Winterpicknick auf Haus Harkotten
Geschichte schmackhaft verpackt

Füchtorf -

Ein Picknick im Winter - funktioniert das? Die Antwort ist ein klares „Ja“. Rund 60 Besucher kamen zum ersten Winterpicknick auf Haus Harkotten und genossen das ungewöhnliche Event.

Dienstag, 04.02.2020, 11:59 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 14:54 Uhr
Freuten sich über die schmackhaften Köstlichkeiten (v. l.): Lisa Stallbörger, Annika Brüggemann, Julia Kleemann und Hanna
Freuten sich über die schmackhaften Köstlichkeiten (v. l.): Lisa Stallbörger, Annika Brüggemann, Julia Kleemann und Hanna

„Das ist eine so tolle Idee. Wir haben uns sofort angemeldet, nachdem wir von der Veranstaltung auf Facebook gelesen hatten“, schwärmte Lisa Stallbörger . Die Ibbenbürenerin war eine von 60 Besuchern, die am Sonntag beim ersten Winterpicknick, das unter dem Motto „Picknick hoch drei“ stand und vom Haus Harkotten in Kooperation mit dem Münsterland e.V. an geboten wurde.

Ein Picknick im Winter zu veranstalten scheint anzukommen. Jedenfalls waren bei der Premiere im Wappensaal des Hauses Harkotten alle verfügbaren Plätze besetzt. Die Veranstalter hatten sämtliches Mobiliar aus dem Wappensaal geräumt. Stattdessen luden jetzt Heuballen mit Sitzkissen zum Verweilen ein. Es herrschte eine heimelige Atmosphäre. Im Kamin loderte ein Feuer und gefüllte Picknickkörbe standen zum Verzehr bereit.

Führungen rund um die Schlossanlage

Vor dem kulinarischen Genuss gab es zunächst jedoch ein anderes Highlight. Clemens Knappheide und Graf Ferdinand von Korff boten Führungen rund um die Schlossanlage an. In zwei Gruppen machten sich alle auf den Weg. Zunächst ging es durch den Wald in Richtung Osten, wo Knappheide die Besucher nahe dem Forsthaus zu einer Figur aus der griechischen Mythologie führte. Vier Meter hoch hinaus ragt die barocke Sandsteinskulptur des Atlas mit der Weltkugel in den Himmel. „Der Sage nach hatte der Graf sie 1729 für die Gattin aufstellen lassen. Sie konnte so den mächtigen Gott von ihrem Schlafzimmer aus betrachten. Andere Stimmen sagen aber, es sei die Frau des Jägers gewesen, die die Statue aufstellen ließ. Der Förster war ständig unterwegs und sie wollte so endlich einen anständigen Kerl anschauen können“, erklärte der Zweite Vorsitzende des örtlichen Heimatvereins und brachte so die Zuhörer zum Schmunzeln.

Der Rundweg vom Forsthaus zum Schloss verläuft im Wald auf der Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Es gab es jede Menge interessante historische Begebenheiten, Fakten und Relikte zu sehen. So kam die Truppe etwa zu einem Hügel, unter dem sich früher ein Eiskeller befand. „Die Bediensteten mussten, wenn es ein Fest anstand, Eisblöcke hierher bringen, um die Speisen zu kühlen“, berichtete Clemens Knappheide. Heute ist der Eiskeller übrigens vor allem das Zuhause von Fledermäusen.

Auf dem Weg zurück erzählte Knappheide noch von den architektonischen Meisterleistungen. „Hier war früher Moor und der Untergrund bot kein festes Fundament. Deshalb musste die Burg auf Fichten- und Eichenpfählen gebaut werden“, gab der Experte einen Einblick. Wasser habe ein große Rolle gespielt damals und die Befestigungsanlage sei mit mehreren Wassergräben umgeben gewesen.

Zurück am Wappensaal, erwartete die Gäste draußen an den Feuerkörben ein angenehm wärmender Punsch. Das Picknick ließen sich anschließend alle drinnen schmecken. Es gab zwei verschiedene Varianten.

Außergewöhnliche Rezepte aus der Region

Die Food-Blogger Michael Nölke und Tanja Farwick hatten sich viele Gedanken gemacht, außergewöhnliche Rezepte aus der Region zu kreieren. Der rote Korb von Farwick hieß „Töfte“ und enthielt neben Kartoffelsalat mit Mettenden, einen vegetarischen Wrap sowie eine westfälische Götterspeise mit Pumpernickel-Knusper. Nölkes Korb „Jovel“ war blau. Er hatte einen leckeren Salat, Zucchini-Schinken-Puffer und ein Rosinen-Küchlein hineingepackt.

„Wir sind überglücklich, dass das Picknick so gut angenommen wurde“, strahlte Mitorganisatorin Melanie Schlüters von Münsterland e.V. und wies auf die Münsterländer Picknicktage vom 18. bis 21. Juni unter dem Motto „Münsterland. Das gute Leben“ hin. Am 21. Juni ist zudem Schlösser- und Burgentag, wo jede Menge Gebäude ihre Tore öffnen – auch Harkotten.

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