Kampf gegen Unkraut und Eichenprozessionsspinner
Maisschaum bindet die Hitze

Sassenberg -

Mit dem neuen Heißwasser-/Schaumgerät können die Mitarbeiter des Bauhofs nun gezielt gegen Unkraut vorgehen. Dank eines Aufsatzes lassen sich damit sogar die Nester des Eichenprozessionsspinners rückstandsfrei entfernen.

Freitag, 13.03.2020, 07:39 Uhr aktualisiert: 13.03.2020, 17:22 Uhr
Freuen sich über das neue Heißwasser-/Schaumgerät (v. l.): Christian Kuykens, Ludger Spitthöver, Thomas Tönnemann, Josef Uphoff, Martin Kniesel und Thomas Middendorf.
Freuen sich über das neue Heißwasser-/Schaumgerät (v. l.): Christian Kuykens, Ludger Spitthöver, Thomas Tönnemann, Josef Uphoff, Martin Kniesel und Thomas Middendorf. Foto: Ulrich Lieber

Die Verbreitung des Eichenprozessionsspinners ist in den letzten Jahren stetig vorangeschritten. Da von den Fäden des EPS Gesundheitsgefahren ausgehen, sind auch in diesem Jahr umfangreiche Vorbereitungen zur Bekämpfung des EPS erforderlich. Deshalb sollen 150 Nistkästen für Meisen, die ein natürlicher Feind des EPS sind, aufgehängt werden, um den EPS biologisch zu bekämpfen. Sie werden derzeit von den Schülern der Johannesschule fertiggestellt.

Weiterhin sind aber auch mechanische Maßnahmen erforderlich, um die Auswirkungen des EPS einzudämmen. Für die Stadt Sassenberg wurde dafür ein Heißwasser-/Schaumgerät beschafft, um die Arbeiten effektiv und wirtschaftlich durchführen zu können. „Mit einem Aufsatzgerät lassen sich die Nester des Eichenprozessionsspinners bekämpfen und normal entsorgen“, erklärte Hauptamtsleiter Martin Kniesel . Der Maisschaum werde dabei auf das Nest gedampft und laufe dann am Baum herunter. „Die gefährlichen Fäden werden dabei gebunden und können mitsamt dem Nest entsorgt werden.“

Aber das Heißwasser-/Schaumgerät ist in erster Linie zur Unkrautbekämpfung angeschafft worden. Bei einem Ortstermin stellten Mitarbeiter des Bauhofs das Gerät vor und demonstrierten, wie es funktioniert. Wasser wird auf mindestens 86 Grad Celsius erhitzt und auf die Fläche aufgebracht. Gleichzeitig wird der Maisschaum versprüht, der dafür sorgt, dass die Hitze länger gehalten wird. Denn ab 60 bis 70 Grad wird das Wachstum des Unkrauts zerstört. Durch den Schaum bleibt das Wasser länger heiß und erzielt somit eine deutlich bessere Wirkung.

Die Stadt darf seit vielen Jahren kein Glyphosat mehr einsetzen und hat darum nach einer Alternative gesucht, damit die städtischen Flächen vernünftig gepflegt werden können. Parkflächen, Spielplätze und andere Flächen können nun problemlos und effektiv bearbeitet werden.

„Wir werden oft gefragt, ob der Schaum auf der Straße giftig ist. Aber da können wir alle Bürger beruhigen“, gibt Martin Kniesel Entwarnung. „Der Schaum löst sich von alleine auf.“ Das Heißwasser-/Schaumgerät hat rund 48 000 Euro gekostet und auf dem Anhänger steht: „Unkraut ohne Gift im Griff.“

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