Breite Unterstützung für Bürgermeisterkandidat Johannes Philipper
Alte Strukturen aufbrechen

Sassenberg/Füchtorf -

Johannes Philipper möchte Bürgermeister werden. Dabei wird er von der FWG, den Grünen, der SPD und der FDP unterstützt, die ihn zum gemeinsamen Kandidaten ernannt haben.

Donnerstag, 27.02.2020, 10:53 Uhr aktualisiert: 28.02.2020, 09:48 Uhr
Auf kommunalpolitischer Bustour unterwegs (v. l.): Hendrik Panitz, Carsten Schuckenberg, Johannes Philipper, Franz-Josef Linnemann, Klaudius Freiwald, Georg Hartmann-Niemerg, Norbert Westbrink und Norbert Seidel.
Auf kommunalpolitischer Bustour unterwegs (v. l.): Hendrik Panitz, Carsten Schuckenberg, Johannes Philipper, Franz-Josef Linnemann, Klaudius Freiwald, Georg Hartmann-Niemerg, Norbert Westbrink und Ulrich Seidel. Foto: Ulrich Lieber

Die Tür schließt mit einem leisen Zischgeräusch. Der Motor heult auf, und der Bus setzt sich in Bewegung. Startpunkt ist die Haltestelle vor dem Rathaus, und an Bord sind neben den üblichen Fahrgästen auch acht Kommunalpolitiker. Ihr gemeinsames Ziel ist es, dass der Liberale Johannes Philipper neuer Bürgermeister wird. Klaudius Freiwald, Hendrik Panitz, Ulrich Seidel (alle SPD ), Carsten Schuckenberg, Franz-Josef Linnemann (beide FWG), Norbert Westbrink und Georg Hartmann-Niemerg (beide Grüne) haben mit im Bus Platz genommen. Ein Thema ist dabei der ÖPNV, und so bietet die Tour nach Füchtorf und zurück die Gelegenheit, sowohl über die Busanbindungen als auch über viele weitere aktuelle Themen zu sprechen.

In diesem Jahr sind Kommunalwahlen. Bürgermeister Josef Uphoff (CDU) muss sich als Amtsinhaber erstmals einem Gegenkandidaten stellen. Und der wird von allen anderen Parteien unterstützt. „Wir wollen eine Alternative haben und Strukturen aufbrechen“, sagt Franz-Josef Linnemann. „Wenn man will, was bisher war, dann muss man Uphoff wählen.“ Genau das möchte Hendrik Panitz nicht. „Weiter so ist nicht besser so. Wir brauchen neuen Wind im Stadtrat.“

Weiter so ist nicht besser so. Wir brauchen neuen Wind im Stadtrat.

Hendrik Panitz

Georg Hartmann-Niemerg sieht in Johannes Philipper die Zukunft. „Innovationen und technischer Fortschritt sind durch einen jungen Bürgermeister besser umzusetzen.“ Carsten Schuckenberg sieht es genauso: „Es wäre die letzte Amtsperiode von Uphoff. Da ist es fraglich, ob er noch so innovativ ist.“

Johannes Philipper ist froh, dass er nun die breite Unterstützung sicher hat. „Ich bin seit elf Jahren in der Kommunalpolitik und würde den Ort gerne voranbringen“, macht er deutlich, dass seine Kandidatur kein Spontanentschluss war. „Im Falle einer Wahl lege ich mein FDP-Amt nieder. Neutralität ist wichtig.“ Die derzeitige Situation im Rat sieht er für die Weiterentwicklung nicht als förderlich an. Dass er kein Verwaltungsfachmann ist, sei kein Problem. „Ich bin noch jung und will mich auch weiterbilden. Ich möchte einen neuen Drive, einen anderen Spirit in die Verwaltung bringen.“ Zumal dort auch bald ein kleiner Generationswechsel stattfinden wird und nach wie vor ein Personalkonzept fehle. „Josef Uphoff war auch ein Quereinsteiger“, erinnert Linnemann an die Anfänge des Bürgermeisters, der zuvor Banker war.

Der Bus rollt durch Sassenberg – vorbei am Drostengarten. „Wie sind die weiteren Planungen für den Stadtpark? Die Arbeitsgruppe gibt es bislang nur auf dem Papier“, bedauert Philipper. Das Thema werde nicht vorangetrieben. Weiter geht es in Richtung Füchtorf. „Der ÖPNV ist gerade für junge Leute wichtig“, sagt Linnemann, der die schlechte Anbindung Füchtorfs in den Abendstunden kritisiert. Philippers Idee: Eine Busverbindung von Warendorf über Sassenberg, Glandorf bis Kattenvenne. „Der Individualverkehr soll weniger werden, darum müssen wir die Jugendlichen an den ÖPNV heranführen“, fordert Klaudius Freiwald (SPD).

Glasfaser muss bis in jedes Haus, auch innerorts.

Franz-Josef Linnemann

Unterwegs kommt das Thema Glasfaseranschluss ins Gespräch. „Glasfaser muss bis in jedes Haus, auch innerorts“, wünscht sich Schuckenberg. Franz-Josef Linnemann vermutet, dass der Bürgermeister hier „zu wenig getan“ habe.

Auf der linken Seite taucht das geplante Neubaugebiet in Füchtorf auf. „Wir müssen die Entwicklung der Wohngebiete möglichst schnell vorantreiben und auch nachhaltig bauen. Nicht nur klassisch, sondern auch innovativ bauen“, fordert Philipper. „Wir wollen auch bezahlbaren Wohnraum bieten“, sagt Freiwald. „Alles sofort in einem Zug. Wir müssen Dampf machen für Füchtorf“, bekräftigt Hartmann-Niemerg. Nur so könne auch die Infrastruktur für den Ort erhalten bleiben. Dabei wünschen sich alle, dass über den Lärmschutzwall noch einmal nachgedacht wird. „Es gibt Alternativen, die nicht so viel Fläche verbrauchen.“

Johannes Philipper möchte in der Verwaltung die neue Stelle des Fördermanagers einrichten. „Johannes hat ja schon immer in den Fördertöpfen gegraben“, lobt Hartmann-Niemerg. So auch für den Umbau der alten Füchtorfer Sporthalle, deren Nutzung Philipper als Vorbild für Sassenberg sieht. Weitere Themen waren das Freibad in Sassenberg, die Jugendpolitik und der Ausbau des Tourismus.

Die Themen sind gesetzt, und Johannes Philipper ist bereit. Die Frage sei nun: „Weiter so, oder den Schritt nach vorne wagen.“ Für Norbert Westbrink ist klar: „Es ist eine Personenwahl und keine Parteienwahl.“ Das bestätigt Linnemann: „Für uns kommt es nicht aufs Parteibuch an, sondern auf die Person.“

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