Organisation urgewald startet „Fossil Free Finance Campaign“
Den Geldgebern auf die Füße treten

Sassenberg -

Der Menschenrechts- und Umweltorganisation urgewald hat im November die „Fossil Free Finance Campaign“ gestartet. Von Dienstag bis Donnerstag trafen sich rund 30 Teilnehmer aus 14 Ländern, um die weitere Strategie festzulegen.

Donnerstag, 05.03.2020, 11:42 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 14:18 Uhr
Insgesamt trafen sich rund 30 Teilnehmer aus 14 Ländern bei urgewald, um die „fossile free finance campagne“ zu besprechen.
Insgesamt trafen sich rund 30 Teilnehmer aus 14 Ländern bei urgewald, um die „fossile free finance campagne“ zu besprechen. Foto: Ulrich Lieber

Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ist der Menschenrechts- und Umweltorganisation urgewald eine Herzensangelegenheit. Dabei wird der Hebel bei den Finanzunternehmen angesetzt, die Kohleminen und Kohlekraftwerke unterstützten. Anfang November 2019 wurde die „Fossil Free Finance Campaign“ gestartet. Beim ersten großen Treffen in Sassenberg wurde ein kritischer Blick auf die Weltbank geworfen. Von Dienstag bis Donnerstag fand nun das zweite und noch größere Treffen bei urgewald statt.

Rund 30 Teilnehmer aus 14 Ländern folgten der Einladung nach Sassenberg, dabei auch Experten aus Japan, die zunächst aufgrund des Corona-Virus besondere Sicherheitsmaßnahmen durchlaufen mussten. Ein Teilnehmer aus Südkorea konnte nicht ausreisen und war per Skype zugeschaltet. Aus folgenden Ländern reisten die Teilnehmer an: Bangladesch, Japan, Tschechien, England, Indonesien, Frankreich, Italien, Niederlande, Philippinen, USA, Dänemark, Polen, Deutschland und dem Kosovo.

Wir wollen die Finanzindustrie fossilfrei machen.

Moritz Schröder-Therre

„Wir wollen die Finanzindustrie fossilfrei machen“, sagt Pressesprecher Moritz Schröder-Therre . Dazu setzt urgewald auf Finanzrecherchen und Öffentlichkeitsarbeit. In verschiedenen Arbeitsgruppen arbeiteten die Finanzexperten, die aus insgesamt 18 verschiedenen Nichtregierungsorganisationen kamen, an den dringendsten Themen. Zudem traf man sich immer wieder im großen Plenum, um gemeinsam zu diskutieren.

„Unser Fokus liegt auf Asien, weil dort die Kohleindustrie noch sehr stark ist und weiter expandiert“, berichtet Schröder-Therre. Urgewald versucht, den Menschen vor Ort zu helfen, die gegen die Projekte arbeiten. „Wir helfen mit Finanzrecherchen, geben Tipps für Kampagnen, aber wir können auch selbst lernen, denn sie finden oft ganz andere Wege.“ Die Menschen seien vor Ort sehr gut informiert, und beide Seiten möchten sich miteinander vernetzen. Konkret arbeitet urgewald derzeit auch am „Carbon Bombs Report“ (Arbeitstitel), um Projekte zu identifizieren, bei denen COin großen Mengen freigesetzt werden soll. „Wir versuchen herauszufinden, wer das finanziert. Einer der Geldgeber ist die Weltbank, obwohl sie sagt, dass sie für Klimaschutz steht“, erklärt der Pressesprecher. Zudem werde alles unternommen, um auch die privaten Geldgeber zu benennen. „Dann können wir die Geldhäuser in Deutschland angehen.“

Eine weitere aktuelle Idee ist das Anbieten eines Finanztrainings. Wie recherchiert man? Welche Strategien setze ich ein? „Es soll für Campaigner in Asien sein. Eventuell bieten wir es im Sommer für mehrere Wochen an. Als Großereignis steht zudem noch der Klimagipfel im November in Glasgow auf dem Programm. Dort will urgewald mit einer Veröffentlichung oder sogar einem Auftritt teilnehmen.

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