Von Gröblingen bis zur Kastanienallee
Hessel bekommt einen „Bachpaten“

Sassenberg -

Peter Steinmeier ist nun offiziell „Bachpate“ für einen Teilabschnitt der Hessel.

Freitag, 14.02.2020, 10:49 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 14:20 Uhr
Vor malerischer Kulisse überreichte Dr. Berit Philipp dem Sassenberger Peter Steinmeier seine Urkunde als „Bachpate“ für die Hessel westlich der Kastanienallee.
Vor malerischer Kulisse überreichte Dr. Berit Philipp dem Sassenberger Peter Steinmeier seine Urkunde als „Bachpate“ für die Hessel westlich der Kastanienallee. Foto: Ulrike von Brevern

Der abschließende Papierkram ist schnell erledigt. Auf dem Wendehammer zwischen Klärwerk und Wertstoffhof hält die Motorhaube ihres Autos als Unterlage her, als Dr. Berit Philipp von der Naturschutzstation Münsterland Peter Steinmeier die vorbereitete „Kooperationsvereinbarung“ für seine Bachpatenschaft vorlegt. Seine Unterschrift macht den Sassenberger ganz offiziell zum ehrenamtlichen „Bachpaten“ für die Hessel zwischen Kilometer 9.02 und 10.82.

„Ich bin viel mit meinem Hund hier spazieren gegangen“, erklärt Steinmeier seine Leidenschaft für den Flussabschnitt, der zudem nicht weit von seinem Zuhause entfernt liegt. Beginnend an der Kastanienallee ist der gelernte Fleischer für den Flusslauf bis weit hinter das Klärwerk zuständig. Ein romantisches Bächlein ist die Hessel hier natürlich keineswegs, aber das ist in dem Projekt „Bachpatenschaften“ auch gar nicht so vorgesehen.

Menschen sollen Verantwortung übernehmen

„Wir möchten, dass Menschen Verantwortung für Gewässer in ihrer Nähe übernehmen“, betont Philipp. Das können Seen, Tümpel, Bäche oder auch naturfernere Gewässer wie Steinmeiers Hesselabschnitt sein. Sechs Patenschaften hat Philipp in dem von „8-plus Vital.NRW im Kreis Warendorf“ geförderten Projekt bereits vermittelt.

Mal sind es Schulen, mal Einzelpersonen oder Familien. „Aber auch Vereine oder Nachbarschaften können sich gerne melden“, erklärt die Biologin.

Von der Naturschutzstation Münsterland aus hat Philipp mit der unteren Wasserbehörde und dem Wasser- und Bodenverband geklärt, dass Steinmeier an diesem Abschnitt gerngesehen ist und die Ufer betreten darf. Die Behörden umgekehrt könnten von seinen Beobachtungen und Anregungen profitieren. Der Nabu ist Ansprechpartner und unterstützt die Bachpaten auch ganz praktisch, zum Beispiel mit einem Wasser-Erlebnis-Koffer, in dem Materialien zur Wasseruntersuchung zusammengestellt sind.

Steinmeier will Flusstagebuch führen

Steinmeier will „seinen“ Flussabschnitt jetzt zunächst noch besser kennenlernen und ein Flusstagebuch erstellen, in dem er seine Beobachtungen zu Tier- und Pflanzenwelt systematisch festhält.

Eine Müllsammelaktion hat er ebenfalls ins Auge gefasst, denn dass Zeitgenossen ihre Abfälle immer wieder in oder am Wasser entsorgen ärgert ihn schon. Sorgen macht ihm auch das Uferleben. „Außer den Nutrias weiter hinten fühlt sich hier doch niemand wohl“, überlegt er mit Blick auf die raspelkurz gemähten Uferstreifen.

Sein Aufgabengebiet als Bachpate ist bewusst offen gehalten. Nur Gehölzarbeiten oder eine Umgestaltung des Gewässers schließt die Kooperationsvereinbarung aus. „Eigenmächtig zum Spaten greifen, das geht nicht“, schmunzelt Philipp, obwohl eine solche Aktion schon die Größe des Patengewässers ausschließt. Umgestalten, das könnte Steinmeier schon eher bei einem weiteren 8Plus-Projekt des Nabu tun: Ab März lässt er sich unter dem Motto „8Plus summt auf“ zum ehrenamtlichen Berater für insektenfreundliche Gartenanlagen fortbilden.

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