Bernhard Daldrup besucht Sekundarschule
Zehntklässler stellen spannende Fragen

Donnerstag, 06.02.2020, 08:52 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 12:32 Uhr
Bernhard Daldrup stand den Schülern der Klassen 10 b und 10 c Rede und Antwort.
Bernhard Daldrup stand den Schülern der Klassen 10 b und 10 c Rede und Antwort. Foto: Ulrich Lieber

„Wie sehen Sie die Flüchtlingspolitik?“, lautete die erste Frage. Bernhard Daldrup holte weit aus und erinnerte daran, dass die Deutschen durch den Zweiten Weltkrieg selbst auf der Flucht waren und in anderen Ländern Asyl gesucht haben. Im Laufe der Jahre gab es immer Flüchtlinge, die nach Deutschland kamen. „Immer wenn in kurzer Zeit sehr viele kommen, ist es ein Problem“, sagte Daldrup. Dann werden Wohnungen, Arbeits-, Schul- und Kindergartenplätze in großem Umfang benötigt und dann gebe es Ärger. „Bis jetzt haben wir das aber immer gut hinbekommen.“ Dennoch fühlten sich manche Menschen bedroht und gingen in Abwehrhaltung. Das habe sich die AfD zu Nutzen gemacht. „Ich halte die AfD für gefährlich, denn sie ist in hohem Maß faschistisch. Flüchtlinge und Minderheiten werden für alles verantwortlich gemacht. Da müsst Ihr aufpassen“, appellierte er an die Zehntklässler.

Ein Schüler wollte wissen, warum Bauanträge so lange dauern und es so viel Bürokratismus gibt. „Das verstehe ich auch nicht“, gab Daldrup zu. Letztlich sei Bürokratie sicher notwendig, aber auch ein Stückweit übertrieben. Bürokratie ist auch im Bereich der Landwirtschaft ein großes Problem. „Wir sind da in einem Dilemma. Die Idee war ursprünglich, die Menschen satt zu bekommen.“

Beim Thema Cannabis zeigte sich Daldrup ein wenig hin- und hergerissen. „Ich bin nicht gegen die Legalisierung, aber wir sollten noch ein wenig testen“, verwies er auf zehn Modellprojekte, die derzeit zur Evaluation laufen. „Wie sehen Sie die Gefahr des Coronavirus?“ Daldrup sieht Deutschland gut aufgestellt und warnte vor zu großer Hysterie.

„Ich finde es gut, dass sich junge Menschen für politische Fragen interessieren. Es ist Eure Zukunft“, lobte Daldrup „Fridays for future“. Es sei wichtig, nicht nur übers Auto, sondern auch über ÖPNV und Fahrräder zu reden. „Am umweltfreundlichsten ist man zu Fuß unterwegs.“

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