FDP und CDU zu Wahl-Eklat in Thüringen
„Kemmerichs Rücktritt einzig richtige Konsequenz“

Sassenberg -

„Der neue Ministerpräsident hätte das Amt nie annehmen dürfen.“ Das Ergebnis müsse rückgängig gemacht werden, hatte Johannes Philipper, Chef des Sassenberger FDP-Ortsverbandes, noch am Donnerstagmorgen gesagt. Für ihn kommen nur Neuwahlen in Frage. Nachmittags überschlugen sich dann die Nachrichten in Thüringen. Der Druck auf Kemmerich war zu groß geworden. Rücktritt und Auflösung des Landtags. „Eine längst überfällige Konsequenz“, kommentiert Sassenbergs CDU-Chef Rüdiger Völler den Rücktritt: „Kemmerich hätte das Amt erst gar nicht annehmen dürfen. Keine der demokratischen Parteien steht jetzt aber in einem guten Licht da.“

Donnerstag, 06.02.2020, 12:32 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 14:28 Uhr

Für Johannes Philipper , Chef des Sassenberger FDP-Ortsverbandes und Kandidat für das Bürgermeisteramt in der Hesselstadt, ist der Rücktritt von Thomas Kemmerich , neuer Ministerpräsident in Thüringen, nur die einzig richtige Konsequenz. Der Rücktritt könne jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass jetzt alle demokratischen Parteien in einem schlechten Licht dastehen.

Die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen am Mittwoch hat ein politisches Erdbeben in Deutschland ausgelöst. Bodo Ramelow (Die Linke), bisheriger Ministerpräsident, ist abgewählt. Der neue Ministerpräsident, Thomas Kemmerich ( FDP ) ist mit den Stimmen der AfD, der CDU und seiner eigenen Partei ins Amt gehoben worden. Der FDP-Politiker lässt sich von der AfD wählen und die CDU macht mit.

Für Johannes Philipper ein Unding: „Der neue Ministerpräsident hätte das Amt nie annehmen dürfen.“ Das Ergebnis müsse rückgängig gemacht werden, sagte Philipper noch morgens auf Anfrage unserer Zeitung gesagt. Für ihn kommen nur Neuwahlen in Frage. „Ich bin froh, dass es jetzt so kommen wird.“ Denn Kemmerichs Wahl wäre kein Weg zu einer tragfähigen Regierungsbildung gewesen.

Philipper befindet sich seit Mittwoch in Leipzig (Sachsen), eine Stunde Autofahrt von Erfurt (Thüringen) entfernt. Beruflich besucht er die Automobillogistik-Messe des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) und der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Als Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer die Messe am Mittwoch eröffnet habe, sei plötzlich ganz viel Dynamik am Rednerpult entstanden. Kretschmer sei über das Wahlergebnis in Thüringen informiert worden. Philipper habe dann sofort gewusst, dass etwas nicht stimmt und per Live-Ticker auf den Handy den erschreckenden Wahlausgang verfolgt.

Nachdem CDU, AfD und FDP Thomas Kemmerich am Mittwoch zum Thüringer Ministerpräsidenten gewählt haben, warnte auch Sassenbergs CDU-Chef Rüdiger Völler am Donnerstagmorgen noch vor einem „weiter so“. Nicht regieren sei besser als von Björn Höcke (Fraktionsvorsitzender der AfD im Thüringer Landrat) gewählt zu werden, „einem Faschisten“. Die CDU, so Völler, dürfe sich keinen Millimeter dorthin bewegen. Deshalb kommen auch für ihn nur „Neuwahlen“ in Frage.

Mittags überschlugen sich dann in Thüringen die Ereignisse. Der Druck war zu groß geworden. Kemmerich tritt als Ministerpräsident zurück, der Landtag soll aufgelöst werden.

„Eine längst überfällige Konsequenz“, kommentiert Sassenbergs CDU-Chef Rüdiger Völler den Rücktritt: „Kemmerich hätte das Amt erst gar nicht annehmen dürfen. Keine der demokratischen Parteien steht jetzt aber in einem guten Licht da.“

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