Drostengarten: Planung vorgestellt
Für das öffentliche Leben gestalten

Sassenberg -

Es kommt Bewegung in den Drostengarten. Im Infrastrukturausschuss wurde jetzt eine Planung vorgestellt.

Samstag, 29.02.2020, 13:00 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 15:36 Uhr
Der Kletterspielplatz soll im Plan von Sabine Tecklenburg-Khorosh erhalten und sogar ausgebaut werden. Das Licht- und Schattenspiel im Drostengarten hat die Planerin sehr begeistert.
Der Kletterspielplatz soll im Plan von Sabine Tecklenburg-Khorosh erhalten und sogar ausgebaut werden. Das Licht- und Schattenspiel im Drostengarten hat die Planerin sehr begeistert. Foto: Ulrich Lieber

Die Neugestaltung des Drostengartens ist schon lange ein Thema im Infrastrukturausschuss. Erste Entwürfe gab es schon 2016, und seit einem Jahr gibt es auch einen Arbeitskreis – getagt hat dieser bis heute aber noch nicht. Doch jetzt scheint endlich Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. Sieben Garten- und Landschaftsbetriebe waren im September aufgefordert worden, Planungen vorzustellen. In der Sitzung des Infrastrukturausschusses am Donnerstag stellte nun der Landschaftsbaubetrieb Theilmeier seine Planungen vor.

Theilmeier hatte dazu Sabine Tecklenburg-Khorosh beauftragt. Die Gartenplanerin präsentierte in einem äußerst engagierten Vortrag ihre Vorstellungen und beeindruckte die Ausschussmitglieder. „Ich habe ein Drostenhaus vermisst. Das war enttäuschend“, sagte die Münsteranerin, die zur Besichtigung des Stadtparks erstmals in Sassenberg war. Sie habe sich mehrere Stunden im Drostengarten aufgehalten und dabei viele Kinder und Familien beobachtet. Sie möchte deshalb den Kletterspielplatz erhalten und sogar für ältere Kinder erweitern. Die Front zum Klingenhagen findet sie nicht durchlässig genug.

Aber es gibt eine supercoole Backsteinwand hin zum Industriebereich. Die müsste viel mehr integriert werden.

Sabine Tecklenburg-Khorosh

„Aber es gibt eine supercoole Backsteinwand hin zum Industriebereich. Die müsste viel mehr integriert werden“, schlug sie vor. Sie möchte Bänke und Findlinge aufstellen, um die Rückseite mehr zu integrieren. Zudem fehle eine Querachse, und um diese zu erreichen, hat sie eine Bühne auf der – vom Klingenhagen gesehen – rechten Seite geplant. Sie sollte aus Sandsteinquader gebaut werden und könnte für Konzerte und Aufführungen genutzt werden. Auf der gegenüberliegenden Seite soll eine Hügellandschaft entstehen, die als natürliche Tribüne dienen könnte.

„Es ist ein tolles Licht- und Schattenspiel im Drostengarten. Man hat das Gefühl, hier möchte ich bleiben, aber ich weiß nicht wie.“ Mit Infotafeln und Steinplatten könnte man auf die Geschichte hinweisen. Generell sollte der Park für das öffentliche Leben gestaltet werden. „Für jede Altersklasse auf eine lockere Art. Back to nature.“

Die Maßnahme kostet 152 000 Euro

Abschließend stellte Wilhelm Theilmeier die Kosten vor. Insgesamt kommt er dabei auf einen Netto-Kostenrahmen von 152 000 Euro.

„Ich finde es schön, auch mal von neutraler Seite was zu hören“, freute sich Carsten Schuckenberg (FWG). Johannes Philipper (FDP) lobte den engagierten Vortrag. „Das ist ein objektiver Blick auf Sassenberg. Die Idee mit der Bühne finde ich gut. Das ist ein weiterer Impuls für den Arbeitskreis.“ Peter Holz (FWG) sah sich bestätigt: „Es fehlt das Drostenhaus, deshalb auch kein Drostengarten. Ich begrüße den Vorschlag.“

Weniger begeistert war Martin Arenhövel (CDU): „Ich hätte die AG vorher tagen lassen. Das ist das letzte Stück historische Fläche.“ Auch Dieter Sökeland (CDU) wies darauf hin, dass man die historischen Gesichtspunkte sehr sensibel betrachten solle. Sabine Tecklenburg-Khorosh entgegnete: „Vom äußeren Eindruck hat Sassenberg viel Historie. Das gibt es nicht überall. Diese Stadt hat sehr viel Bewusstsein für die Vergangenheit.“ Darum habe sie einen moderner Ansatz für den Drostengarten gewählt. „Ich kann Martin Arenhövel nachvollziehen, aber die Ideen sind gut. Jetzt sollte man in die AG gehen. Wir müssen ja mal entscheiden, wo es hingehen soll“, regte Johannes Philipper an.

„Ohne Pläne kann man schwer diskutieren. Die Bühne finde ich sehr gut, vielleicht sogar mit elektrischen Verkabelungen“, sagte Georg Hartmann-Niemerg (Grüne), der nur ein Problem sah. „Bei den Hügeln frage ich mich: Wohin mit dem Bierwagen?“

Der Vorschlag wird nun mit in den Arbeitskreis genommen, der jetzt möglichst zeitnah zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen soll.

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