Landfrauen geben „Plastik einen Korb“
Unverpackt liegt im Trend

Mittwoch, 05.02.2020, 16:59 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 12:32 Uhr
Auf viel Interesse bei den Zuhörern stießen alternative Produktideen zum Plastik, die Referentin Anja Minhorst (3.v.l.) als Anregung mitgebracht hatte.
Auf viel Interesse bei den Zuhörern stießen alternative Produktideen zum Plastik, die Referentin Anja Minhorst (3.v.l.) als Anregung mitgebracht hatte. Foto: Ulrike von Brevern

Ulrike Buddenkotte freute sich als Sprecherin des Vorstandsteams, dass sich auch viele Nicht-Mitglieder unter die ausschließlich weibliche Zuhörerschaft gemischt hatten. Der Vortrag stand im Rahmen des diesjährigen verbandsweiten Leitthemas „Wir geben Plastik einen Korb“.

Als Diplom-Biologin und begeisterte Taucherin betonte Minhorst die Bedeutung von Plastik bei der Verschmutzung der Umwelt und besonders der Meere. „Das einfachste Mittel dagegen heißt: Kein Plastik mehr zu kaufen“. Seit 2015 betreibt sie als Beitrag dafür Münsters erstes Unverpackt-Geschäft „natürlich unverpackt“ an der Warendorfer Straße. Trockenwaren werden in Glasspendern angeboten, Obst und Gemüse sind lose zu kaufen. Taschen, Tüten, Gläser und Flaschen zum Abfüllen bringt der Kunde mit. „Die Idee ist, die Dinge zu nutzen, die schon da sind“, hielt die Eigentümerin fest und das dürfe dann auch durchaus die „Tupperdose“ sein.

Wird Neues angeschafft dient neben Glas und Stoff zum Beispiel Bambus als Plastikersatz. Plastikfolien ließen sich in vielen Fällen durch ein wiederverwendbares gewachstes Stofftuch ersetzen. Von Taschentüchern bis Zahnpasta lasse sich in ihrem Laden plastikbewusst einkaufen. Dennoch werde der Einkauf nicht teurer, zeigte sich Minhorst überzeugt. „Sie kaufen zielgenauer und bei mir stehen nicht überall die ,Kauf-mich-Fallen’ im Weg“.

Das Publikum zeigte sich sehr gut informiert und hatte so manches schon selbst ausprobiert. Hartnäckig wurde nachgehakt, gerade was Verpackungen in der Lieferkette angeht. „Es ist derzeit eine enorme Entwicklung im Gange“, freute sich die Geschäftsführerin. Zwar ließe sich auch bei ihr in der Anlieferung die Plastikverpackung nicht immer vermeiden, doch die Lieferanten seien auf dem Weg. Essig oder Öl zum Beispiel werde inzwischen statt in Plastik-Wegwerf-Containern in wiederverwendbaren Pfand-Eimern angeliefert.

Trotz lebhaften Austauschs und großer Übereinstimmung beim Thema Plastik kam es zum kleinen Eklat, als Minhorst herausstellte, in ihrem Laden verkaufe sie Biolebensmittel, denn die gehörten für sie statt der „pestizidverseuchten“ zum Umweltschutz dazu. „Verseucht ist hier gar nichts, das gibt es im deutschen Lebensmittelhandel nicht“, betonte eine Zuhörerin erbost und erhielt dafür offenen Beifall. „Sie sprechen hier vor Landfrauen!“

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