Blumengeschäft Strickmann schließt
Keine Fachkräfte zu finden

Sassenberg -

Nach 60 Jahren schließt das Blumenfachgeschäft Strickmann auf dem Klingenhagen. Für viele Sassenberger ein herber Verlust. Grund für die Geschäftsaufgabe sind fehlende Floristikfachkräfte.

Dienstag, 18.02.2020, 07:00 Uhr
Das Ehepaar Petra und Heinz-Josef Strickmann haben am Montag mit dem Räumungsverkauf begonnen. Aufgrund fehlender Fachkräfte wird das Blumengeschäft Ende März endgültig geschlossen.
Das Ehepaar Petra und Heinz-Josef Strickmann haben am Montag mit dem Räumungsverkauf begonnen. Aufgrund fehlender Fachkräfte wird das Blumengeschäft Ende März endgültig geschlossen. Foto: Ulrich Lieber

Das Blumengeschäft Strickmann schließt seine Pforten. Bis zum Schachblumenmarkt findet der Räumungsverkauf statt, der bereits am Montag begann. „Uns fehlen Floristenfachkräfte. Trotz großer Bemühungen um neue Floristinnen über die Tageszeitung und auch online hat sich keine Fachkraft gemeldet“, bedauert Heinz-Josef Strickmann . Das Blumengeschäft sei gut ausgelastet, aber da eine Floristin kurz vor der Entbindung steht und anschließend zwei Jahre Elternzeit nimmt, und die zweite Floristin gekündigt hat, weil sie das Münsterland verlässt, steht Petra Strickmann alleine im Geschäft.

Schließung trifft nur Blumengeschäft

„Das kann man alleine gar nicht schaffen. Außerdem hat meine Frau gesundheitliche Probleme“, sieht Heinz-Josef Strickmann keine andere Möglichkeit. Aber er weist darauf hin, dass die Schließung nur das Blumengeschäft betrifft, alles andere läuft wie gewohnt weiter. Das heißt, dass die Friedhofsgärtnerei mit Grabpflege und der Durchführung von Beerdigungen sowie die Verwaltung der Gräber erhalten bleibt. Auch der Verkauf im Saisongewächshaus in der Gärtnerei an der Düsbergstraße bleibt bestehen. Trauerfloristik und passender Grabschmuck zu den Gedenktagen kann ebenfalls weiter bei Strickmann erworben werden.

Doch die Schließung des Geschäftes, das im Jahr 1960 an der Schürenstraße eröffnet wurde, trifft das Ehepaar Strickmann. „Besonders leid tun uns die Menschen, die nicht mehr so mobil sind und denen jetzt eine Einkaufsmöglichkeit fehlen wird.“ Anfang der 70er Jahre war das Blumengeschäft in den Klingenhagen gezogen, wo es bis heute ein fester Anlaufpunkt für viele Kunden ist.

Die gelernte Gärtnerin und Floristin Petra und Gärtnermeister Heinz-Josef Strickmann sind enttäusch darüber, dass der Beruf der Floristin offensichtlich nicht mehr angesagt ist. „Das Problem ist wohl, dass sich in dem Beruf nicht viel Geld verdienen lässt. Zudem ist es kein einfacher Beruf.“ Nicht umsonst müsse ein Florist eine dreijährige Ausbildung absolvieren, damit er alle Aufgaben sachgerecht erfüllen kann.

Fachkräftemangel

Dabei gehe es nicht nur darum, einen individuellen Strauß zu binden, sondern sie müssen sich auch in der Pflege der Pflanzen auskennen, Blumen- und Pflanzenschmuck gestalten, Kränze binden, Gefäße bepflanzen und Kränze binden können. „Wir machen auch Trauerfloristik, da brauche ich auch jemanden, der in der Rechtschreibung fit ist, damit es da keine bösen Überraschungen gibt“, sagt Heinz-Josef Strickmann. Doch obwohl er seit August händeringend auf der Suche nach einer Floristikfachkraft war, hat sich niemand gemeldet. „Das nennt man wohl Fachkräftemangel.“

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