diesem Jahr die Muttersprachler, mit denen die Sekundarschüler lernten: Phillip Gamble, Joshua Batson, Ruth Kelly –Louisy, Elisabeth Suer und Verena Voß (hinten) mit den Schülern John, Tanja, Talia, Mareike und Eva. Foto: Ulrike Von Brevern

„Backing powder!“ – Die Antwort auf die Frage nach dem englischen Wort für Backpulver kommt bei Jonas wie aus der Pistole geschossen. Kein Wunder, hat er doch in den vergangen drei Tagen gelernt, Backrezepte auch in englischer Sprache zu befolgen. Bunte Cookies und ansprechende Brownies, die in der großen Pause im Haus zwei der Sekundarschule zum Verkauf standen, waren der leckere Nebeneffekt von Englisch-Intensivtagen, die den Unterricht der Zehntklässler bestimmten.

Im „Native Speaker“-Programm übernahmen sieben englische Muttersprachler aus den USA und Großbritannien bei ihnen drei Tage lang das Unterrichtszepter. „Das Projekt hat sich seit Jahren bei uns etabliert und bietet eine gute Vorbereitung auf die mündlichen Prüfungen, die in der nächsten Woche anstehen“, lobte Schulleiterin Elisabeth Suer die Arbeit der Gastlehrer. Neben dem Backen bestimmten Sprachspiele, Bildbeschreibungen, Dialogübungen und Rollenspiele den englischsprachigen Projektunterricht.

„They have a bright fu­ture!“ – Sie haben eine glänzende Zukunft – lachte Phillip Gamble gefragt nach den Sprachfähigkeiten der Schüler breit. Der Amerikaner aus Georgia ist Chef des Unternehmens „life School Projects“ aus Bielefeld, das das Programm in diesem Jahr zum ersten Mal übernommen hat. Seine sechs Mitarbeiter, brachten nicht nur unterschiedliche Professionen mit, sondern machten die Zehntklässler auch mit verschiedenen Akzenten vertraut. So war mit dem Amerikaner Keanu Ebanks ein Football-Profi ebenso dabei wie der Waliser Sozialarbeiter Jamal Maxey, der Musiklehrer Joshua Batson mit Wurzeln in Florida oder die Londonerin Ruth Kelly–Louisy. die ihre Muttersprache auch an Grundschulen unterrichtet.

Er wolle in den Schüler die Lust wecken, andere Länder kennenzulernen, erzählte Gamble. Dafür sei aber nun mal das Englische deutlich besser geeignet als die deutsche Sprache. Der erste Tag sei zwar noch etwas „rocky“ ( steinig) gewesen, doch am dritten Tag zeigte er sich schon sehr zufrieden mit den Fortschritten der Jugendlichen. Mit ein bisschen Training seien sie auf einem guten Weg.

Bei den Zehntklässlern selber kam das Projekt gut an. „Mir hat es sehr geholfen“, zeigt sich Jonas überzeugt und fühlte sich auf die anstehende mündliche Prüfung ähnlich wie andere Jahrgangskollegen deutlich besser vorbereitet. „Mir hat das Reden richtig gut gefallen, ich mag es, Englisch zu reden“, schwärmte auch Talia.

Seit seiner Einführung hat sich das Native Speaker Programm leicht verändert und den Bedürfnissen der Schule angepasst, erläuterte Projektleiterin Verena Voß. Bereits im vergangen Jahr wurde es auf drei Tage verkürzt. Die ursprünglich fünf Tage seien tatsächlich auch manchen Schülern zu lang vorgekommen, berichtet Tanja von Erfahrungen aus der Jahrgangsstufe ihrer Schwester. Bereiten die Muttersprachler jetzt nicht mehr auf die zentralen Prüfungen im Sommer vor, sondern ganz konkret auf die mündlichen, die im ersten Halbjahr der zehnten Klasse eine Klassenarbeit ersetzen. Der Förderverein kommt seit Jahren für die Kosten des Programms auf.

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